Narzissmus & Machtstreben

Extrem-Eigenschaften helfen Existenzgründern

25. Oktober 2011, 16:15
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    foto: apa/bernd settnik

    Narzissten streben nach Geld, Macht und Status

Nachwuchsforscher aus Deutschland untersuchen die sogenannte "Dunkle Triade der Persönlichkeit"

Selbstverliebte Persönlichkeiten haben eine höhere Neigung Unternehmen zu gründen. Hochwertige Businesspläne stammen dagegen eher aus der Feder von Machiavellisten. So lauten einige in einer Aussendung veröffentlichten Ergebnisse einer interdisziplinären Studie von deutschen Wissenschaftern. Die Forscher der Universität Hohenheim, der Hochschule Reutlingen und der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster haben den Einfluss der sogenannten "Dunklen Triade der Persönlichkeit" in der Phase vor der Unternehmensgründung untersucht. Die British Academy of Management (BAM) hat die Studie der Nachwuchswissenschafter im Rahmen ihrer Jahreskonferenz mit dem Best Paper Award ausgezeichnet.

Narzissmus, Machiavellismus und subklinische Psychopathie: Diese Eigenschaften bilden den Studienautoren zufolge die sogenannte "Dunkle Triade der Persönlichkeit". Verbunden werden sie meist mit einer Reihe unbeliebter Merkmale wie Härte, Rücksichtslosigkeit, übersteigertes Selbstbewusstsein oder emotionaler Kälte. Gleichzeitig aber haben sie Merkmale - wie etwa Risikoneigung, Machtstreben und den Drang nach Selbstbestätigung - die man in Führungspositionen oftmals antrifft. Die Studie untersucht wie sich das auf die Gründungseignung und Leistung bei der Erstellung von Businessplänen auswirkt.

"Bisherige Forschungsarbeiten haben sich immer nur mit positiven Charakterzügen beschäftigt", so Beate Cesinger, Mitarbeiterin am Stiftungslehrstuhl für Unternehmensgründungen und Unternehmertum (Entrepreneurship) der Universität Hohenheim. "Die Ergebnisse zeigen: Auf den ersten Blick können negative Persönlichkeitseigenschaften wie Narzissmus und subklinische Psychopathie bei der Überlegung, selbst eine Firma zu gründen, förderlich sein", erklärt Petra Gelléri, die an der Deutschen Hochschule der Polizei forscht.

Nachhaltigkeit fraglich

Narzissten verfolgten wohl eher Geschäftsideen da sie einerseits stärker nach Geld, Macht und Status streben als andere Menschen, und sie andererseits ihr stark übersteigertes Selbstbewusstsein an eigene, scheinbar überragende Fähigkeiten und Erfolg bei der Unternehmung glauben lasse, heißt es in der Aussendung. Problematisch sei das deshalb, weil diese Fähigkeiten in der Realität nicht unbedingt immer vorhanden sind, warnen die Wissenschafter. Vergleiche man die Leistungen von Narzissten und subklinischen Psychopathen etwa bei der Erstellung eines umfassenden Businessplans nämlich mit Machiavellisten, den "manipulativen Machtmenschen", dann schneiden Narzissten signifikant schlechter ab. Während sich Machiavellisten durch eine eher realistische Weltsicht auszeichneten und sich auf ihr Ziel fokussierten, gäben sich Narzissten keine sonderlich große Mühe, denn sie hielten sich ohnehin für die Besten und meinten, im Wettbewerb keine großen Anstrengungen aufbringen zu müssen.

Verfahren zur Diagnostik

Die Untersuchungsergebnisse haben eine ganz konkrete Bedeutung für die Praxis, so die Forscher: "Gerade in der Beratung und Betreuung von Gründungsinteressierten oder bei Investmententscheidungen von Gründungsfinanziers ist es wichtig zu wissen, ob das Gründungsinteresse echtes Interesse oder nur die Ausprägung einer narzisstischen Persönlichkeit ist", sagt Matthias Kramer von der Hochschule Reutlingen.

