Update

Linux Kernel 3.1 veröffentlicht

Andreas Proschofsky, 25. Oktober 2011, 09:32

Bringt erweiterten Support für Nvidia-Karten, bessere Virtualiserungs-Unterstützung und neues NFC-Subsystem

Einen ungewöhnlich ausgedehnten Entwicklungs-Zeitraum hat sich das Linux-Kernel-Projekt für die aktuelle Version der eigenen Software gegönnt, Ursache dafür sind allerdings keineswegs irgendwelchen schwerwiegenden Probleme bei der Stabilisierung der Software sondern äußere Faktoren: Ein Einbruch auf den Servern von kernel.org machte zahlreiche Aufräumarbeiten nötig, und hatte somit auch die Verzögerung der Entwicklung um mehrere Wochen zur Folge. Nun ist es allerdings soweit: Mit Kernel 3.1 hat Maintainer Linus Torvalds ein neues Update veröffentlicht, das die Entwicklungen der letzten drei Monate zusammenführt, und so wieder so manch signifikante Neuerung mit sich bringt.

Grafik

Zu den Highlights gehört einmal mehr die Ausweitung des Supports für Nvidia-Grafikkarten mit dem freien Nouveau-Treiber - bzw. dessen DRM-Teil im Kernel. So bekommen nun auch zahlreiche aktuelle Karten der GeForce 400 und 500-Reihen 3D-Support. Die gewohnte Mischung aus diversen Neuerungen gibt es bei den Intel-Grafiktreibern, darunter auch wieder welche, die versprechen die Performance zu verbessern. Ein Sorgenkind bleibt allerdings der "RC6"-Support, da die Stromspartechnik von Intel auf manchen Systemen zu Stabilitätsproblemen führt, hat man sie auch im aktuellen Zyklus wieder nicht aktiviert.

Sorgenkind RC6

Wer experimentierfreudig ist, kann dem Kernel beim Start den Parameter "i915.i915_enable_rc6=1" übergeben, um die Stromsparfunktion manuell zu aktivieren. Auf dem Laptop des Autors (Thinkpad X220) erlaubt dies eine um rund ein Viertel länger Nutzung des Geräts, das Potential dieser Lösung ist also durchaus nachhaltig. Unterdessen hofft man bei Intel die Technik schon bald von Haus aus aktivieren zu können, um dies zu ermöglichen hat man in den letzten Monaten umfangreiche Tests vorgenommen.

Virtuell

Die Virtualisierungslösung KVM erlaubt nun auch auf Intel-Systemen "verschachtelte" Virtualisierung, also das Starten von Gastsystemen aus einem anderen Gastsystem heraus, dieser Trick war bislang AMD-CPUs vorbehalten. Bei der direkten Alternative Xen gibt es ein neues PCI-Backend zu berichten, mit dem PCI/PCIe-Geräte an das Gastsystem weiter gereicht werden können. Ganz neu im Kernel ist die Aufnahme eines Subsystems für Near-Field-Communication (NFC), die Technologie zur drahtlosen Datenübertragung erfreut sich derzeit vor allem im mobilen Bereich rasch wachsender Beliebtheit.

Dateisysteme

Einen weiteren Performanceschub verspricht man für das seit langem als "Next-Generation-Dateisystem" vorgesehene btrfs, dies durch Modifikationen an den Locking-Mechanismen. Das klassische ext3 wird hingegen ein Stück langsamer, dies aber aus durchaus nachvollziehbaren Gründen, durch die Nutzung von Schreibbarrieren soll die Datensicherheit verbessert werden. Eine analoge Änderung hatte man zuvor schon an ext4 vorgenommen.

Download

Der Kernel 3.1 kann wie gewohnt kostenlos in Form des Source Codes von der Seite des Projekts heruntergeladen werden. Die neue Version wird schon bald in diverse Distributionen einfließen, etwa die Basis des kommenden Fedora 16 bilden. (apo, derStandard.at, 25.10.11)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2
Daniel Bell
00
28.10.2011, 18:30
Fedora 16 mit Kernel 3.1 ??

Kann das sein ?
24.10 war doch "compose final RC".

Linek Karl
 
05
26.10.2011, 14:05
Off topic, aber wo soll ich es sonst posten?

Desktops, Kernel, Distris - es gibt fast keine anderen Themen unter Linux. Man freut sich schon richtig, wenn es einmal um Libre Office geht.

