Libyen nach Gaddafi

"Scharia und Demokratie sind vereinbar"

Interview | Florian Gossy, 24. Oktober 2011, 13:32
  • Artikelbild
    foto: privat

    Udo Steinbach verweist auf die enorme Auslegungsbreite der Scharia: "Im Iran fahren die Frauen Autos wie die Teufel, in Saudi-Arabien wird mit Rückgriff auf den Koran, die Scharia den Frauen das Autofahren verboten."

Scharia als Basis des Rechts: Nahost-Experte Udo Steinbach glaubt nicht an einen politischen Rückfall ins finstere Mittelalter

Bei der offiziellen Feier der Befreiung Libyens von Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi kündigte der Vorsitzende des Übergangsrates an, dass die Scharia künftig als Basis des Rechtssystems gelten wird und alle Gesetze, die diesen Grundsätzen widersprechen, annulliert werden. derStandard.at hat beim deutschen Nahost-Experten Udo Steinbach nachgefragt, was das für das neue Libyen bedeuten könnte.

***

derStandard.at: Mustafa Abdul Jalil, der Vorsitzende des libyschen Übergangsrates, hat die Scharia als Basis des Rechtsystems angekündigt. Was bedeutet das?

Udo Steinbach: Das können wir noch nicht sagen, selbst Jalil kann das nicht. Das kann eine unendliche Bandbreite haben. Der Islam, die Scharia, als führende Quelle der Rechtssetzung, wie das ja in vielen islamischen Ländern der Fall ist, das allein würde noch nicht viel bedeuten. Es könnte aber auch darauf hinauslaufen, dass nun das gesamte Recht auf konservative Standards der Scharia ausgerichtet sein wird. Das wäre ein Weg in einen Gottesstaat.

derStandard.at: Man weiß also noch nichts Genaues?

Steinbach: In welcher Weise nun dieses Diktum des Vorsitzenden interpretiert wird, ist völlig offen. Ich glaube eines ist klar: Die libysche Gesellschaft - zumal jene im Osten des Landes - ist sehr islamisch geprägt. Was der Vorsitzende hier wollte ist dem Übergangsrat und dem politischen Prozess, der nun kommen muss, durch die Erwähnung der Scharia eine Legitimation zu geben.

derStandard.at: Das bedeutet, Jalil will damit die Menschen im Osten - von wo die Revolution ausging - mit der Erwähnung der Scharia ruhig stellen?

Steinbach: Ja, und er will überhaupt eine gemeinsame Identität der Libyer schaffen. Nach dem Tod Gaddafis, der mit seinem politischen System der Volkskongresse ein Vakuum hinterlassen hat, brauchen die Libyer etwas, womit sie sich identifizieren können. Die klassischen Strukturen der Stämme - das wirkt nicht mehr. Es ist eine Verwerfung aufgetaucht zwischen dem Osten und dem Westen. Die Frage ist: Worauf wird sich das neue Libyen nun gründen? Da will der Vorsitzende  signalisieren, dass dies der Islam sein wird.

Es ist aber wie gesagt noch völlig offen, ob der Islam konservativ oder liberal verstanden werden wird. Nach allem, was aber geschehen ist, lässt sich ein Rückfall in ein mittelalterliches Scharia-Verständnis gar nicht bewerkstelligen. Sehr viele Schichten der Gesellschaft würden das gar nicht mehr akzeptieren. Was akzeptabel ist, ist ein Prozess der Diskussion über die Frage: Was bedeutet der Islam in Libyen und wie weit kann man bei der Implementierung des Scharia-Rechts gehen? Der Ausgang dieses Vorgangs ist noch völlig offen.

derStandard.at: Welche Rolle spielte die Scharia unter Gaddafis Herrschaft?

Steinbach: Gaddafi hatte ein eigenes Scharia-Verständnis, welches jenseits des Scharia-Verständnisses der Theologen war. Gaddafi hat von der Scharia gesprochen und auch ihre Einführung propagiert; er hat aber gesagt, dass die Scharia jenes sei, was jeder im Koran lesen und verstehen könne. Am Ende hat er als Revolutionsführer auch befohlen, was unter Scharia zu verstehen sei. Die Geistlichkeit wurde nicht mehr gebraucht, Theologen wurden so marginalisiert. Libyen wurde auch kein Scharia-Staat.

