Antikistan auf dem Balkan

Adelheid Wölfl, 24. Oktober 2011, 18:01
  • Skopje setzt auf viel Geschichte: Die Statue von Petar Karposh (17. 
Jahrhundert), dahinter das Archäologische Museum.....
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    Skopje setzt auf viel Geschichte: Die Statue von Petar Karposh (17. Jahrhundert), dahinter das Archäologische Museum.....

  • ... und am Hauptplatz 
Alexander der Große.
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    ... und am Hauptplatz Alexander der Große.

Mazedonien ist durch den Namensstreit mit Griechenland politisch gelähmt - Premier Gruevski hat nun in Skopje einen antiken Heldenpark bauen lassen - Gleichzeitig wird die Pressefreiheit eingeschränkt

Skopje - Manche Löwen wenden sich den Soldaten zu, die mit Schildern und Lanzen das Podest bewachen, auf dem Alexander der Große, bronzen leuchtend auf einem gedrungenen Pferd sitzend, gegen unbekannte Feinde kämpft. Andere Löwen spucken blaues oder violettes Wasser in den Nachthimmel von Skopje. Die Musik von Schwanensee ertönt. Rund um Alexander haben sich auf dem Hauptplatz zahlreiche andere "mazedonische Helden" gruppiert: Der römische Kaiser Justinian steht nahe am Fluss Vardar, die meisten marmornen oder bronzenen Figuren kennen aber nicht einmal die Mazedonier. Das Projekt "Skopje 2014" schaut so aus, als hätte ein Riesenkind von einem Fantasy-Planeten sein Playmobil-Spielzeug hier verstreut.

Doch es geht um mehr: In einer Region, wo Identität stark über historische Bezüge definiert wird, versucht ein kleines verunsichertes Land sein Selbstbewusstsein mit Symbolen aus "großen Zeiten" zu stärken. Die Stadt mit der dominierenden sozialistischen Architektur will sich nationalmazedonischer und als Übermittlerin und Trägerin von Imperien definieren. Dabei wird das Pathos sympathischerweise von einem patscherten Kitsch ausgebootet.

Springbrunnen im Fluss

Aus dem Vardar sprudeln Springbrunnen, dahinter entsteht ein ovales Gebäude mit Säulen, ein aus der Form geratenes Pantheon, auf der anderen Seite des Platzes wird ein Triumphbogen errichtet. Der geistige Vater dieses Geschichts-Disneylands des Balkans ist Premierminister Nikola Gruevski. In Skopje sagen einige, Gruevski wolle davon ablenken, dass sich der Staat, der gerade erst sein 20-jähriges Bestehen gefeiert hat, politisch schon lange nicht mehr bewegt. Seit 2005 hat Mazedonien den EU-Kandidatenstatus, könnte also eigentlich ein Vorreiter der Integration sein, ein guter Schüler angesichts der Reformbemühungen. Außenminister Nikola Poposki sagt, Mazedonien wäre heute Nettozahler, wäre es in der EU. Wäre! Der merkwürdige Streit mit Griechenland um den Namen des Landes, das sich international noch immer FYROM (Former Yugoslav Republic of Macedonia) nennen lassen muss - Athen verweigert den Namen Mazedonien und hat gegen den Nato-Beitritt ein Veto eingelegt - verhindert alle weiteren Schritte in die EU. Eine Lösung ist nicht in Aussicht.

Blickt man den Helden auf dem Makedonija-Platz in die Augen, so schauen manche ziemlich trostlos drein. Das zwei Millionen Einwohner zählende Land wird nicht nur von außen nicht anerkannt, auch die innere Identität - ein Viertel der Bevölkerung sind Albaner - ist dauernd herausgefordert. Die Regierung in Skopje hofft, dass die EU irgendwann einmal als Vermittler im Namensstreit einspringen wird. Doch die EU ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt, die Erweiterung ist unbeliebt. Manchen ist der Namensstreit wohl gar nicht so unrecht. EU-Ministerin Teuta Arifi räumt ein, dass es auch in Mazedonien wirtschaftliche und politische Kräfte gibt, die gar keinen Beitritt wollen. Denn damit wären wohl mehr Transparenz und Reformen in der Verwaltung notwendig.

Keine Namensveränderung

Außenminister Poposki verteidigt die Linie der national-konservativen Regierung: "Es gibt keine Möglichkeit, den konstitutionellen Namen unseres Landes zu verändern." Punkt. Kompromissbereitschaft schaut anders aus. Allerdings unterstützt auch die Mehrheit der Bevölkerung die Haltung der Regierung. Poposki ist überzeugt, dass Mazedonien im Gegensatz zu Griechenland die europäischen Werte verteidigt. Und Alexander der Große auf dem Hauptplatz in Mazedonien? "Das ist die Konsequenz daraus, dass wir uns bedroht fühlen", sagt er. Den Zorn der Griechen versteht man nicht.

