Aufsichtsräte: Nur ein Drittel fühlt sich korrekt entlohnt

25. Oktober 2011, 10:37

Risiken und Arbeitsbereiche vielfältig - Österreicher sehr gut informiert

Wien - Nur ein Drittel der österreichischen Aufsichtsräte fühlt sich für seine Arbeit ausreichend entlohnt. Angesichts der hohen Haftungsrisiken, öffentlicher Kritik und immer strengeren Regulatorien sei dieser Unmut auch verständlich, glaubt Michael Schober, Partner bei Deloitte Österreich. 77 Prozent der heimischen Aufsichtsräte fühlen sich bestens über unternehmensrelevante Risiken informiert. Im internationalen Vergleich schneiden sie damit hervorragend ab, denn dort stimmen nur 34 Prozent mit dieser Aussage überein. Das ergab eine internationale Studie, wie das Beratungsunternehmens Deloitte am Montag mitteilte.

Bei der Bezahlung ist "Österreich im internationalen Vergleich klares Schlusslicht", so Schober. Er sieht großen Handlungsbedarf. "Für die Zukunft sehe ich eine klare Professionalisierung des Aufsichtsrates mit begrenzten Mandaten, dafür muss es dann aber auch eine adäquate Entlohnung geben."

Im Bereich "Nachfolge" schneidet Österreich eher schlecht ab. Nur 32 Prozent der heimischen Aufsichtsräte verfügen laut Studie über einen Nachfolgeplan für Vorstände, international sind es 46 Prozent. Nur 18 Prozent geben an, sich damit auseinanderzusetzen, wer ihnen selbst einmal nachfolgen soll. 61 Prozent der österreichischen Aufsichtsräte halten den Auswahlprozess von Aufsichtsratsmitgliedern für verbesserungswürdig. Die Prozesse werden auch als wenig transparent bezeichnet.

Die Abweichungen zwischen den heimischen und den internationalen Ergebnissen sind teilweise sehr groß. Für Schober liegt das auch am unterschiedlichen Anforderungsprofil: "Im Österreich sind die Aufsicht und der Rat Hauptaufgabe des Aufsichtsrates, während es sich bei Directors in anderen Ländern um Non-Executives, also Mitarbeiter eines Unternehmens handelt." Auch seien in Österreich eher Existenzsicherung des Unternehmens und das Kapitalmanagement an der Tagesordnung, während international die Themen Performance und Wachstum eine viel größere Rolle spielen. (APA)

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12 Postings
carbonara
00
2.11.2011, 16:59
Haftungsrisiken, wie bitte ?

Die stehen wohl auf dem Papier, bei der üblichen "Verhaberung" ist kaum eine Strafe zu befürchten.

B.P.
00
31.10.2011, 23:42
die armen Aufsichtsräte...

... so schlecht bezahlt...
dann machts den Job halt nicht... wenn euch zu wenig ist was ihr bekommt... Mit Ruhm habts euch übrigens auch nicht bekleckert in letzter Zeit (Flughafen, Telekom...)... also am besten einfach g'stad sei...

Alpha Centaurus
00
27.10.2011, 22:49
Risiken eines Aufsichtsrates...

Haftpflichtversicherung

Jeder Aufsichtsrat sollte eine Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung abschließen. Die Kosten muss die Gesellschaft tragen.

Muss man mehr dazu sagen?

der ganz andere
00
27.10.2011, 08:48
Das nennt man dann wohl "Jammern auf hohem Niveau"

Europa geht pleite, wer geht mit?
 
01
27.10.2011, 08:37
Warum unterschreibt ihr solche Dienstverträge, wenn sie euch nicht passen?

Sabine Werner
01
26.10.2011, 11:30

kann ich gut nachvollziehen, die armen unterbezahlten vorstände, und die miesen kleinen fett bezahlten arbeiter. da muß man ja einen frust kriegen, wenn man sich den 7. elfenbeinrückenkratzer nicht mehr leisten kann..........
wenn man die aufsicht führt, keinerlei risiko hat - sche.ßegal welche fehlentscheidungen man trifft - ja da kann man schon jammern. am besten man läßt unter den arbeitern in den fabriken den hut rumgehen, damit ein bißchen kies zusammenkommt um es an die wahren bedürftigen weiterzureichen............

Sarang He
03
25.10.2011, 21:46
im Gegensatz dazu "fühlen" sich die meisten Arbeitnehmer nicht nur nicht korrekt entlohnt

sondern sie werden es auch in der faktischen Realität.

gnadevorrecht
06
25.10.2011, 20:23
"Aufsichtsräte: Nur ein Drittel fühlt sich korrekt entlohnt":

Unlängst in einer Hauptversammlung einer börsenotierten AG:

AR: "Ich möchte endlich nach Leistung bezahlt werden."
Antwort des Vorstands: "Aber Herr Kommerzialrat, wir können Sie doch nicht verhungern lassen!"

01052004
06
25.10.2011, 15:19

auch die meisten "normalen" arbeitnehmer fühlen sich nicht korrekt entlohnt, nicht korrekt behandelt, nicht korrekt gefördert, nicht korrekt befördert...

gerhard aigner
04
25.10.2011, 14:25
"hohen Haftungsrisiken"

ja, klar....

locken
01
25.10.2011, 11:48
Wo ist meine Leistung und Haftung ?

Schwedenbombe
 
04
25.10.2011, 11:41
analog

dazu meine Gegenhypothese: Nur ein Drittel der Aufsichtsratsposten sind adäquat besetzt...

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