Alpenvereine laufen Sturm

Südtirol gibt grünes Licht für heftig kritisierten Brenner-Windpark

24. Oktober 2011, 19:54

Entscheidung für Windpark sei nicht nachvollziehbar, Landschaft werde verunstaltet

Bozen - Im Fall des geplanten und heftig kritisierten Windparks am Brenner hat die Südtiroler Landesregierung am Montag grünes Licht gegeben - allerdings für eine abgespeckte Version. Laut Landeshauptmann Luis Durnwalder dürfen es nur mehr 19 Windräder sein, teilte er bei der Pressekonferenz nach der Regierungssitzung in Bozen mit. Vorgesehen waren ursprünglich 22 Windräder.

Durnwalder verwies darauf, dass dies ein Kompromiss zwischen der Notwendigkeit von Anlagen zur Produktion von Alternativenergie und dem Landschaftsschutz sei. Mit der neuen Anlage könnten 100 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich erzeugt werden. Dies sei vergleichbar mit dem Strombedarf des Wipptals.

Voraussetzung für die Realisierung seien allerdings einige Auflagen. So forderte die Landesregierung einen ökologischen Begleitbericht und einen Radar für den Vogelschutz. Damit soll der Flugverkehr der Vögel rechtzeitig erfasst und die Anlagen im Notfall abgeschaltet werden. Zudem dürfe es laut Landeshauptmann nur mehr eine Zufahrt zum Windpark geben.

Alpenvereine fürchten erhebliche Auswirkungen

Heftige Kritik haben die Alpenvereine aus Südtirol (AVS) und Österreich (OeAV) an dem positiven Bescheid der Südtiroler Landesregierung für den Windpark am Sattelberg am Brenner am Montag geübt. Die Entscheidung sei nicht nachvollziehbar, zumal der UVP-Beirat dermaßen erhebliche Auswirkungen auf Natur und Landschaft angekündigt habe, hieß es in einer Aussendung. Die Vereine fürchteten die Verunstaltung der Landschaft und die Vergrämung der Fauna.

"Es ist eine Entscheidung im Sinne unserer schönen Bergheimat zu treffen und die geplanten Anlagen auch im Sinne des negativen UVP-Gutachtens abzulehnen", hatte Georg Simeoni, AVS-Vorsitzender, noch vor der Regierungssitzung an die Politiker appelliert und auf die bereits geopferte Natur verwiesen. Trotz der Reduktion von 22 auf 19 Windräder würden die negativen Umweltauswirkungen rund um das Projekt "Sattelberg" erhalten bleiben. Die Zufahrtsstraße werde kilometerweise massiv ausgebaut bzw. neu gebaut, eine Hochspannungsleitung und weitere Infrastrukturanlagen müssten errichtet werden, hieß es vonseiten des AVS.

Alles tun, um Projekt zu verhindern

Gemeinsam mit dem OeAV und mit der Unterstützung der Partnervereine und -organisationen werde man mögliche rechtliche Schritte abwägen, um die Umsetzung des Projekts zu verhindern, kündigte der Alpenverein Südtirol an.

Negativ äußerten sich auch die Südtiroler Freiheitlichen. "Nun hat die Landesregierung also grünes Licht für einen großen Windpark am Brenner gegeben und somit dem Profit für Wenige dem Erhalt der Landschaft den Vortritt gegeben", meinte der Südtiroler FP-LAbg. Sigmar Stocker in einer Aussendung. Man habe das negative Urteil des Landesumweltbeirates vom 24. August nicht berücksichtigt. "Südtirol ist zu schön für Windräder und kann auf andere Prioritäten in der Energieproduktion setzen", fügte er hinzu. Berge und Täler seien seiner Meinung nach für Windräder nicht geeignet. (APA)

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DerSepp
00
27.10.2011, 12:09
"Equal energy hour"

In jedem Land wird der Strom abgedreht, sobald alle selbst erzeugten Megawattstunden verbraucht sind.

Das dürft in Ö ungefähr um 16 Uhr herum erfolgen.
(Da sind die ganzen projektierten Elektroautos noch gar nicht dabei.)

Viel Spaß beim Candle light dinner!

