Precise Pangolin

Ubuntu 12.04: Verbesserte Stabilität statt neuer Features

Andreas Proschofsky, 24. Oktober 2011, 14:54
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    foto: verdammelt / flickr

    Das Schuppentier ("Pangolin") darf das Maskottchen für die kommende Ubuntu-Release abgeben.

    Image: Pangolin, a Creative Commons Attribution Share-Alike (2.0) image from verdammelt's photostream

Ubuntu-Gründer Shuttleworth möchte "Pixel-Perfect-Desktop" - Feinschliff und Performance-Arbeit im Vordergrund

Einem fixen Zyklus folgend bringt das Ubuntu-Projekt mit schöner Regelmäßigkeit alle sechs Monate eine neue Version der eigenen Linux-Distribution heraus. Ein Zeitrahmen, der einerseits rasche Weiterentwicklung garantieren soll, auf der anderen Seite aber auch so seine spezifischen Herausforderung mit sich bringt. So hatte man in den letzten zwei Ausgaben gleich mehrere große Brocken zu verdauen, nach der Umstellung auf die eigene Unity-Oberfläche kam der Wechsel zu GTK+3/GNOME3 als Basis für die Distribution. Das Resultat: Sowohl Ubuntu 11.04 als auch 11.10 trafen auf eher gemischte Reaktionen, der Eindruck, dass hier manches mit gar heißer Nadel gestrickt wurde, drängte sich geradezu auf.

Fokus

Dass man sich dieser Problematik auch beim Softwarehersteller Canonical durchaus bewusst ist, zeigt nun ein Blog-Eintrag von Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth - wenn auch natürlich nicht gar so direkt. Darin diskutiert der Software-Milliardär, der die Entwicklung weitgehend aus der eigenen Tasche finanziert, die weitere Zukunft der Distribution beziehungsweise ganz konkret den Fokus für die kommende Release mit dem Codenamen "Precise Pangolin".

Pixel-Perfect

Nachdem man die großen Umbauten hinter sich gebracht habe, stehe nun der Feinschliff an, und dies in jeglicher Hinsicht. So soll Ubuntu 12.04 nicht nur stabiler - und performanter - werden, gerade für Unity sei das Ziel "Pixel-Perfect" zu sein, das Interface also bis ins kleinste Detail zu optimieren. Große Neuerungen sollen hingegen hintan gestellt werden, so hat man etwa bereits Entwürfe für die Verbesserung des Workspace-Managements, diese müssten aber nun aller Voraussicht nach auf eine spätere Release warten.

LTS

Diese Entscheidung ist auch unter dem Blickwinkel zu verstehen, dass Ubuntu 12.04 wieder besondere Bedeutung im Reigen der Distributionsveröffentlichungen von Canonical zukommt: Als "Long Term Support"-Release wird sie deutlich länger mit Updates versorgt als "normale" Ausgaben der Distribution, womit man nicht zuletzt Unternehmen und größere Organisationen ansprechen will. Dabei soll übrigens zum ersten Mal auch der Desktop fünf Jahre lang unterstützt werden - bisher hatte man dies auf den Server-Bereich beschränkt, den Desktop hingegen "nur" drei Jahre lang abgedeckt.

Server

Apropos Server: Für diesen hat man für die Version 12.04 noch einiges vor, so soll die Distribution zur optimalen Umgebung für Cloud-Computing werden. Dabei will man vor allem das Managen von eigenen Services über private und öffentliche Clouds hinweg möglichst einfach gestalten. Für solche Management-Aufgaben soll die Software Juju integriert werden, als Cloud-Infrastruktur setzt man ja mitlerweile auf OpenStack, das auch von zahlreichen großen Hardwareherstellern wie Intel und AMD unterstützt wird.

Ausblick

Weitere Pläne zu Ubuntu 12.04 sollen in den kommenden Tagen beim aktuellen Ubuntu Developer Summit in Orlando, Florida gesammelt und beschlossen werden. (apo, derStandard.at, 24.10.11)

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Posting 1 bis 25 von 48
1 2
-mia-
00
3.11.2011, 19:16

Ubuntu war bis zu 9er Version gar nicht mal so schlecht, dann kamen die neuen Oberflächen und vorbei wars.
Der Grund dafür ist die mangelnde Unterstützung für ATI-Karten.
Die Linuxeigenen Treiben haben zwar keine Bildfehler aber keine gute 3D Unterstützung, ausserdem laufen dort die Lüfter immer zu 100%
Die Treiber direkt von ATI machen Bildfehler ohne Ende, sind also auch nicht das Wahre.
Ich hab die HD-5770er und die läuft nur mit Windows richtig gut.