Aus diesem Grund wird an der Universität Hohenheim gerade ein berufsbezogenes Verfahren zur Diagnostik der Dunklen Triade-Eigenschaften entwickelt: "Das Verfahren soll Organisationen dabei unterstützen, die richtigen Menschen für die Positionen zu identifizieren, bei denen Chancen oder Risiken dunkler Persönlichkeitseigenschaften für den späteren Erfolg eine Rolle spielen", so Dominik Schwarzinger, Mitarbeiter am ehemaligen Lehrstuhl für Psychologie der Universität Hohenheim. (red, derStandard.at)

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Posting 1 bis 25 von 46
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peter schmidt
 
02
21.11.2011, 13:26
Eines haben die noch vergessen

Weitere unbedingte Voraussetzung ist eine falsche Einschätzung der Realität. Lediglich diese hat es mir ermöglicht ein Unternehmen zu gründen. Habe nach 2 Jahren doppelt soviel Umsatz gehabt wie erwartet und kam trotzdem nur gerade so durch:)

Bei realistischer Einschätzung hätte ich es nicht gemacht.

Ganz allgemein wundere ich mich immer über diese fürchterlich negative Einstellung die hier in diesem Forum herrscht. Ich bin weder rasend gesund noch rasend vernünftig noch verfüge ich über einmalige Spezialkenntnisse und trotzdem bin ich sehr erfolgreich (und zwar verdientermaßen).

mirko burijan.
01
21.11.2011, 01:24
borderliner für führungsetagen gesucht,

ob sich bewerber finden, wenn's so im inserat steht? "wir suchen einen latenten psychopathen als personalchef." macchiavellisten scheinen vergleichsweise kreativ, wenn nicht liebenswert.

Nirvanacharly
 
00
20.11.2011, 23:47
warum muß ich jetzt an den grasser

denken, dieseitenblicke waren heute echt steil, wegen den tödi hätte sich vor jahren fast eine hamdraht, glück und glas wie leicht bricht das, pfau wie doppeldeutig :-)

Nirvanacharly
 
00
20.11.2011, 23:41
besonders anzutreffen

sind narzisten bei den bankern, und eine multiple persönlichkeit ebenso, sonst würde ja niemand zocken, der einzig normale ist murdoch und co., die wissen das nur der betrug das mittel ist, und nicht der selbstbetrug des selbstverliebten.

Wolfgang Kaltenleitner1
00
7.11.2011, 21:11
naja, rechnen sollte aber auch helfen

hilfe dazu könnte es unter
http://members.aon.at/haushalts... anzplaner/
geben

black jack
21
27.10.2011, 10:39
Neben einer Begabung für etwas braucht man:

Eigensinn und unbedingten Wille.

Den Glauben an die eigene Idee.

Die Fähigkeit, Ideen umzusetzen und andere dafür zu begeistern.

Die Bereitschaft, hart insbesondere zu sich selbst zu sein und auf vieles (zB regelmäßige Urlaube, geregelte Arbeitszeiten) zu verzichten.

Das sind die Voraussetzungen, wenn man etwas neu erschaffen will. In der Kunst, im Sport und in der Wirtschaft!

Joseph C. Reznik
21
27.10.2011, 08:24
Journalistischer Stahl

Sehr interessanter Artikel, aber es tut mir leid- die Aufmachung ist derart polemisch, dass es mich schmerzt.
Das kühle Verächtlichmachen (einer gänzlich inhomogenen "Personengruppe", deren einziger kleinster gemeinsamer Nenner eine "selbstständige Tätigkeit" ist) im Subtext und das feine Wetzen der narrativen Klinge am Schleifstein des Kriminals grenzt
beinahe schon an sublime Verhetzung. Ich entschuldige mich in aller Form für die Schärfe und die unangenehmen Assoziationen, welche dieses Wort mit sich bringt- aber derartiges bin ich vom Standard nicht gewohnt und wenn ich ehrlich bin, ich habe jetzt kurz ein Angesicht (einer Geisteshaltung) erblickt, welches mich erschrocken hat und es tatsächlich schaffte, mich zu schockieren.

