Unauffällige Ortung

GPS-Schuhe für Alzheimer-Patienten

24. Oktober 2011, 12:57

60 Prozent der Erkrankten laufen mindestens einmal von zu Hause weg - Schuhe kommen auf den US-Markt

Washington - Verschwundene Alzheimer-Patienten können in den USA künftig anhand von Hightech-Schuhen aufgespürt werden. Noch im Oktober sollen die mit dem Satellitenortungssystem GPS ausgestatteten Schuhe zum Preis von rund 300 Dollar (216 Euro) auf den Markt kommen, wie der GPS-Hersteller GTX Corp ankündigte. Die ersten 3.000 Paar seien bereits an die Schuhfirma Aetrex Worldwide ausgeliefert worden.

Der GPS-Empfänger sei unauffällig im Schuhabsatz eingebaut, erläuterte Andrew Carle von der George-Mason-Universität, der GTX Corp und Aetrex Worldwide bei der Entwicklung des Schuhs beriet. Über die GPS-Ortung könne ein virtueller Zaun um die Wohnung des Erkrankten errichtet werden. Sobald der Träger die Grenze überschreite, werde ein Alarm auf ein Handy oder einen Computer verschickt. Über ein eigens eingerichtetes Portal könnten Angehörige oder Pflegekräfte den Vermissten dann lokalisieren.

"Peinliche Momente ersparen"

Das neue System erspare den Betroffenen "peinliche Momente" und könne sogar Leben retten, sagte Carle. "Er ist vor allem für Alzheimer-Patienten im frühen Stadium wichtig, denn sie sind besonders gefährdet: Sie wohnen möglicherweise noch zu Hause, sind aber schon verwirrt. Dann spazieren sie einfach los - und können tagelang verloren gehen."

Laut Carle leiden mehr als fünf Millionen Menschen in den USA an Alzheimer, ihre Zahl könnte sich in den nächsten Jahren vervierfachen. 60 Prozent der Alzheimer-Patienten laufen demnach mindestens einmal weg. Würden sich nicht binnen eines Tages gefunden, wachse die Gefahr, dass sie dehydrieren oder in schwere Unfälle verwickelt werden.

Den Patienten einfach ein GPS-Arm- oder Halsband mitzugeben, sei keine Lösung, weil sie ungewohnte Gegenstände häufig abnehmen, sagte Carle. "Paranoia geht oftmals mit Alzheimer einher - gib ihnen eine Armbanduhr und sie nehmen sie ab, weil es nicht ihre ist. Man muss das GPS vor ihnen verbergen". (APA)

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11 Postings
Rafflesia
 
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25.10.2011, 13:51

Da werde ich aber auch paranoid, wenn man mich in ein virtuelles Gefängnis sperrt, wo´s jedes Mal piept,. wenn ich einen Schritt zu viel tue.

Dr. Seltsam
 
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25.10.2011, 09:58

Man sollte dem Meischi solche Schuhe verpassen - bei den Gedächtnislücken, die der hat.

Tronje
00
24.10.2011, 23:11

Ohne Zweifel DAS Gesundheitsproblem der Gegenwart.

Kra Wuzikabuzi
00
24.10.2011, 16:17
franz lief blossfüssig und verwirrt durch die strassen....

wäre meine betagte mutter in einem alzheimer-endstadium...würde ich sie "chippen" lassen...gibts schon so einen ortungssender für den oberarm ??..

meine ich ernst.
experten ?

Rafflesia
 
00
25.10.2011, 13:53

Also angeblich lassen in Amerika Eltern ihre Kinder chippen um sie notfalls wieder aufzufinden, wenn sie verlorengehen.

WBR
00
25.10.2011, 15:25

Falls das wirklich gemacht wird handelt es sich aber um dasselbe wie bei Haustieren: Ein RFID-Chip zur Identifikation, lesbar nur aus nächster Nähe.

Das hat mit einem aktiven Funksender der Positionsdaten sendet nichts zu tun.

the_suck
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25.10.2011, 03:25

zu viel Elektronik für einen GPS Sender, braucht ja auch eine Stromversorgung

Dr. Seltsam
 
00
25.10.2011, 09:55

Die kann sicher aus der Bewegungsenergie gezogen werden.

WBR
00
25.10.2011, 10:47
Kaum

Geringe Größe eines solchen "Dynamos" bedeutet auch geringer Ertrag.
Was für Armbanduhren reicht ist für einen Funksender (GSM) zu wenig.
Denkbar wäre vielleicht ein System, das die Energie sammelt und alle paar Stunden nach ausreichend Bewegung ein Signal absetzt. Aber auch das wäre nicht auf "Chipgröße" reduzierbar. Und zu viel Aufwand für zu wenig Nutzen.
Man darf auch nicht vergessen, dass GPS nur im Freien vernünftig empfangbar ist, selbst das Blätterdach von Bäumen schwächt das Signal schon massiv ab.

WBR
00
24.10.2011, 18:50

Das bezweifle ich.
GPS-Empfänger und GSM-Sender dürften vermutlich sehr klein machbar sein: Aber die haben auch ihren Strombedarf, besonders wenn die Antennen durch Gewebe umgeben sind. Mit einer kleinen Knopfzelle ist da nicht viel zu machen. Und tägliches Nachladen per Induktion wäre auch nicht sehr benutzerfreundlich.
Und ein großes Implantat hätte vermutlich keine guten Marktchancen, so lange es Alternativen außerhalb des Körpers gibt.
Die Schuhe sind da eh keine üble Idee.
Ich frage mich allerdings, inwieweit diese Lösung nicht auch für andere Zwecke benutzt werden wird: Z.B. Überwachung des Partners.

Carlos Clementin
01
24.10.2011, 23:05
Überwachung des Partners ?

ja, weil bei der Partnerin gehts nicht, bei ihren 300 Schuhen wirds dann sauteuer ...

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