Grüne Ideen

Minister-Hearings für mehr direkte Demokratie

Max Daublebsky, 25. Oktober 2011, 13:02

Die Grünen verlangen eine stärkere Einbindung der Bürger im Kampf gegen die Politikverdrossenheit

"Die Politikverdrossenheit in Österreich ist leider enorm", konstatierte die grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig am Dienstagvormittag. Zum Anlass des bevorstehenden Nationalfeiertages hat sich also auch der linke Flügel der Opposition etwas überlegt, um das zu ändern. Man will "der Verdrossenheit mit Transparenz begegnen" und die Mitwirkung der Bürger im politischen Entscheidungsprozess stärken.

"Fachliche Kompetenz als Schutzschirm gegen Korruption"

Die Politikverdrossenheit der Österreicher sei meist Parteiverdrossenheit, bemühte Verfassungssprecherin Daniela Musiol einen bei Politikern in den letzten Wochen beliebten Stehsatz. Dabei spielen vor allem die Korruptionsskandale eine naturgemäß eher negative Rolle im Bewusstsein der Bevölkerung. Um solche in Zukunft zu verhindern, wollen die Grünen vor der Angelobung von Ministern Hearings nach dem Vorbild der Europäischen Union einführen. Bevor ein EU-Kommissar sein Amt antreten darf, muss er dem Europäischen Parlament Rede und Antwort stehen. Auch hierzulande soll der Nationalrat schon vor der Angelobung von Ministern in Form einer Anhörung über deren fachliche Kompetenz urteilen und abstimmen können. Nur wenn eine parlamentarische Mehrheit erreicht wird, könne das Ministeramt dann auch angetreten werden. So käme es laut Glawischnig einerseits zu einer dringend notwendigen Aufwertung des Parlaments und andererseits zu mehr Transparenz im Entscheidungsprozess. "Frischg'fangte" Regierungsmitglieder ohne Qualifikation solle es dann nicht mehr geben. "Fachliche Kompetenz ist auch ein Schutzschirm gegen Korruption", ist sich die Bundessprecherin außerdem sicher.

Ruf nach mehr direkter Demokratie in Österreich 

Wie auch schon von FPÖ und BZÖ gefordert, sollen Volksbegehren mit einer bestimmten Unterstützerzahl zu Volksabstimmungen führen. Allerdings ist man bei den Grünen der Meinung, von den anderen Oppositionsparteien seien in dieser Hinsicht keine brauchbaren Vorschläge eingebracht worden. Man wolle sich nicht auf absolute Zahlen festlegen, sondern direkte und repräsentative Demokratie verknüpfen, so Musiol. Vorstellbar wären etwa die Einführung einer vier-Prozent-Hürde (die Untergrenze für den Einzug in den Nationalrat) oder das Äquivalent zu den fünf Mandaten (ca. 195.000 Stimmen), die im Parlament dazu ausreichen, um einen Antrag einbringen zu können. Würde eine dieser Hürden in einem Volksbegehren erreicht, könnte laut den Plänen der Grünen eine verpflichtende Volksabstimmung folgen.

Auf keinen Fall sollten Volksbegehren und -abstimmungen aber zur Hetze gegen die EU missbraucht werden, wie dies von Seiten der FPÖ gewünscht werde. "Europäische Entscheidungen sollen auch in europaweiten Abstimmungen behandelt werden", so Glawischnig. "Es soll immer die jeweils betroffene Bevölkerung die Möglichkeit zur Abstimmung bekommen." Dazu zählen die Grünen auch Staatsbürger anderer Nationen mit Wohnsitz in Österreich.

Auch Abstimmung über bestehende Gesetze soll möglich sein

Weiters wünschen sich die Grünen laut Musiol die Möglichkeit von Vetoreferenden über gefasste Gesetzesbeschlüsse. Volksbegehren sollen sich auch auf Vollzugsakte (und damit auch auf Verordnungen) sowie auf die EU-Normsetzung auf Ratsebene beziehen dürfen. Für die Initiatoren soll es eine Kostenrückerstattung geben. Zusätzlich fordern sie, dass nicht nur der Nationalrat, sondern auch die Bürger eine Volksbefragung einleiten können. Die Teilnahme an
Volksbegehren und -befragungen soll auch per Brief und online möglich sein. (Max Daublebsky, derStandard.at, 25. 10. 2011)

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Posting 1 bis 25 von 88
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Aktive Arbeitslose
00
18.11.2011, 12:37
Scheinhearing

Ein Hearing, bei dem wieder nur die Parlamentarier Fragen stellen das bringt aber null Nüsse! Das bleibt ein Inzuchtverein, der mit dem Volk immer weniger gemein hat ...