Mazedonien blockiert sich selbst auf einer symbolischen Ebene, obwohl die realen Probleme durchaus gravierend sind. Die EU-Kommission und die Zivilgesellschaft bekritteln die mangelnde Meinungsfreiheit. Der größte TV-Oppositionssender A1 musste heuer wegen "Steuerstrafen" schließen. Die zwei wichtigsten privaten TV-Sender werden von Familienmitgliedern zentraler Figuren in der Regierungspartei VMRO-DPMNE geleitet. Die Regierung ist der zweitgrößte Geldgeber für Werbung in Medien. Auch in den Zeitungen sind die politischen Beziehungen leicht "nachzulesen". Journalisten werden in die Selbstzensur gedrängt, um zu überleben. Der zweite Machthebel der Parteien ist der Zugriff auf die Verwaltung. Darko Aleksov von der NGO Most erzählt etwa, dass sich VMRO-DPMNE von "Mitarbeitern" in der Administration Namenslisten von Familienmitgliedern erstellen ließ, um diese per Telefon zum Urnengang "aufzufordern". Die Beteiligung an der Parlamentswahl am 5. Juni war dann mit 63 Prozent relativ hoch.

Vizepremierministerin Arifi räumt ein, dass auch ihre Partei, die albanische Fraktion DUI, Teil des Klientel-Systems ist. "Es wird der Tag kommen, da müssen wir uns entscheiden, ob wir den europäischen Werten folgen", sagt sie. Die Heldeninvasion in Skopje gefällt ihr offenbar nicht: "Wir sollten uns mehr an der Zukunft als an der Vergangenheit orientieren." Allerdings haben nun auch die Albaner ihre Helden eingefordert. Eine Kopie der Tiraner Skanderbeg-Skulptur grüßt bereits aus dem osmanischen Basar hinüber zu Alexander dem Großen. (DER STANDARD Printausgabe, 25.10.2011)


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Fyrom

Fyrom = Formal yugoslaw rep. Aber nihct mazedonien.

EU Vorraussetzungen

Die Eu sollte für die Balkanstaaten vorraussetzen sich nicht mehr mit der Antike befassen zu dürfen. Das ist doch langsam lächerlich, jede Volksgruppe behauptet schon vor dem Urknall am Balkan gewesen zu sein. Das verhalten Griechenlands ist aber auch lächerlich.

Der Name Skanderbeg kommt auch von Alexander ...

In einer Region, wo Identität stark über historische Bezüge definiert wird

die EU sollte prinzipiell sein, land, sprache und leute beim namen nennen und keine umschreibungen verwenden wie im EU kommisionsbericht.

...in den worten des legendäen weissen roberto gesagt:

....ein bißstschen spaaz muzz zaeeein......

....ich hoffe nur die statuen sind aus guter qualität, nicht das die einfach dahinrosten und zerfallen....

....herrlich, die albaner haben einfach zu viel geld....denn sonst würde man die steuereinnahmen nicht so in den wind schiessen....

Eigentlich sollte dieses sch...s land in die EU, denn dadurch würde wirklich das volk profitieren, zumindest würde viel mehr für sie übrig bleiben, und weniger für die fantastereien eines kleinpimmeligen identitätslosen kasperls....( ich habe mich sehr angestreng beherrscht auszudrücken)....

grüsse

....( ich habe mich sehr angestreng beherrscht auszudrücken)....

du bist einfach der guetigste....

athen und skopje

zwei nachbarn die sich ähnlicher sind als sie zugeben wollen ....angefangen von der mentalität bis hin zur musik..... wären da nicht der nationalismus in skopje und die kreativlosigkeit in athen.
liebe mazedonier ihr seid von der art den gierechen viel ähnlicher als den kroaten und slowenen.... das wird euch jeder aussenstehender bestätigen...... liebe griechen zeigt mehr kompromisskreativität mit dem kleineren unfertigen nachbarn. liebe bulgaren das ihr euch nicht raushält war mir schon klar.

Rossen Plewneliew- Präsident aller Bulgaren und Mazedonier

Der neue bulgarische Präsident- Rossen Plewneliew- stammt aus der bulgarischen Stadt Goze Deltschew, benannt nach dem berühmten bulgarischen Revolutionär Georgi (Goze) Deltschew , gelegen in der geographischen Region Mazedonien in Bulgarien, die von FYROM beansprucht wird!