witherabbitt
 
08
27.10.2011, 04:02

Das Selektionsprinzip dieses Wirtschaftssystems erzeugt nicht nur eine psychisch kranke Elite in der Wirtschaft, sondern hat auch Auswirkungen auf Werthaltungen und die Solidaritätsbereitschaft in allen Bereichen der Gesellschaft. Begrüßenswert, daß dieser Zusammenhang nun auch individualpsychologisch untersucht wird. Bemerkenswert, daß der »Machiavellist« bei dieser Studie besser wegkommt als die narzisstischen und psychopathischen Persönlichkeitstypen. Das ist bezeichnend für den Zustand unserer Gesellschaft.

trace route
08
27.10.2011, 01:06
Manipulative Machtmenschen mit Narzissmus oder subklinischer Psychopathologie (alles keine pöhsen Foromat-Worte sondern schlicht Zitate aus obigem Text) sollen besser geeignet sein für die Chefebene?

Ja klar doch. Keine Frage.

Ist doch nachvollziehbar dass solche Typen die besten Voraussetzungen mitbringen bzw die geringste Skrupellosigkeit, wenn es darum geht mit Steuergeldern ins Casino zocken zu gehen und die Gewinne selbst einzusacken, die Verluste hingegen über Väterchen Staat der Allgemeinheit aufzubürden.

Bloß: Wen wundert jetzt diese Erkenntnis?

trace route
00
27.10.2011, 01:02
Wen wundertanipulative Machtmenschen mit Narzissmus oder subklinischer Pathologie (alles zitiert aus dem obigen Text!)

trace route
00
27.10.2011, 00:46
Soso, manipulative Machtmenschen mit Narzissmus oder subklinischer Psychopathologie (was ist eigentlich "subklinisch"? Heißt das: geht anderen auf den A... aber verweigert jede Behandlung?) sind hilfreich beim Weg auf den Chefsessel?

Das kann man ja nachvollziehen, dass in der heutigen Welt solche Typen die besten Voraussetzungen haben, um mit Steuergelndern spekulieren zu gehen, die Gewinne selbst einzusacken, und die Verluste dem Staat aufzubürden.

Nur: Wen wundert diese Erkenntnis?

mirko burijan.
00
21.11.2011, 17:20
raving madness

subklinisch is eh ein scherz. denn ein psychopathologisches krankheitsbild kann für jemanden, der genau hinschaut, auch bei oberflächlicher anpassung bereits voll ausgebildet bzw "klinisch manifest" sein - ohne dass sich die zumeist depressiven untergebenen quasi gleich trauen, die männer in den weißen mänteln zu holen. über niemanden spricht man in ihrer abwesenheit so viel wie über narzisstisch gestörte, beobachtbar in büros und kantinen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kran... itsverlauf

dort findet sich auch der der schöne begriff /infaust/.

trace route
11
27.10.2011, 00:36
Ok, gut. Wen bitte wundert es dass sich in der heutigen Wirtschaftswelt überhebliche selbstverliebte manipulative Psychopathen damit am leichtesten tun, auf Kosten des Steuerzahlers gambeln zu gehen und die Verluste dem Staat aufzubürden die Gewinne

aber selbst einzusacken?

Bloß soll dann wirklich die Empfehlung lauten, dass künftig bevorzugt überhebliche selbstverliebte manipulative Psychopathen zu Chefs gemacht werden, die dann die Wirtschaft genau in den Graben steuern wie es jetzt geschieht?