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%... merzeugung

In Ö werden ca. 2/3 des ben. Stroms aus Wasserkraft und erneuerbaren Energieträgen erzeugt. alles andere wird importiert.

think-nordic
00
26.10.2011, 03:24
Verschwindende Gletscher sind wohl ein größeres Problem.

nix fir unguad
40
25.10.2011, 17:42
Hoffentlich erinnern sich die (Süd)Tiroler an ihre alten Traditionen

Was in den 60er Jahren möglich war sollte erst recht heute möglich sein. Und das Problem ist gelöst.

a b1
00
25.10.2011, 19:48
Naja

Meinen Namensvetter da unten hat ja schon der italienische Geheimdienst abgeknallt. Der Täter wurde ja erst kürzlich in England freigelassen, bevor er ausgeliefert werden konnte. Wer soll die Tradition also fortführen?

Und ich geh' jetzt sicher nicht "nach Hause" zündeln ;-) will ja dort noch bergsteigen gehen.

eolith421
00
25.10.2011, 15:29

Der westliche Berghang vom Brenner bis Gossensass war während der Weltkriege eine wichtige Front dementsprechend gibt es dort eine Reihe von alten Militärgebäuden und alte Militärstraßen. Allerdings sind die meisten wie auch die Straßen selber völlig verfallen und ein absolutes Traumgebiet zum wandern und Radfahren. Auch hört und sieht man dort keine Autobahn, keine Eisenbahn und auch keine Stromleitungen. Das viele Menschen gegen dieses Projekt sind liegt vor allem darin, dass Tirol nur mehr sehr wenig unverbaute Natur hat und durch den Transit ohnehin schon genug leidet. Hier hinkt ein Vergleich mit Ostösterreich da ihr dort sehr viel mehr Platz habt.

eolith421
00
25.10.2011, 15:32
Teil 2

Jedesmal wenn ich dort beruflich zutun habe genieße ich es, dass es dort wirklich noch Straßen gibt auf denen man einmal 20-39 Minuten fahren kann ohne das einem ein Auto entgegenkommt, oder man an irgendeinem Gebäude vorbeikommt. So etwas findet man in Tirol nirgends. Das klingt vielleicht egozentrisch, aber in diesem Fall bin ich auch der Ansicht, dass für Windparks in Tirol einfach kein Platz ist.

Aluc4rd
01
26.10.2011, 13:02

Also wenn die Tiroler die Berge mit Schiliften zubauen können (und optisch versauen ) sollten die paar windradln nix machen.
Es wird eh schon überlegt schigebiete Rückzubauen welche nciht profitabel sind auf grund schneemangels etc.
Dann wär auch Platz für Wind KWs.

der wok
02
25.10.2011, 13:27
Südtirol ist zu schön für Windräder und kann auf andere Prioritäten in der Energieproduktion setzen

also wenn ich das richtig verstehe wollen diese leute trotzdem strom. aber keine windräder. die sind ja hässlich. wahrscheinlich auch keine solaranlagen. sind ja auch nicht schön....

atomkraftwerke fügen sich in unserer landschaft ja wirklich sehr hübsch ein...

erst denken - dann sprechen....

Porqué no te callas?
01
25.10.2011, 13:11

"So forderte die Landesregierung einen ökologischen Begleitbericht und einen Radar für den Vogelschutz. Damit soll der Flugverkehr der Vögel rechtzeitig erfasst und die Anlagen im Notfall abgeschaltet werden" - was erfasst so ein radar? jeden einzelnen vogel? oder nur große schwärme? aber die zugvögel fliegen nicht in schwärmen. schnapsidee.

im südtiroler unterland zw bozen und trento weht jeden tag sehr starker wind. dort wär so ein projekt sinnvoller. aber das geht ja nicht, weil der gute luis schon vor langem erklärt hat dass südtirol "windradfrei" bleibt.

voc-monkey
00
25.10.2011, 12:51
Frage 4 hab ich vergessen!!

Brauchen Alpenvereine Strom?

voc-monkey
10
25.10.2011, 12:51
?

Frage eins: Wieviele Vögel werden täglich von Autos überfahren? (Auch die Alpenverreinsmitglieder fahren Auto!)
Frage zwei: Welche, Zitat:"andere Prioritäten in der Energieproduktion" gibt es denn noch in Südtirol bei dessen Errichtung NIEMAND dagegen Sturm rennt und die Gerichte bemüht um es zu verhinden?
Frage drei: Sind Vögel wirklich so dumm, das sie nicht irgendwann kapieren das sie zu dem drehendem Ding nicht hinfliegen dürfen?