Aus "mazedonischer" Sicht ist Plewneliew also ein Mazedonier, der bulgarischer Präsident ist, also ein Präsident aller Bulgaren und Mazedonier! Nun müssen wir nur über die neue Hauptstadt verhandeln! Was hält ihr von Plowdiw?

Laut aussagen der mazedonischen Minderheit wird sich nichts für die unterdrückten "Mazedonier" ändern, dar er ein Veräter ist der vom bulgarischen Chauvinismus absichtlich eingesetzt wurde um die unterdrückten zu blenden! :-) Laut aussagen von FYROM gibt es 1,5 Millionen Mazedonier in Bulgarien (also mehr als in FYROM), diese haben aber aus Protest nicht an der Wahl teilgenommen ;-) Seltsam, die letzte Volkszählung (2011) ergab 1400 "Mazedonier", 103 Marsianer, 50 Jedis und 30 Ninjas. Wo sind die restlichen Fatasy Helden den hin? Die Zählung in Mazedonien wurde dieses Jahr leider abgebrochen, weil es unstimmigkeiten gab... zu viele Bulgarische Pässe? Mitlerweile haben ja 200.000 "Mazedonier" einen solchen und 60000 warten noch darauf.

Mir war schon immer bekannt...

dass ihr Statistiken "korrigiert", aber vielleicht hättet ihr euch nicht soweit aus dem Fenster lehnen dürfen, denn die Marsianer, Jedis und Ninjas fallen wirklich auf.
Sie wissen warum diese Menschen einen bulgarischen Pass ansuchen. Es ist nicht die "Liebe" zu Bulgarien, sondern ein wirtschaftlicher Aspekt.

Das "Marsianer", "Jedis", "Ninjas" und "Mazedonier" dabei sind spricht dafür das man sich bei uns nennen kann wie man will. Warum haben sich die angeblichen 1,5 Millionen Mazedonier nicht als solche gemeldet? Was ist aus eurer Zählung geworden erst verschoben, dann bei 80 % abgebrochen? Hat das DPMNE Regime es nicht rechtzeitig geschaft die Ergebnisse zu "korigieren"? Obwohl ja angekündigt war das man bis zu 7 Monate nach der Zählung braucht um die Ergebnisse "auszuwerten". 7 Monate für 2 Millionen?

Ej Pirine makedonski li si...

kazi da se znae dusman da zatrae. http://bit.ly/ths2SQ
;-)

Preisfrage zu einem kleinem "mazedonischen" Lied:

Sei stolz Mutter Makedonien,
mit deinen Söhnen Helden, Helden, Helden!

Bei Nish und Pirot sind wir schon vorbei,
vor uns ist Solun, das zitert, zitert.

Franzosen und Engländer fliehen,
sie warten nicht auf unser "Ura, ura, ura"

Vor wem sind denn die Franzosen und Engländer davon gelaufen und wer ist bereits bei Nish und Pirot vorbeigezogen (und Solun zitert vor ihnen)? Kleiner Tipp, lesen Sie denn Bestseller vom erwähnten "Mazedonischen" Helden Boris Drangov durch... "Erinnere dich an den Krieg".

Das zeigt doch dass ihr in Mazedonien

einmarschiert seid, nichts anderes. Im 2WK hat niemand gesagt, dass wir "erlöst" oder "befreit" worden sind durch die Bulgaren. Wenn ich da den Anschluss Österreichs vergleiche, sind da Welten dazwischen.
Ich höre sehr gerne ein bulgarisches Radio, welches in der Pirin Region ziemlich verbreitet ist, oder sagen wir es mal so, nicht unbekannt ist. Dort tauchen neben Chalga, auch sehr viele patriotische mazedonische Lieder. Da stellt sich mir die Frage, sind die Menschen dort wirklich alle Bulgaren? Ein Pass alleine reicht nicht und möglicherweise wird auch so ausgezählt in Bulgaren, natürlich wie in jedem anderen Land.

Es ist aber ein typisches Lied aus der Region von Mazedonien und wird auch gerne als „ethnisch mazedonisch“ beansprucht. Außerdem geht es über „Boris Drangov“ einem ethnisch „Mazedonischen“ Nationalhelden!