Bergdolm
52
26.10.2011, 15:15
Die Grünen würden sich wundern

wenn es mehr direkte Demokratie - "Basisdemokratie" - in unserem Land gäbe.

Wobei "wundern" noch ein harmloses Wort wäre, aufgrund der "Entscheidungen" der Mehrheit der Österreicher.

Klar, wenn man gewisse Themen wie EU oder Minderheitenrechte ausklammert - aber wer bestimmt, über was abgestimmt werden darf und was nicht?

Solang Massenmedien im eigenen Interesse die Massen lenken können, ist "direkte Demokratie" suboptimal.

Abstimmung: Benzinpreis halbieren - weniger Steuern darauf.
Die Mehrheit wäre wohl dafür.
Eine Abstimmung für eine gesündere Umwelt mit weniger Verkehr wäre wohl auch mehrheitsfähig.

Selbst jede Art von Erbschafts- u. Vermögenssteuern würde "das Volk" mehrheitlich ablehnen.

frank franki
14
26.10.2011, 16:11

Wofür oder wogegen das Volk ist, überlassens bitte dem Volk.
Danke.

öl - ölölö
14
26.10.2011, 15:06
Die Grünen für mehr direkte Demokratie?!?!

Der war gut. Die Apparatschiks, die in der zweiten Reihe an den mageren grünen Futtertrögen hängen, haben den ÖsterreicherInnen nicht einmal die Gelegenheit gegeben, Voggenhuber bei der EU-Wahl eine Vorzugsstimme zu geben. Der grüne Parteiapparat wird sich auch in Zukunft nichts von der WählerInnen sagen lassen wollen.

Erwin Wolfram
01
26.10.2011, 14:43
...

laecherliches gefasel von korruptem pack

mens im dorf-bouillon
00
26.10.2011, 14:37

kaltblütig ertragen wir es noch
schau ma uns den u-ausschuss an

mens im dorf-bouillon
00
26.10.2011, 14:21

dieses eigennützige netz gehört ein für alle mal
gerecht aufgeklärt
wieviele mia wurden in den letzen jahren mir und uns vorenthalten?
wieviel bezahlten wir dadurch mehr an mieten
wieviel dadurch an steuern
wieviele mia sind dadurch dem bildungswesen entgangen
wieviele sind dadurch nicht dort , wo sie unbedingt hinwollten(wegen finanziellen engpass aus)
ein rattenschwanz , der sich aus der korruptheit ergibt

donna corleona
10
26.10.2011, 14:16
Reform der parlamentarischen Demokratie

Der Grüne Politiker Christoph Chorherr geht in seinem kürzlich erschienenen Buch noch weiter:
"Wenn wir eine wirklich handlungsfähige Regierung wollen, sollten wir eine Möglichkeit schaffen, diese auch direkt zu wählen... Wählen wir direkt eine echte Regierungs-Chefin, die sich dann ihre Minister sucht... In den USA gibt es einen Nobelpreisträger als Energieminister. Einfach, weil der Präsident daran interessiert ist, wiedergewählt zu werden und sich ein Team von Ministern sucht, von denen er annimmt, dass sie seine Ideen am besten umsetzen können...
"VERÄNDERT!" Über die Lust, Welt zu gestalten, (Verlag K&S) von Christoph Chorherr. Sehr spannend und wirklich empfehlenswert!

