Islamische Sims und simple Propaganda

25. Oktober 2011, 11:22
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Raubkopien westlicher Computerspiele sind ein Renner unter iranischen Jugendlichen

Gut, manche Vorträge bei Symposien können etwas esoterisch klingen. Und trotzdem hochinteressant sein. Wie bei "Future and Reality of Gaming", der wissenschaftlichen Begleitkonferenz zur "Game City" im Wiener Rathaus. Denn die "Konstruktion von Identität in iranischen Computerspielen" entpuppte sich als faszinierender Einblick.

20 Spiele

20 Spiele aus den Jahren 2005 bis 2009 hat Vit Sisler von der Karlsuniversität Prag dafür analysiert. Solche, die im staatlichen Auftrag geschaffen wurden, und von privaten Unternehmen produzierte. Seine Schlussfolgerung: In den Spielen wird Wert darauf gelegt, dass der Iran, beziehungsweise Persien, immer in der Rolle des Verteidigers und nicht des Aggressors dargestellt wird. Und dass das Land eine lange und glorreiche Geschichte hat.

Die staatlichen Spiele sind ziemlich unpopulär. Einerseits sind sie grafikmäßig den westlichen Spielen, die als Raubkopien vertrieben werden, unterlegen. Andererseits scheinen die als Gegenpol zu den westlichen Games gedachten Geschichten die Spieler nicht anzusprechen. Wenn also in "Special Forces" ein iranischer Nuklearwissenschaftler auf einer Pilgerreise in den Irak von US-Soldaten entführt und befreit werden muss. Oder in "Memorable Battles" Schlachten des Krieges mit dem Irak neu ausgeschossen werden.

"Quest of Persia"-Reihe war im Iran Bestseller

Anders die privaten Produktionen: Die dreiteilige "Quest of Persia"-Reihe war im Iran Bestseller, wurde sogar auf Englisch zum Download angeboten. Puya Dadgar, Chefentwickler der Reihe, erläutert im STANDARD-Interview, warum ihm der Inhalt der Abenteuerspiele wichtig ist: "Wir wollen die Spielern mit dem Glanz der persischen Kultur bekannt machen und dafür interessieren." Aus dem Plan, sieben Teile herauszubringen, wurde dann aus Geldmangel aber nichts.

Wissenschaftler Sisler hat beobachtet, dass die Helden generell hochstehenden moralischen Codes folgen, im Gegensatz beispielsweise zur Grand Theft Auto-Reihe. Inhaltlich seien die Spiele also iranisch, strukturell aber westlich. Die Anziehungskraft der westlichen Vorbilder zeigt sich auch anderswo - so gibt es eine islamische Version der "Sims".(Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabem 25. Oktober 2011)

 

 

Mathias Steinlaus
 
01
25.10.2011, 12:42
In den Spielen wird Wert darauf gelegt, dass der Iran, beziehungsweise Persien, immer in der Rolle des Verteidigers und nicht des Aggressors dargestellt wird.

Herrlich ... die Übersetzung eines "unnötigen Buches" bringt langsam ihre Früchte ...

Persien hat mit dem heutigen Iran genau gleichviel gemeinsam wie das Reich der Inkas und Azteken mit dem heutigen Südamerika - sowohl kulturell als auch religiös!

Aber was soll man schon von der "Prop.aganda" einer Regierung anderes erwarten?

pick up artist - experte für genderfragen
01
5.11.2011, 18:28

"Aber was soll man schon von der "Prop.aganda" einer Regierung anderes erwarten?"

Sie meinen die "God bless us" Soldaten?

CyberCop
00
1.11.2011, 13:37
Persien hat mit dem ... Iran ... gleichviel gemeinsam wie ... Azteken mit ... Südamerika

wohl weil die azteken in nordamerika lebten, oder?

include System.IO
 
00
6.11.2011, 12:18

Mittelamerika, etwas westlich der heutigen Kontinentalbrücke.

All Rites Reversed
11
27.10.2011, 16:35

Naja, nicht ganz zutreffender Vergleich, immerhin wird im Iran immer noch persisch gesprochen und nicht arabisch.

xx Hour1
41
25.10.2011, 11:36

die iraner entwicklen sehr gute spiel -Engine
das kann man natürlich über all verkaufen.

Spiele sind gute beschäftigungstherapie für arbeitslose Jugendliche

hagane
10
25.10.2011, 11:53
Spiele sind gute beschäftigungstherapie für arbeitslose Jugendliche

so wie jedes andere hobby

trollpower
03
25.10.2011, 12:28

nanana jetzt hör aber auf, wo kommen wir dahin wenn wir nicht alles auf Computerspiele schieben. Da müsste man ja sogar bald Eigenverantwortung ergreifen!

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