Gründer Julian Assange: Genießen weiterhin Unterstützung, werden aber blockiert
Die Enthüllungsplattform WikiLeaks wird vorläufig keine Geheimdokumente mehr veröffentlichen. Das teilte der Gründer der Enthüllungsplattform, Julian Assange, auf einer Pressekonferenz in London mit. Schuld daran seien Geldprobleme, die man zunächst in den Griff bekommen müsse. Um auf dem selben Niveau wie bisher publizieren zu können, benötige man 3,5 Millionen US-Dollar, sagte Assange. Es werde nun eine Spenden-Kampagne geben, um die "finanzielle Blockade", welche einige Unternehmen aufrechterhalten würden, zu durchbrechen.
Ein paar amerikanische Unternehmen würden 95 Prozent der weltweiten Spenden blockieren, sagt der umstrittene Australier. Bis Mitte November erwarte er eine Antwort der Europäischen Kommission, bei der eine Beschwerde gegen die Spendenblockade eingereicht worden sei. Rechtliche Schritte gegen Unternehmen wie Mastercard, Paypal, Visa, Bank of America und andere sind derzeit nach Angaben von Assange in Island, Dänemark, Großbritannien, Brüssel, in den USA und Australien im Gange.
Diese Unternehmen hatten sich nach Veröffentlichung der ersten Geheimdokumente aus Beständen des US-Außenministeriums geweigert, weiterhin Gelder an WikiLeaks weiterzureichen.
Assange steht nach Vergewaltigungsvorwürfen in London unter Hausarrest. Über seine Auslieferung nach Schweden wurde noch nicht entschieden. (red, derStandard.at, 24.10.2011)