mens im dorf-bouillon
00
26.10.2011, 13:52

politikverdrossenheit kommt nicht von ungefähr

da wird ausgegliedert und mit menschen am schreibtisch jongliert
da werden rahmen geschaffen -mit personaleisparungen
da werden menschen regelrecht kaputt gespart
der rest muss ein arbeitspensum erfüllen , das mit zig-gleitstunden nicht zu erfüllen ist
da wird so ein druck gemacht , das es schon führungsunwürdig ist
und dann das

einer kriegt 2mio ,der andere 1,5mio …als abfertigung-obwohl eine niete gewesen
wo bleiben die , die noch da sind und ein unternehmen über wasser halten

gracilis
00
26.10.2011, 13:44
Politiker mit Fachkompetenz

"Auch hierzulande soll der Nationalrat schon vor der Angelobung von Ministern in Form einer Anhörung über deren fachliche Kompetenz urteilen und abstimmen können."
Klingt gut, woher aber all die fachlich Kompetenten
hernehmen ?? Welche Außenpolitische Kompetenz hat der Bundeskanzler?
Reicht die BWL Praxis einer Schottergrube für das Finanzressort ??
Der letzte "fachlich kompetente" Minister, der auch in der Privatwirtschaft eine Karriere hatte, war der KH Grasser - und dessen Taten werden verjähren ehe sie von der Justiz restlos aufgeklärt werden können.

Thomas Zehetbauer
 
03
26.10.2011, 13:41
Aktien als Vorbild

Wenn ich nur eine Aktie eines Unternehmens besitze, habe ich damit das Recht die Hauptversammlung zu besuchen und dem Management vor den versammelten Aktionären und dem Aufsichtsrat auch unangenehme Fragen zu stellen.

Als Bürger der Republik Österreich habe ich das Recht alle fünf Jahre mal mein Kreuzerl bei einer Partei zu machen. Damit wähle ich Abgeordnete, die wiederum Marionetten der Banken in die Regierung wählen und dann machen, was diese von ihnen verlangen.

Wohin das führt, sehen wir beispielweise an der Vorratsdatenspeicherung und am neuen Sicherheitspolizeigesetz.

Illusionist
00
26.10.2011, 13:29

direkte demokratie wäre zb. auch das einhalten der wahlversprechen !
oder keine abzugeben wenns ohnehin wacklig ist !

es würde schon reichen, klare bekentnisse abzugeben und nicht einen ständigen zick-zack-kurs zu wählen !

Snorre Snorrensen
00
26.10.2011, 15:02
... oder gleich von vornherein versprechen, alle wahlversprechen nicht zu halten

dieses unüberbietbar ehrliche wahlversprechen der "besten partei" hat eine mehrheit der reykijaviker_innen überzeugt.

die machthabenden parteien hingegen wollten nach einem beinahe-staatsbankrott noch immer weitermachen wie bisher.

die "beste partei" stellt nun den bürgermeister der isländischen hauptstadt und regiert erfrischend unkonventionell.

http://www.youtube.com/watch?v=xxBW4mPzv6E

pauline
01
26.10.2011, 13:20

Die Mitwirkung der Bürger im politischen Entscheidungsprozess stärken zu wollen, ist ein überlegenswerter Gedanke. Zuerst wünsche ich mir aber eine Mitwirkung der Politiker. Seit geraumer Zeit verweigern unsere Regierungsmitglieder die politische Arbeit. Da werden wichtige Themen zu Tode diskutiert, weil der siebente Zwerg von links noch einen Einwand hat, oder gar nicht erst angegriffen. Jedenfalls nicht ernsthaft - Verwaltungsreform nur ein Beispiel von vielen. Die vollmundig angekündigte Aufarbeitung der Korruptionsskandale beginnt einmal mit einer Streiterei, wer Vorsitzender sein/nicht sein darf; zur Ablenkung legt man ein zahnloses Lobbyistengesetz vor. Usw.
Noch immer bin ich nicht politikverdrossen, aber sehr politikerverdrossen.

Allah
00
26.10.2011, 12:52
Schön wärs,

doch zeigen diese tollpatschigen Versuche dem Volk den Maulkorb abzunehmen nur eines: pure politische Verzweiflung!

Stradivari
01
26.10.2011, 11:36
Wenn Hearings von Ministern gefordert werden, muss auch die Frage gestellt werden, ob wir einem Bundespräsidenten brauchen

Hearings der Minister gibt es derzeit deshalb nicht, weil die Minister vom Bundespräsidenten angelobt werden.

Es darf daher nicht nur bei einem Hearing im Parlament bleiben. Es soll konsequenterweise auch die Entscheidung über die Regierung durch das Parlament getroffen werden. Sonst verkommt ein solches Hearing zu einer Farce.