Warum nicht auch einmal über Programme, die unter Linux laufen. Warum nicht einmal über LaTeX, LyX und Co? Warum nicht einmal über Gimp, Scribus oder eines der vielen Programme?

Meines Erachtens hätte z.B. LyX erwähnt werden können als die neue Version 2.0 erschienen ist. Während von Ubuntu, Apple und Microsoft jeder Rülpser seitenweise Kommentare nach sich zieht, wird hier nicht einmal eine Hauptversion beachtet.

Der eBook-Reader Markt ist wichtig, weil umsatzbringend, die Technologie ist mitten im Umbruch, aber der Standard berichtet nur in Fußnoten darüber.

franz der freie
 
00
25.10.2011, 13:52
leider werden ati graphikkarten nur unzureichend unterstützt.

der verwendete nichtproprietäre treiber ist ein albtraum und führt zu zahlreichen problemen. ohne diesen ist das system kaum mehr verwendbar, leider.

Die kritische Stimme
00
26.10.2011, 19:44
Bei mir ist es umgekehrt

Gut, der Notebook ist jetzt 2,5 Jahre alt, der Grafikchip (HD 3670) vielleicht 3. Trotzdem waren die freien Treiber (Umstieg mit Ubuntu 10.04, weil ab da 3D-Unterstützung) eine solche Erleichterung!

Ich habe nämlich auch geglaubt, AMD kann es selbst besser und mit mich dem fglrx und Workarounds und einem Patch ein Jahr lang "gefrettet". Die freien Treiber funktionieren um Hausecken besser, brauchen um drei Viertel weniger RAM und deutlich weniger Strom! (Ich habe mit dem fglrx 14 verschiedene Fehler gezählt, bis hin zum gelegentlichen Bildschirm-Totalabsturz.)

BlackAdder
10
25.10.2011, 20:46

ati graphikkarten an sich sind ein albtraum ...

Wennso Weitergeht...
00
26.10.2011, 11:27
Die Karten an sich sind ja vielleicht ganz OK

aber die Treiber, zumindest auf Linux-Seite sind eine Katastrophe. Und wenn man sich auf Spieleentwicklerseiten umsieht, dann merkt man, dass OpenGL- und DirectX-Spezifikationen bei der Treiberprogrammierung bei ATI/AMD eine eher untergeordnete Rolle spielen dürften.
^^

Roy Batty
01
25.10.2011, 15:33

Da kann man sich wohl nur bei ATI bedanken, nicht?

Freund der schönen Künste
133
25.10.2011, 12:56
diese Nachricht ist ärger als Rohypnol

...schnarrch...bssss...

Doppelgänger von Johannes Heesters
00
26.10.2011, 11:04
die Anzahl der Kommentare hier spricht für sich

interessiert niemanden

der Pinguin
 
12
25.10.2011, 22:30
der nächste apple

artikel kommt bestimmt, und dann darfst dich auch wieder in die schlacht begeben. *tätschel*

Flip der Grashüpfer
01
25.10.2011, 15:36
ich bin bereits ins koma gefallen

solche meldungen sind ja direkt "sterbehilfe"

hsse_robsi
31
25.10.2011, 14:38

dann bleib bei deinen künsten, geh in eine blöde gallerie und lass die techniker in ruhe ;)

mukl
10
25.10.2011, 14:00

kann ja nicht immer nur um "wichtige" dinge wie android vs apple gehen.

JamesMoriartie
00
25.10.2011, 10:37

Mal ne Frage - hab ein HTPC System, bei dem stromsparen und die effiziente Nutzung des Grafikchips ja schon zwei wichtige Faktoren sind.

System ist ein Sandy Bridge Core i3, als Grafikchip kommt der integrierte Intel Chip zum Einsatz (für HD dekodieren reicht der vollkommen)

Distri ist Ubuntu 11.10 Software XBMC.
Ist rc6 auch für Desktopsysteme intressant? Wenn ja wie aktualisiere ich den Kernel und häng den Startparameter dran? Bzw lohnt es sich überhaupt? Gibts sonstige Tips für ein solches HTPC System?

Wäre dankbar für ein par community inputs :)

(Ich bin kein totaler Linux vollnoob aber wirklich erfahren auch nicht)

dasGrausen
00
26.10.2011, 02:27

Du kannst auch im Ubuntu Kernel (3.0.0.12?) RC6 probieren.

