Moser als Leiterin so gut wie fix

24. Oktober 2011, 18:50
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FPÖ-Favorit Fichtenbauer zieht Kandidatur zurück

Wien - "Kasperltheater brauchen wir keines aufzuführen": Peter Fichtenbauer, bisher Favorit der FPÖ für den Vorsitz des U-Ausschusses zu den Korruptionsaffären, wird nun doch nicht kandidieren - und dem Untersuchungsgremium überhaupt fernbleiben. Der Grund dafür: Am Wochenende hat ÖVP-Fraktionsführer Werner Amon trotz "größter Vorbehalte" signalisiert, sich nicht mehr länger gegen die Grüne Gabriela Moser als Leiterin zu sperren, "wenn drei Parteien", nämlich SPÖ, Grüne und BZÖ, "sagen, wir wollen die Frau Moser".

Damit beendeten am Montag auch die Freiheitlichen ihre Blockade gegen die Grüne. Der nun doch nicht Vorsitzende Fichtenbauer gefasst: "Meine Lebensqualität wird sicher nicht darunter leiden." Einst selbst Leiter des Gremiums zur Untersuchung der Innenministeriumsaffären, schätzt der Blaue, dass der U-Ausschuss eineinhalb Jahre lang arbeiten wird. "Darunter wird's kaum gehen." Statt Fichtenbauer soll für die FPÖ nun Christian Höbart in den U-Ausschuss einziehen, neben Fraktionsleiter Walter Rosenkranz und Gerhard Deimek. Aber: Moser werde man "sicher nicht" zur Leiterin wählen, versichert Rosenkranz.

Neben der SPÖ möchte auch der einzige im U-Ausschuss vertretene BZÖler Moser seine Stimme geben. Als ihr ehemaliger Sitznachbar im Parlament ist Ewald Stadler, sonst eher als raubeiniger Abgeordneter verschrien, davon überzeugt, dass Moser für "ein menschlich gutes Klima" im U-Ausschuss sorgen werde. Die Vorbehalte von Schwarz und Blau nennt Stadler "eigenartige Diadochenkämpfe, die schon ins Peinliche abgeglitten sind".

Der Vorsitz wird voraussichtlich am Freitag bei der Konstituierung von den Ausschuss-Mitgliedern gewählt. An diesem Tag tritt auch der Nationalrat zu einer Sondersitzung auf Antrag des BZÖ zur Griechenhilfe zusammen. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, Printausgabe, 25.10.2011)

  • Die Grüne Gabriela Moser wird zur Vorsitzenden des U-Ausschusses gewählt, aber ohne Stimmen der FPÖ.
    foto: standard/cremer

    Die Grüne Gabriela Moser wird zur Vorsitzenden des U-Ausschusses gewählt, aber ohne Stimmen der FPÖ.

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