NADA-Verfahren

Dinko Jukic schwimmt frei

25. Oktober 2011, 15:59
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    foto: apa/ hochmuth

    Dinko Jukic war nach dem Freispruch erleichtert. "Ich war mir nie einer Schuld bewusst."

Im Dopingfall Dinko Jukic fällte die Rechtskommission der Nationalen Anti-Doping Agentur nach fünf Monaten ein Urteil. Der Schwimmer hatte zwei Dopingverstöße begangen. Konsequenz: Keine Sanktionen, keine Sperre

Wien - "Ich war mir immer sicher, dass es kein Verschulden gab" , sagte Dinko Jukic nach seinem Freispruch im Doping-Prozess. "Es hat sich das bestätigt, was der Schwimmverband und ich immer berichtet haben. Für mich gilt nicht die Unschuldsvermutung, sondern die Unschuld."

Am Montagabend bestätigte die Rechtskommission der Nationalen Anti-Doping Agentur (Nada) in ihrem Urteilsspruch, dass Jukic zwar gegen zwei Bestimmungen des Welt-Anti-Doping-Codes verstoßen hat. Jukic hat den vereinbarten Zeitpunkt eines Tests nicht eingehalten und an der Durchführung des Tests nicht mitgewirkt. Mangels Verschulden sei er aber freizusprechen. "Der Beschuldigte hat Glück gehabt" , sagte Nada-Rechtsvertreter Gernot Schaar. Im Klartext heißt das Urteil auch, dass sowohl Jukic als auch die Nada fein heraus sind.

Der Eiertanz um den verweigerten Dopingtest des 22-jährigen Wieners wird seit genau fünf Monaten aufgeführt. Am 24. Mai soll Jukic Kontrolloren der Nada im Rahmen einer Trainingseinheit im Wiener Stadionbad eine sofortige Blutprobe verweigert haben. Der Schwimmer rechtfertigte sein Handeln mit mangelhaften sanitären Bedingungen im Bad.

Weil die Verweigerung eines Bluttests - ähnlich wie bei einer Alkoholprobe - als positiver Test gewertet wird, leitete die Nada ein Verfahren ein. Am Montag wurde im Wiener Nada-Büro bereits der dritte Verhandlungstag geführt.

Zuvor musste das Verfahren vor der Rechtskommission unter dem Vorsitz von Schaar schon zweimal vertagt werden. Am 2. August dauerte die Verhandlung zwölf Stunden. Am 26. September wurde nach acht Stunden ergebnislos abgebrochen. Am Montag gelangte das Gremium nach sechs Stunden um 17.30 Uhr zum Urteil.

Jukic kam am 24. Mai zwar verspätet zum vereinbarten Zeitpunkt des Dopingtests. Das gilt aber erst als Verstoß, wenn ein Sportler drei Mal in 18 Monaten diese zeitliche Richtlinie nicht befolgt. Und an den Unstimmigkeiten über die nicht erfolgte Durchführung der Blutprobe ist ihm kein Verschulden anzulasten. Der Urteilsspruch spricht übrigens nicht von "Verweigerung" , sondern von "Mitwirkung" .

Ob es Sanktionen gegen den Kontrollor geben wird, darauf wollte Schaar nicht eingehen. Eines wollte er versprechen: "Das ist ein einmaliger Fall. So etwas wird sicher nicht mehr vorkommen."

Unsaubere Blutabnahme

Die Argumentation von Jukic, der die Dopingprobe am 24. Mai aufgrund hygienischer Bedenken erst nach dem Training abgeben wollte, erhielt mit dem Fall der russischen Spitzenschwimmerin Anastasia Tschaun Rückendeckung. Die Langbahn- und Kurzbahn-Europameisterin über 200 m Brust musste aufgrund einer Venenentzündung im linken Arm die WM Ende Juli in Schanghai kurzfristig absagen.

Die 22-Jährige war am 11. Juli während eines Schwimmtrainings in einem Umkleideraum getestet worden. Tschaun machte die unsauber durchgeführte Abnahme für die Entzündung verantwortlich. "Es wird sicher gerichtliche Konsequenzen geben", kündigte Russlands Cheftrainer Andrej Woronzow damals an.