Oder wird irgendjemand von den Studienautoren auf die Idee kommen, dass ERSTENS solche überhebliche selbstverliebte manipulative Psychopathen schon alleine deswegen NICHT Chefs werden sollten, weil sie den Mitarbeitern das Leben zur Hölle machen (selbst wenn sie marginal mehr Wachstum bringen)? Und dass ZWEITENS die Weltwirtschaft dh das System als gesamtes sich zum Positiven verändern würde, wenn diese überheblichen selbstverliebten manipulativen Psychopathen von den Schalthebeln WEG kämen?

aculus populus
 
00
26.10.2011, 12:26
Narzistische selbstverliebte

A......r-Männer sollen unternehmen Gründen. Dann durch teils politischen Druck sollen karrieregeile Frauen diese auch führen...wo bleibt da noch Platz für normale nette Menschen? Tolle Evolution.

public enemy
19
26.10.2011, 11:17
das sind alles eigenschaften

die man vor allem in österreich dem land der nörgler und verhinderer ganz besonders braucht. ohne übersteigertes selbstbewußtsein zu beginn hätt ich meine unternehmen sicher nicht gegründet.

Der Mann
02
27.10.2011, 09:57
da haben

sie leider recht.

in diesem land wird es einem schwer gemacht - unnötig schwer, natürlich setzen sich dann nur die krankesten durch, weil ein normaler mensch würde wegen dieser bürokratie und duxxheit einfach verzweifeln.

insofern muss man teils echt froh sein, dass es so psychos gibt - sonst wäre österreich schon längst ein dritte welt land!!!

Linus Tintifax
03
26.10.2011, 18:21
hm

ist es wirklich förderlich für den zusammenhalt einer gesellschaft, die entwicklung ihrer werte in die hände von eigennützigen und empathiearmen/losen menschen zu legen?
die antwort auf diese alles entscheidende frage ist sehr einfach. zumindest wenn man großen wert auf logik legt.

trace route
02
27.10.2011, 01:20
Ich denke, wir erleben im Grunde gerade jetzt die Konsequenzen davon,...

... wenn man genau das tut.

RS69
 
00
27.10.2011, 00:07

Das ist es immer.

DEr Unterschied zwischen Demokratie und anderen Regierungsformen ist, wie die Gruppe ausgewählt wird, und wieviele davon es sind.

public enemy
00
26.10.2011, 11:14
das sind alle eigenschaften

Ph Gudenus
00
26.10.2011, 11:05
Die Krone des Königs von Rumänien,

der derzeit vor dem Parlament in Bukarest als 90-jähriger spricht?

Hun de wollt's ihr ewig leben, sagte einst in Wien jemand!

Güüündaaaaaaa
30
26.10.2011, 09:19

seltsame Ansichten dies sind.

1) Evolutionstheorie und Alphatierstatus beachten.

das hat nichts mit der dunklen Seite der Macht zu tun.
*Pfu-u-hui*

Alphatiere wollen alle nach vorne bringen und nicht nur sich selbst

Der Mann
02
27.10.2011, 09:59
ein

alphatier will und kann nie alle nach vorne bringen, weil es damit seine eigene position gefährdet.

was sie schreiben ist einfach nur duxx und unlogisch!!!

ein alpha lebt davon andere unten zu halten, das genau macht ja dieses denk/verhaltensmodell aus.

ein intelligenter mensch weiss aber, dass es eben NIE nur einen alpha geben kann - sondern immer zumindest mehrere und schon alleine deshalb sollte es wechsel an der führung geben!!!

so wie es in einer demokratie im normalfall auch vorgesehen ist. bundespräsident, parlament, leider wird das durch die parteien ausgehöhlt.

woody999
04
26.10.2011, 12:55
alphatiere wollen ALLE nach vorne bringen?

das widerspricht gänzlich meiner erfahrung mit führungskräften.

ALLE sind austauschbar, das entspricht eher meiner erfahrung von der meinung über mitarbeiterInnen, die alphatierchen haben.

andreas lamers
 
22
26.10.2011, 15:39
nicht wirklich

der unterschied ist ob einer ein alphatier ist oder gerne eines waehre, und sich nur so verhaelt wie er glaubt es tun zu muessen. gute fuehrer wissen das sie andere brauchen.

keiner kann herrschen wenn es niemanden zum beherrschen gibt.

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