Porqué no te callas?
10
25.10.2011, 13:14

ad f1: was glaubst du denn wieviele vögel von autos überfahren werden? (unsinn)

ad f2: wasserkraft, sonnenenergie, biomasse, etc. geben würds viel. warum man sich auf ein derart dummes projekt versteift hat politische gründe.

ad f3: also diese frage ist jetzt wirklich dumm.

SagServus
00
25.10.2011, 16:48

Genau, Wasserkraft.

Wo der erste Grünling sofort wegen den Fischen schreit.

Biomasse? Sinds leicht wo angrennt das ma schon Nahrung für die Stomerzeugung verbrauchen?

Kayjay _
00
25.10.2011, 12:34

vogelradar?
ich dachte die Vögel sind sehr schwer zu orten mit einem radar, oder werden da die voegelbeobachter technisiert, damit es besser klingt?

Zinnmo
 
00
25.10.2011, 12:44

Das ist u.a. eine Frage der verwendeten Frequenzen. Es gibt ja auch Regenradar.

vi-de dot com
 
11
25.10.2011, 11:47
die quote punkto vogelschlag

liegt in deutschland bei 2 bis 3 vögel pro anlage und jahr. in worten: zwei bis drei vögel pro jahr.

wer das als drama empfindet hat nicht wirklich einen bezug zur realität: jeden tag sterben mindestens drei spezies vollständig aus. das sollte uns eher zu denken geben.

silverado1
40
25.10.2011, 13:21

wie kommen denn diese zahlen zustande?
selbst beobachtet von wien aus?

aber ihr posting reiht sich nahtlos in die riege der undifferenzierten wortmeldungen ein - insofern sind sie wenn nicht in guter so wenigstens in großer gesellschaft

silverado1
00
25.10.2011, 15:42

falls die hier gemeint ist
http://bergenhusen.nabu.de/download/... richt1.pdf

die is aus 2006 - die zeit is auch nicht stehengeblieben

das teil zu lesen bevor man sich darauf beruft wär auch nicht verkehrt - von einem "eh nicht so schlimm"-ergebnis kann man wohl nicht sprechen

kleines zitat passend zum thema "Aus den Voruntersuchungen war jedoch bereits bekannt, dass die Vogelschlagrate an bestimmten Standorten - kahle Gebirgsrücken und Gewässer - deutlich höher lag als an anderen Orten." (seite 16)

vi-de dot com
 
01
25.10.2011, 14:59
folgt einer studie

von hermann hötker

(Michael-Otto-Institut im Naturschutzbund Deutschland.)

aber mir ist klar dass bei sowas fakten eher uninteressant sind ... hier gehts um öffentliche meinung und befindlichkeiten ... von den studien die besagen dass einige arten von windparks profitieren fang ich daher nichtmal an ... sonst unterstellt man mir noch unreflektierte raubvogelfeindlichkeit ;)

Porqué no te callas?
01
25.10.2011, 13:15

quelle für diese "quote"?

über den brenner/sattelberg fliegen jährlich 1 million zugvögel.

vi-de dot com
 
00
25.10.2011, 15:08
und zugvögel fliegen

im schnitt sehr sehr viel höher als windkrafträder reichen, oder? 3000 m der mauersegler, oder 9 000m die gans ... beim vorbeifliegen ist so ein windrad kein echtes problem. die quelle der quote ist ein bericht von hermann hötker. die quote lässt eine statistische ungenauigkeit zu, gibt aber eine idee zur grössenordnung ... es ist also nicht so dass windräder am tag hundert vögel abmurksen .. so wie es gern dargestellt wird.

Dyrn
04
25.10.2011, 10:44

Frei nach dem Motto: Energiewende ja bitte und unbedingt, aber doch nicht auf Kosten der Wanderer. ("Die Wanderer! Kann auch mal wer an die armen Wanderer denken!")

01052004
21
25.10.2011, 14:23
wie sowas aussieht:

schauen sie in den osten österreichs: da klebt ein windrad am nächsten und es sollen noch viel viel mehr werden und immer höhere (derzeit sind knapp 200 meter hohe trümmer in der uvp)

...angeblich um "energieautark" zu werden. faktisch aber: um stromkonzerne noch reicher zu machen.

SagServus
03
25.10.2011, 14:32

Sie werden auch noch draufkommen das Strom nicht nur aus Steckdose kommt.

Zinnmo
 
13
25.10.2011, 10:43
Am Brenner ist es völlig egal

Da rauscht die Autobahn durch, der Zug... Das Tal ist schon längst geopfert. Da machen ein paar Windräder keinen Unterschied.

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