Für Jukic ist der Dopingfall abgehakt. "Ich gehe trainieren" , kündigte Jukic gleich nach dem Urteil an. Das nächste Großereignis ist die Kurzbahn-EM im Dezember in Polen. Und auch die Teilnahme der österreichischen Staffel an den Olympischen Spielen 2012 in London mit Jukic ist gesichert. Bei einem Schuldspruch wäre das in Schanghai erschwommene Limit hinfällig gewesen.

Anselm Oehlschlägel, Anti-Doping-Beauftragter im Deutschen Schwimm-Verband (DSV), sieht die Entscheidung kritisch: "Ich kann mir vorstellen, dass dieser Fall bei den deutschen Schwimmern für Aufsehen sorgen könnte. Allerdings waren sie, was Dopingtests betrifft, bislang extrem diszipliniert. Wenn ein Schwimmer wegen angeblich schlechter sanitärer Bedingungen einen Test verweigert, würde ich ihm sagen, dass er sich rechtlich auf sehr dünnem Eis bewegt." (David Krutzler, DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 25. Oktober 2011 + online-Aktualisierung)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 120
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täglich ALLES1
00
29.10.2011, 21:41
endlich was zum Lachen

dank unserer Bananenrepublik mit ihrem Affenzirkus!!!

bayer48
01
27.10.2011, 16:41

Also ein "Radler" würde 2 Jahre Sperre bekommen, das ist klar !

frontside
51
26.10.2011, 19:23
Die Poster hier:

- sind alle Rechtsspezialisten
- kennen sich mit dem Profisport aus
- sind aktenkundig bei diesem Fall
- stellen ihre Vermutungen als Tatsachen hin

mukl
00
27.10.2011, 19:26

von ihnen kommt aber auch nicht viel produktives...

Franco Fratello
00
27.10.2011, 19:33
ausreichend allemal

Jack Reacher16
03
27.10.2011, 03:23
Rechsspezialisten ?

Es war eine klar abgelehnte Dopingkontrolle von Juckic.
Missed Test = positiv.
Das juridische herumgeirrte um ihn dennoch freizubekommen ist unwürdig zeigt aber wie unglaubwürdig der Kampf gegen Doping, vor allem hier in Östereich, ist. die NADA führt sich selbst ad absurdum !

Franco Fratello
00
27.10.2011, 19:35
genau das meinte ich

keine Ahnung haben...aber von "Tatsachen" schreiben

weisskeinennamen
03
27.10.2011, 07:02

"missede test" wäre es beim dritten mal positiv! im falle einer verweigerung wäre es eine sperre um korrekt zu bleiben!

shockhead
01
27.10.2011, 00:56
und du...

... kennst anscheinend jeden poster persönlich
... weißt von jedem poster den lebenslauf
... kennst von jedem poster das hintergrundwissen
... kennst von jedem poster den aktuellen wissenstand

tatsache ist doch, dass es einige leute gibt, die sich wirklich auskennen und dieses urteil nicht nur als bedenklich, sondern geradezu lächerlich bezeichnen, so wie es dem laien eben auch vorkommen muss.

mir selbst erscheint es eine ausrede mangelnde hygiene als grund zur verweigerung einer dopingprobe anzugeben. dazu muss man weder profisportler noch mediziner sein, um zu wissen, dass es nicht auf den raum ankommt, in welchem man eine blutprobe abnimmt.

täglich ALLES1
00
2.11.2011, 18:01

Ich frage mich nur, ob für diese zahlreiche prominente Kunden omnimedia chef noch tragbar ist. Schließlich gibt es genügend Werbeagenturen, die weniger blamablen Chefs.
Schließlich ist gerade bei der Werbung ein guter Ruf von entscheidender Bdeutung!!!

parzenbua
00
26.10.2011, 15:06
Jukic kam am 24. Mai zwar verspätet zum vereinbarten Zeitpunkt des Dopingtests.

a) is des deitsch?
b) er wurde also am selben tag noch getestet, nur ein paar stunden später?