Mister Thomson
41
25.10.2011, 21:36
Das Gschichtl mit der Oma und dem Linux

kann ich ja gar net mehr hören, möcht schon sehn, wenn die Oma mal irgendein Programm downloaden will ohne .exe

Andreas Grois
00
31.1.2012, 19:48

Die Oma weiß gar nicht, was .exe sein soll, viel zu kompliziert. Statt dessen schreibt sie einfach im Dash rein, was sie machen möchte und das Software-Center schlägt Programme vor, die es da zum Herunterladen gäbe. Ein Klick auf das Programmsymbol und es öffnet sich das Software-Center mit einem großen "Installieren"-Button. Da drauf geklickt und fertig.

Aber mal ehrlich: Ich würde, wenn ich meiner Oma einen Rechner aufsetzen würde, dieser keine Admin-Rechte geben. Viel einfacher, alle paar Wochen mal ein Programm zu installieren, als alle paar Tage ein zerschossenes System zu reparieren.

achwasweissdennich
00
25.10.2011, 11:23

Gilt das eigentlich für Xubuntu, Kubuntu, u.a. auch? Oder beziehen sich die Aussagen immer nur auf das 'originale' Ubuntu?

NuPogadi
00
31.10.2011, 15:57
LTS nur für Gnome und KDE

... so steht's zumindest hier: http://wiki.ubuntuusers.de/Long_Term_Support
Würde mir auch zusagen wenn Xfce oder LXDE noch den Ritterschlag erhielten. Wird halt ein wenig aufwändiger bis zum Wunschbuntu. Wenn ich die Standardversion nehme, wären das u.a.: Gnome Shell nachziehen, unity runterschmeissen; anschliessend shell-extensions nachladen, um Design & Bedienung zu optimieren. Dann Thunderbird/ Banshee ersetzen durch Evolution und audacious. Die Shell nervt mich wenigstens nicht mit Global Menu und linkslastigen Fensterbuttons. Immerhin kann gibt's inzwischen einen Hack, um den unity-launcher von links nach unten zu verschieben: http://www.webupd8.org/2011/10/h... om-of.html
Macht unity erträglicher...

Ishikawa
10
25.10.2011, 09:17
jetzt muss nur noch einw eg gefunden werden

die programme für linux/ubuntu besser zu machen, was da alles an schrott downloadbar ist, unglaublich...(verwende es hauptsächlich wegen der geilen synths)

Die kritische Stimme
00
26.10.2011, 19:50
Und für Windows

gibt's weniger Schrott?

Soll ich dir ein paar professionelle Programme aufzählen, wo du für Windows 1000e Euro ausgeben kannst...?

Audacity (Mehrspuraudiorekorder mit allen Schmankerln), Blender (3D-Rendering, suche z.B. den Film "Sintel"), Darktable (Adobe Lightroom) z.B., alles gratis.

Du musst ja nicht den Schrott installieren. Aber noch viel besser: Der Schrott lässt sich wenigstens spurlos wieder deinstallieren!

diskurs.
00
26.10.2011, 21:21

audacity ist im vergleich richtiger schrott ;) blender ist super. die meisten anderen apps funktionieren teilweise gar nicht, oder nicht ohne frickelei. leider.

Kiki Novak
00
7.11.2011, 08:18

Audacity ist sein einigen Jahren bei Divergence FM (Radiosender in Montpellier) im produktiven Einsatz. Alle sind damit zufrieden.

mfg,

http://www.microlinux.fr

Emil PigDetective
03
24.10.2011, 23:43

mir kommt schon das grausen, wenn ich daran denken muss, die ersten 2 stunden nach dem upgrade damit zu verbringen, google nach dingen wie "unity disable notifications" uä zu durchforsten.

Wenn ubuntu es EINMAL hinbekommen würde, die transition zwischen den versionen so zu gestalten, dass
1) die einstellungen von den einzelnen window bzw desktop managern nicht rückgesetzt werden, und
2) was das allerwichtigste wäre: die einstellungen zentral zu verwalten. Manches ist in ccsm, manches im gconf-editor, manches wieder in den normalen einstellungen.. manche einstellungen sind an mehreren orten zu finden, wobei nicht definiert ist, welcher ort priorität hat..

Aber ansonsten freu ich mich drauf :)

flexible
00
25.10.2011, 10:24

ich frag mich immer ob es eigentlich nicht allgemein bekannt ist, dass es auch eine sehr gute KDE version von ubuntu gibt ..

Emil PigDetective
00
25.10.2011, 13:38

Es ist nicht so, dass ich mit Gnome unzufrieden bin. Auch Unity hat seine Vorteile, wenn man es erstmal zurechtgestutzt hat. Was mich stört, sind die Übergänge von einem Update zum nächsten. Aber nachdem das nicht die tägliche Hanhabung betrifft, hab ich mich deswegen alleine noch nicht nach Alternativen umgesehen.

rote Lola2
01
25.10.2011, 14:22

zufriedenheit ist immer relativ. ich habe gerade den "neuen" pc meiner schwiegermutter, weiß der teufel wer diese uralte kiste bei ihr entsorgt hat, mit "linux mint 11 lxde" neu aufgesetzt. läuft, nach minimalen arbeitseinsatz meinerseits, wie ein glöckerl, alles funktioniert. bin überzeugt davon, daß sie mit diesem ergebnis genau so zufrieden ist wie ich. würde ich bei meinem gerät trotzdem nie machen...

achwasweissdennich
01
25.10.2011, 11:31

Bin ja auch Kubuntu-User. Aber ich muss sagen, dass mein letztes Upgrade ja nicht gerade berauschend war. Musste doch wieder neu installieren. Probleme hat vor allem die Akonadi-Geschichte gemacht. Wobei ich aber vermute, dass jetzt das Gröbste an Umbauten bei KDE erledigt ist. Naja, hoffen tue ich es jedenfalls.