Weiss zwar grad nicht, welches Programm gscheit ist zum testen, obs was bringt, aber eventuell "Powertop" (das ist insgesamt nützlich).

Hier findest den Absatz, wie du die bootoption (temporär) einfügen kannst: http://wiki.ubuntuusers.de/booten#Grub-2

Nomen est Omen
00
27.10.2011, 15:40

Grundsätzlich ist das nicht zu empfehlen, aber wenn unbedingt willst :)

- Kernel: vom mainline ppa installieren
- xorg & xorg-video-intel: xorg-edgers ppa

Dann kannst du entweder die von apo beschriebenen grub parameter an die bootline hängen (bzw. im /etc/default/grub in der passage GRUB_CMDLINE_DEFAULT anhängen) oder module load parameter für snd_hda_intel in einem conf file übergeben, was ich eleganter finde.

entity13
00
25.10.2011, 11:43

Ich würde mal vermuten, daß man auch am Desktop Strom sparen kann (ist ja immerhin nicht gratis), es im Zeifelsfall aber wahrscheinlich nicht wert ist, ein instabiles System zu riskieren. Außerdem steht der Aufwand den Kernel in eine bestehende Distribution zu integrieren (und der zusätzlichen "Nebenwirkungen") wahrscheinlich auch nicht für die Ersparnis.
Außerdem wird sich diese Änderung wahrscheinlich eh' bald in den großen Distributionen wiederfinden .. dann reicht ein simples Hinzufügen des Boot-Parameters in Grub.

flexible
00
25.10.2011, 10:32

ich bin übrigens von nouveau sehr begeistert.. habe bei 11.10 bis jetzt noch kein bedürfnis verspürt den original nvidia treiber zu installieren.. 3D out of the box und auf meiner 8800gts super flüssig (ich spiele allerdings nicht auf meinem pc und benötige 3D nur für die desktop effekte)

DatCat
 
00
25.10.2011, 10:04
Hmmm...

machts jetzt sinn dass ich Windows auf Linux virtualisiere, damit ich spielen kann? oder gibts da noch immer hardwareprobleme?

bin gamer aber mich würd linux schon reizen...

/dev/stderr
00
26.10.2011, 19:32

Es kommt ganz auf die Spiele an, so habe ich zB WoW vor Jahren nur unter Wine, also nativ unter Linux, gezockt. Einfach unter http://www.winehq.org/ nachsehen welche Spiele unterstützt werden bzw Crossover kaufen (http://www.codeweavers.com/), welches die kommerzialisierte Version von Wine ist, da kommt der Support gleich mit iirc.

Cyborg78sbg
00
25.10.2011, 14:09

Also wenn du dich darauf beziehst, weil nun die Unterstützung für Virtualisierungen verbessert wurde im neuen Kernel, dann vergiss es. Hat weniger damit zu tun, dass du nun besser spielen kannst. Das ganze betrifft viel mehr die Unterstützung der CPUs.
Viel mehr hängt es von der SW ab ob das funktioniert, und derzeit ist mir nur ein Programm bekannt (vmware), welches so halbwegs 3D Spiele unterstützt.

Was aber schon sehr gut funktioniert, teils besser, teils schlechter, ist "wine".
Also da bekommst du oftmals schon echt gute Ergebnisse. Angefangen von uralt Spielen wie "Gothic", über neuerer wie "Surpreme Commander", "UT3" bis hin zu ganz den neuen wie "Rage". Und da ist dann oftmals echt kein unterschied zu Windows zu bemerken.

motd
00
25.10.2011, 13:39
Du wirst mit einem virtualisierten Windows nicht viel spielen können.

Directx9 sollt mit Vmware Workstaion gehen (Performance - vergiss es)
Dualboot und gut ists
Aber wennst Linux mal ausprobieren möchtest, mach das halt virtuell ;-)

LuFi
01
25.10.2011, 10:08

einfach und leistungstechnisch besser: windows auf einer zweiten partition. virtualisiert unter linux, hast du einfach einige prozent weniger leistung.

JamesMoriartie
00
25.10.2011, 10:30

was heist "einige Prozent" - grafiklastige Spiele, auch wenn schon ein par Jahre alt, werden in einer virtuellen Maschine wohl kaum laufen. Oder hab ich da einen Durchbruch verpasst?

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