Ubuntu 12.04: Verbesserte Stabilität statt neuer Features

24. Oktober 2011, 14:54
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Ubuntu-Gründer Shuttleworth möchte "Pixel-Perfect-Desktop" - Feinschliff und Performance-Arbeit im Vordergrund

Einem fixen Zyklus folgend bringt das Ubuntu-Projekt mit schöner Regelmäßigkeit alle sechs Monate eine neue Version der eigenen Linux-Distribution heraus. Ein Zeitrahmen, der einerseits rasche Weiterentwicklung garantieren soll, auf der anderen Seite aber auch so seine spezifischen Herausforderung mit sich bringt. So hatte man in den letzten zwei Ausgaben gleich mehrere große Brocken zu verdauen, nach der Umstellung auf die eigene Unity-Oberfläche kam der Wechsel zu GTK+3/GNOME3 als Basis für die Distribution. Das Resultat: Sowohl Ubuntu 11.04 als auch 11.10 trafen auf eher gemischte Reaktionen, der Eindruck, dass hier manches mit gar heißer Nadel gestrickt wurde, drängte sich geradezu auf.

Fokus

Dass man sich dieser Problematik auch beim Softwarehersteller Canonical durchaus bewusst ist, zeigt nun ein Blog-Eintrag von Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth - wenn auch natürlich nicht gar so direkt. Darin diskutiert der Software-Milliardär, der die Entwicklung weitgehend aus der eigenen Tasche finanziert, die weitere Zukunft der Distribution beziehungsweise ganz konkret den Fokus für die kommende Release mit dem Codenamen "Precise Pangolin".

Pixel-Perfect

Nachdem man die großen Umbauten hinter sich gebracht habe, stehe nun der Feinschliff an, und dies in jeglicher Hinsicht. So soll Ubuntu 12.04 nicht nur stabiler - und performanter - werden, gerade für Unity sei das Ziel "Pixel-Perfect" zu sein, das Interface also bis ins kleinste Detail zu optimieren. Große Neuerungen sollen hingegen hintan gestellt werden, so hat man etwa bereits Entwürfe für die Verbesserung des Workspace-Managements, diese müssten aber nun aller Voraussicht nach auf eine spätere Release warten.

LTS

Diese Entscheidung ist auch unter dem Blickwinkel zu verstehen, dass Ubuntu 12.04 wieder besondere Bedeutung im Reigen der Distributionsveröffentlichungen von Canonical zukommt: Als "Long Term Support"-Release wird sie deutlich länger mit Updates versorgt als "normale" Ausgaben der Distribution, womit man nicht zuletzt Unternehmen und größere Organisationen ansprechen will. Dabei soll übrigens zum ersten Mal auch der Desktop fünf Jahre lang unterstützt werden - bisher hatte man dies auf den Server-Bereich beschränkt, den Desktop hingegen "nur" drei Jahre lang abgedeckt.

Server

Apropos Server: Für diesen hat man für die Version 12.04 noch einiges vor, so soll die Distribution zur optimalen Umgebung für Cloud-Computing werden. Dabei will man vor allem das Managen von eigenen Services über private und öffentliche Clouds hinweg möglichst einfach gestalten. Für solche Management-Aufgaben soll die Software Juju integriert werden, als Cloud-Infrastruktur setzt man ja mitlerweile auf OpenStack, das auch von zahlreichen großen Hardwareherstellern wie Intel und AMD unterstützt wird.

Ausblick

Weitere Pläne zu Ubuntu 12.04 sollen in den kommenden Tagen beim aktuellen Ubuntu Developer Summit in Orlando, Florida gesammelt und beschlossen werden. (apo, derStandard.at, 24.10.11)

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    Das Schuppentier ("Pangolin") darf das Maskottchen für die kommende Ubuntu-Release abgeben.

    Image: Pangolin, a Creative Commons Attribution Share-Alike (2.0) image from verdammelt's photostream

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