Ich habe mir nun daher gedacht, dass ich das nächste Upgrade mitmache, dann aber zukünftig immer auf die nächste LTS-Version warten werde. Diese ganze Installiererei und Konfiguriererei hat mich dann jetzt schon genervt. Insofern ist mein Eindruck, dass die von dir empfohlene KDE-Version auch nicht unbedingt die perfekte Alternative ist.

Nichtsdestotrotz gefällt mir Kubuntu aber immer noch am besten.

flexible
00
25.10.2011, 21:16

da hatte ich wohl glück.. das letzte upgrade 1104 zu 1110 war eines der besten bisher.. ohne scheiss.. fehlerfrei.. auch kmail liess sich danach bedienen wie zuvor.. (musste jedoch den akonadi wechsel nicht mehr machen)

Perynt
131
24.10.2011, 21:31
Wieviel verschiedene Distributionen braucht es noch, bis die Linux Community so zersplittert ist, dass Linux kein ernstzunehmendes OS mehr ist?

Ich verstehe nicht, wieso es 100te verschiedene Versionen von Linux gibt (ich weiss, es gibt nur eine, aber Desktops sind für Enduser und im Bewusstsein eines Users werden Desktop und OS gleichgesetzt).

Suse ist unbenutzbar, durch Yast, und von den anderen Distris gibt es zig verschiedene Versionen, mit unterschiedlichen Configs, unterschiedlichen PaketManagern und undurchschaubaren Oberflächen. Es scheint, als ob sich die verschiedenen Distris zum Ziel gesetzt haben, Linux durch Zersplitterung den Garaus zu machen.

Ich jedenfalls, hab keine Lust mehr auf monolithische Linux-Oberflächen, die man nicht mehr manuell anpassen kann.

Langsam denke ich, dass Apples Mac OS X das bessere Unix ist...

/dev/stderr
00
3.11.2011, 19:48
It's all about choice!

Gentoo Linux ;)

luquas
01
25.10.2011, 05:45

Das ist doch nicht wahr!

Prof. Vogel
02
25.10.2011, 04:54
VollTrollLOL

Muffel
 
026
25.10.2011, 00:03
Wieviel verschiedene Auto-Modelle braucht es noch, bis der Automobilmarkt so zersplittert ist, dass das Auto kein ernstzunehmendes Fahrzeug mehr ist?

Ich verstehe nicht wieso es 100e verschiedene Automodelle gibt. (ich weiß, jedes hat 4 Räder und ist zum Fahren, aber jedes Jahr bringen die Hersteller neue Modelle auf den Markt).

Ferrari ist mir zu teuer und von den anderen Automarken hat jede ganz viele verschiedene Modelle im Angebot, mit unterschiedlichen Farben, Ausstattungen, Zubehör, Benzin oder Diesel.
Es scheint als ob sich die Hersteller zum Ziel gesetzt haben, dem Automobil durch das Angebot so vieler Modelle den Garaus zu machen.

Ich jedenfalls habe keine Lust mehr auf ein so komplziertes Gefährt, an dem ich nicht selber herumbasteln kann, weil... ich mich halt nicht auskenne.

Langsam denke ich, dass der ostdeutsche Einheits-Trabi - für jeden dasselbe - besser war...

Alex popelnicht
05
25.10.2011, 09:11
Chapeau!

Seit Jahren eine der besten Reaktionen auf ein Postdings!;)

flexible
05
24.10.2011, 23:12

"keine Lust mehr auf monolithische Linux-Oberflächen, die man nicht mehr manuell anpassen kann. "

und in folge : Langsam denke ich, dass Apples Mac OS X das bessere Unix ist...

klingt wie ein wiederspruch für mich :)

im übrigen finde ich auch dass es stärkere bestrebungen geben sollte die energien zu vereinen.. auswahl ist gut.. aber 20 distris würdens wohl auch tun... oder 10

Lightning_Cock
00
30.10.2011, 13:52

Und was genau hat Mac OSX noch mit Unix gemein?

Andreas Grois
00
31.1.2012, 19:55

Ein großer Teil des Unterbaus von MacOS wurde von BSD übernommen.

Muffel
 
01
25.10.2011, 00:04
ein "Wiederspruch"...

...muss man den öfter als einmal aufsagen ;-)

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