Nebenbei in der Pirin Region leben die wenigsten Nachfahren der Mazedonischen Bulgaren. Die meisten sind nach ihrer Vertreibung vom Weißen ans Schwarze Meer gezogen und vom Wardar nach Sofia geflohen. Etwa ein drittel der Bulgaren sind Nachfahren aus diesen Regionen. D.h. es gibt ca. 3 Millionen mehr „Mazedonier“ in Bulgarien als in Wardar Mazedonien und ihr wollt uns erzählen das wir keine Bulgaren sondern Nachfahren vom Griechen „Alexander“ sind?

Nicht nur die Geschichte, sondern auch die Wahrscheinlichkeit ist auf unserer Seite.

Verstehe ich nicht!

Mazedonien hat bezüglich des Namenstriets eine Riesenchance, die das Land unbeding nutzen muss. Statt langweilige, uralte und höchst umstrittene Namen wie Mazedonien kann das Land einen coolen Namen auswählen, wie etwa Imagination (das Land der Imagi-Nation) oder Illusion, Phantasia, Mirage und wieso nicht Halluzination (das Land der Halluzi-Nation) :-))))

warum nicht gleich "Nazi-on"?

Da hat jemand zu viel geraucht...

denk ich.
Eigentlich sollte Bulgarien seinen Namen ändern, weil das Land mehrheitlich aus Slawen bestehen. Somit wäre Bulgslavija eher richtig.

Wir haben denn Namen seit 681. Immerhin sind das bis heute 1330 Jahre und davor hatten wir noch weitere 7 Staaten mit diesem Namen in anderen Regionen gehabt. Der gefällt uns und wir müssen uns nicht mit den Errungenschaften der Hellenen, Thraker und Römer schmücken die vor uns in der Region gelebt haben. Wir sind stolz darauf das wir vor den Toren der größten damaligen Weltmacht (Byzanz) zusammen mit ein Paar unorganisierten Slawen ein Imperium gegründet haben. Unter dem Zaren Boris haben wir dann die drittverbreiteste Schreibschrift, das kyrillisch, in den beiden ältesten Schreibschulen Europas, die von Preslaw und Ohrid erfunden. Kurz, Bulg - Arier gefällt uns mehr als Ihr vorgeschlagenes Bulg - Slawe.

Wer sind Wir?

Sind sie einer mit tartarischen Wurzel oder doch ein Slawe? Eine Landnahme innerhalb einiger Jahrhunderte macht die Menschen dort nicht automatisch zu Bulgaren, dann wären wir ja auch Osmanen, die waren ja 500 Jahre auf dem Balkan. Kiril brachte den Slawen die Sprache und nicht den Bulgaren.

Nebenbei hat nicht Kyrill das "kyrillisch" erfunden, sondern das Glagolitisch das noch heute in der Ikonographie der Katholischen und Orthodoxen Christen benutzt wird.
Belegt ist das das kyrillisch in Bulgarien entwickelt wurde und zwar in den bulgarischen Schriftschulen von Preslaw und Ohrid. Wahrscheinlich von Kliment und Naum, es wurde zu ehren Ihrer Lehrer Kyrill und Methodi "kyrillisch" genannt. Es ist eine Schande das Sie sich nicht mit Ihrer Geschichte auskennen.

Bevor Sie mich persönlich angreifen, sollten

Sie sich nochmal meinen Text durchlesen. Russen und Serben verwenden auch Kyrillisch, sind aber automatisch keine Bulgaren. Deutsche und Österreicher verwenden auch die Lateinische Schrift, sind aber keine Römer deswegen. Na geht Ihnen ein Licht auf?

Genau richtig sie verwenden eine in Bulgarien erfundene Schrift die korrekterweise nicht kyrillische sondern bulgarische Schrift bezeichnet werden sollte. Das macht sie automatisch nicht zu Bulgaren, dass habe ich aber auch nirgendwo behauptet oder?
Der Unterschied findet sich aber im Detail. Das serbische benutzt eine phonetische Variante des kyrillischen und muss Buchstaben kombinieren um Laute darzustellen. Das russische greift häufig zu Buchstabenwiederholungen und ist bei der Schreibweise von Lauten nicht eindeutig. Wohingegen im Bulgarischen und im „Mazedonischen“ bis 1945, die Schreibweise immer absolut eindeutig ist. Es wird geschrieben wie man es spricht. Das sind die Vorteile eines eigens für die Sprache erfundenen Alphabets.

Wo steht dass Kyrill die Kyrillische

Schrift erfunden hat? Kyrill hat den Slawen deren Sprache "manifestiert". Natürlich weiß ich, dass Naum die kyrillische Schrift erfunden/reformiert hat. Wenn sie meine früheren Diskussionen mitverfolgt hätten, wüssten Sie das.

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