Die Funktion des Bundespräsidenten und Möchtegern-Franz-Joseph ist ohnehin verzichtbar.

Fahnenschwingen am Nationalfeiertag können ja zB Hermann Mayer, Christine Stürmer oder Ivica Vastic auch ganz gut.

Gäste empfangen, Soldaten salutieren lassen und Gesetze unterschreiben könnten abwechselnd auch per Los ermittelte Volksschulklassen übernehmen.

Das wäre erfrischend unverstaubt

Herzerzog Johann
00
26.10.2011, 15:49

Auch dann verkommt das Hearing zur Farce.
Letztlich kommt es doch wieder nur auf die Mehrheitsverhältnisse an, nicht auf das Ergebnis der Befragung.

gracilis
11
26.10.2011, 11:32
Ein zu zarter Ansatz für all die Missstände

Warum werden politisch Beschlüsse hinter verschlossenen Kabinettstüren beraten, unter Ausschluss der Öffentlichkeit? JEDE Entscheidung MUSS transparent sein, am besten live und online für den Bürger zu verfolgen, das ist effektive Korruptionprävention.
Was ist mit Volks"begehren" und "Petitionen"?
Die Begriffe implizieren die Bitte eines unmündigen Volkes an seine allmächtigen "RepräsenTanten".

#OCCUPY the WORLD, wenn das Volk etwas WILL, so wird es in einer echten Demokratie auch GESCHEHEN.

Herzerzog Johann
00
26.10.2011, 15:55
Völlig lebensfremd.

Die optimale Augenzahl für das Aushandeln von Kompromissen war und ist immer Vier. Öffentliche Verhandlungen werden für das Publikum durchgeführt, für wirkliche Sacharbeit sind sie vollkommen ungeeignet.

gütenand der fertige
20
26.10.2011, 12:36
Gesetze werden im Parlament verabschiedet.

Und die Parlamentssitzungen dazu sind öffentlich. Gesetzesvorlagen kann man auf der Parlaments-Website einsehen.

Nichts, was im Ministerrat "beschlossen" wird, hat Gesetzeskraft.

Ein wenig BEMÜHEN muß man sich halt schon, wenn man informiert sein will.

Thomas Zehetbauer
 
00
26.10.2011, 13:44

Parlamentssitzungen sind öffentlich aber uninteressant, weil die wirklich wichtigen Diskussionen schon vorher hinter verschlossenen Türen in im Ausschuss oder der Parteizentrale stattgefunden haben. Was im Plenum diskutiert wird ist nur noch Show und hat auf das Abstimmverhalten keinen Einfluss.

Ent-täuscher
00
26.10.2011, 11:21
Hearing-Vorschlag wird unterstützt,

es wäre jedoch blauäugig zu glauben, dadurch Korruption zu verhindern.
Beispiel: KHG wäre als strahlender Sieger vom Platz gegangen, D.Bures hingegen ziemlich vernichtet worden.
So einfach ist eben Demokrie nicht!

wellenschreiber
00
26.10.2011, 11:03
2 Vorschläge

1. Lasst im Parlament nur noch geheim abstimmen, damit das freie Mandat der Abgeordneten endlich Realität wird und der Clubzwang aufhört.

2. Lasst uns die Regierung in einer separaten Wahl selbst bestimmen, damit diese glücklosen Koalitionen endlich ein Ende haben.

Roter Baron
03
26.10.2011, 09:52
illusion

hier schaffen es die parteien doch nicht mal wahlplattformnen zu bilden, so dass ein wähler wüßte, welche koalition nachher regieren würde
(das trifft alle auch die grünen !).
hier wird geutschelt, gemauschelt und hinter den kulissen gepackelt, das ist die realität.

roter baron

edurkheim
22
26.10.2011, 09:23
Die Grünen drucken schon wieder heurm, weil sie direkte Demokratie nur so lange haben wollen so lange das Volks stimmt wie sie meinen

Aber liebe Grüne das ist keine direkte Demokratie.

Und die einzige direkte Demokratie die bisher funktioniert ist eben die nach Schweizer-Modell bei der das Volk mit einer bestimmten Unterschriftenanzahle eine VERBINDLICHE allgemeine Volksabstimmung (über Gesetzte im Rahmen der Verfassung) ERZWINGEN kann.

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