Kroatischer Journalist Hedl erhält Südosteuropa-Medienpreis 2011

Für investigative Berichterstattung über Kriegsverbrechen ausgezeichnet

Wien/Zagreb - Der kroatische Journalist Dragutin Hedl ist der heurige Gewinner des "Dr. Erhard Busek-SEEMO-Preises für bessere Verständigung in Südosteuropa", wie die in Wien ansässige SEEMO (South East European Media Organisation) mitgeteilt hat. Die Jury, bestehend aus elf Mitgliedern, verlieh ihm den Preis für seinen "außerordentlichen Beitrag zur Kommunikation und Versöhnung zwischen den Ethnien und für seine investigative Berichterstattung über Kriegsverbrechen, die in den 1990er Jahren in Kroatien verübt wurden".

Drago Hedl wurde 1950 in Osijek im ostkroatischen Slawonien geboren. Seine journalistische Karriere begann er 1975 beim Literaturmagazin "Revija", ab 1980 arbeitete er für die Regionalzeitung "Glas Slavonije". Mit Kriegsbeginn wurde er gekündigt, weil er sich weigerte, Kriegspropaganda und Hassreden zu verbreiten. Danach folgte ein Engagement bei der Zeitung "Slobodna dalmacija", ein einjähriger Aufenthalt in London, wo er für das "Institute for War and Peace Reporting" arbeitete sowie Engagements bei den Medien "Feral Tribune" und "Novi list". Hedl veröffentlichte darüber hinaus Artikel im "Guardian", dem "Time" Magazin und anderen europäischen und US-amerikanischen Medien. Seit 2008 ist er bei der Tageszeitung "Jutarnji list" tätig.

Hedl war immer wieder Kritik aus Regierungskreisen und Klagen ausgesetzt und erhielt wiederholt Morddrohungen. Er ist Autor von acht Büchern, vier Drehbüchern und Gewinner diverser Auszeichnungen, unter anderem des Menschenrechtspreises des Sarajevo Film Festivals für sein Drehbuch für "Vukovar - the Final Cut" oder des "The Knight International Press Fellowship Award" im Jahr 2006.

Der mit 3.000 Euro dotierte SEEMO-Preis wird Hedl am 28. Oktober in Wien von Ex-Vizekanzler Erhard Busek und SEEMO-Generalsekretär Oliver Vujovic übergeben. 2010 gewann den Preis, der seit 2002 vergeben wird, der bosnische Journalist Omer Karabeg. Der Sponsor, Ex-ÖVP-Vizekanzler Busek, war lange Jahre EU-Sonderkoordinator des Südosteuropa-Stabilitätspaktes. Seit 1995 ist er Vorsitzender des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM), seit 1996 Koordinator der Southeast European Cooperative Initiative (SECI). (APA)

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