Van the Man
01
26.10.2011, 15:02
Kann mir das jemand erklären,

als wär ich ein 6 Jähriger.
"Jukic habe von sich aus einen Ort und eine Zeit gewählt" (Andrea Mayr, ORF.at). Was heißt das bitte? "Auch, da er sich die Stunde der Kontrolle selbst habe wählen können"
Wenn ich mir aussuchen kann, wann ich kontrolliert werde, dann hab ich ja ohnehin kein Problem, oder? Was versteh ich denn da nicht, oder bzw. falsch? Jukic vereinbart eine Dopingkontrolle und verweigert diese dann aus hygienischen Gründen? Seit wann werden Dopingkontrollen vereinbart?
Warum ist er jetzt wirklich freigesprochen worden? Weil er recht hat, was die Hygiene betrifft?
Ich werde aus der Berichterstattung über dieses Urteil nicht ganz schlau. Vielleicht der Rausch von gestern.

TRockenmilch
01
26.10.2011, 17:08

als athlet gibt man bestimmte tageszeiten und orte an, an denen die dopingkontrolle kommen kann.
an welchem tag dass aber passiert kann er sich nicht aussuchen.

dadurch soll eben genau der fall vermieden werden, dass jemand uas fadenscheinigen gründen die kontrolle verweigern, verschieben oder verlegen will.

in der richtigen welt würde man jukic nichtmal auslachen...

anthropophagus
40
26.10.2011, 11:07
warum soll eine österreichische behörde..

österreichische doper verfolgen - nur damit amerikanische, chinesische oder russische doper gewinnen? wo liegt da der nutzen für den österreichischen steuerzahler?

askalex
02
26.10.2011, 15:41
Der österreichische ...

... Steuerzahler hat vom Profisport original gar nichts. Bei Randsportarten darf er ihn via HSNS sogar auch noch finanzieren. Unfaßbar wie die heimische Politik sogar den Sport korrumpiert hat.

jeff5
02
25.10.2011, 22:01
das urteil ist eine schweinerei.

das ist typisch für ö.

frontside
10
26.10.2011, 19:20
und jammern und Süden von Leuten,

die keine Ahnung haben auch

systemfehler1
04
25.10.2011, 16:31
Wen wundert´s?

Bei unserer Justizm und ihrer Vorbildwirkung können solche Organisationen nur eines:Mit ihrer Existenz gleichzeitig den Beweis für ihre Unnötigkeit erbringen.

Eine sogenannte Schmähbruderschaft.

Silvio Lackner
03
25.10.2011, 14:41

Tu felix Austria...

Stef Hoche
03
25.10.2011, 13:59
wäre ich der

betreiber des stadionbades würde ich den herrn jukic wegen rufschädigungs verklagen. ich persönlich werde sicher nicht mehr in der kloake schwimmen gehen...

O5
011
25.10.2011, 13:34

Sagt die ÖVP nicht gerne dass Recht auch Recht bleiben muss?!

Michael B
04
25.10.2011, 16:25
Nein. Aber Rechts muss Rechts bleiben....

The Voice
61
25.10.2011, 13:09
Sportler-Bild

Wenn ich mir die Postings hier durchlese, kann ich nur davon ausgehen, dass bei einem jeden erfolgreichen Sportler grundsätzlich davon ausgegangen wird, dass er dopt ... und somit alle darauf hoffen, möglichst viele verurteilen zu können.

Entweder sollten wir dann gleich mit Profi- und Spitzensport aufhören (wenn eh alles nur noch gemogelt ist), oder wir vertrauen darauf, dass es auch "saubere" Sportler gibt, solange ihnen nicht das Gegenteil bewiesen wurde. (Anm.: Ein zu spätes Erscheinen ist jetzt für mich persönlich kein Schuldeingeständnis.)

askalex
00
28.10.2011, 13:37
In vielen Sportarten ...

... ist es leider inzwischen so, daß man ohne Pharmazie nicht einmal im halbprofessionellen Bereich mehr vorne mitschwimmt.

Die Politik braucht sportliche Erfolge für die Unterhaltung der Bevölkerung und ist an einem Durchgreifen gegen Doping nicht wirklich interessiert.

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