In den 90er und den frühen 2000er-Jahren gab es aber einen religiös begründeten Widerstand aus einer militant-islamistischen Ecke, ein Widerstand, der genau angesichts Gaddafis Religionsverständnisses das Regime als illegitim propagiert hat.

derStandard.at: War die Hoffnung von Anfang an falsch, dass in Libyen ein säkularer Staat entstehen könnte?

Steinbach: Ja, das war von Anfang an klar. Der Widerstand ging vom Osten aus. Wenn wir die Bewegung sehen, die von Osten nach Westen gegangen ist, so war das eine stark religiös geprägte. Wenn man geglaubt hat, dass hier eine total säkulare Demokratie - etwa nach türkischem Muster - eingeführt wird, so war das immer wenig realistisch, zumal wir etliche religiöse Gestalten im Führungsrat sehen. Seit einigen Wochen lässt sich auch eine gewisse Frustration beobachten bei jenen Kräften innerhalb der neuen libyschen Führung, welche dezidiert säkular sind.

derStandard.at: Nach Jalils Rede sollen auch islamische Banken gegründet werden, die keine Zinsen verlangen sollen.

Steinbach: Das Islamic Banking beruht auf dem zinslosen Modus Operandi. Aber auch das wird am Ende nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Auch hier versucht der Vorsitzende des Übergangsrates zunächst einmal, den Faktor Islam als neue Legitimation der libyschen Gesellschaft zu profilieren. Wo immer wir das Islamic Banking finden - selbst in Saudi-Arabien -, bedeutet das immer nur ein Segment des Bankwesens. Ein Land wie Libyen, welches über viele Öl- und Gasexporte in die globale Wirtschaft eingebunden ist, kann sich ein zinsloses Banking gar nicht leisten.

derStandard.at: Kann man sich das so vorstellen, dass es möglich wäre, dass im Inland das Islamic Banking kommen wird, im Handel mit dem Ausland jedoch weiterhin normal gewirtschaftet wird?

Steinbach: Ja, das ist richtig. Zum Beispiel gibt es in Ägypten seit vielen Jahren ein Segment des Bankwesens, welches vom zinslosen Bankwesen geprägt ist. Aber selbst im Inneren Ägyptens haben wir durchaus normal finanzierte Geschäftsbanken. Nehmen wir den Bankplatz London: Selbst hier haben westliche Banken Fenster des islamischen Bankings geöffnet, um dem in einer gewissen Weise entgegenzukommen.

derStandard.at: Eine andere große Angst betrifft den Stellenwert der Frau. Welchen Status gibt die Scharia der Frau? Muss man sich in Libyen vor Steinigungen fürchten?

Steinbach: Nein, ganz gewiss nicht. Es wird wie vorhin bereits erwähnt davon abhängen, wie die Scharia interpretiert wird. Es gibt heute bereits eine starke islamische - wenn Sie so wollen: islamistische - Frauenbewegung, die ausgehend vom Islam und vom Koran die Gleichstellung von Mann und Frau fordert. Auch dies ist ein Teil dieses Diskussionsprozesses, der jetzt geführt werden muss.

derStandard.at: Die Scharia wird ja in vielen verschiedenen Ländern angewendet, etwa im Iran und in Saudi-Arabien. Welche Unterschiede gibt es da?

Steinbach: Das sind andere Arten der Scharia. Wenn Sie beide Länder nebeneinander stellen, so ist das Rechtswesen, das Scharia-Verständnis, im Iran ein gänzlich anderes als in Saudi-Arabien. Wenn wir von der Steinigung absehen, hat der Iran sogar ein liberaleres Scharia-Verständnis als Saudi-Arabien. Viele iranische Theologen unterstreichen, dass die Steinigung mit der Scharia nichts zu tun hat und eine Praxis wider die Scharia sei. Man sieht an einem ganz plastischen Punkt, wie weit die Auslegung der Scharia gehen kann: Im Iran fahren die Frauen Autos wie die Teufel, in Saudi-Arabien wird mit Rückgriff auf den Koran, die Scharia, den Frauen das Autofahren verboten.

derStandard.at: Ist die Scharia mit einem demokratischen System überhaupt vereinbar?

Steinbach: Ja, das lässt sich vereinbaren. Es gibt eine Reihe von Ländern, in denen die Scharia als eine wichtige Regel der Rechtsetzung in der Verfassung verankert ist, wo man aber versucht, dies kompatibel mit einem demokratischen System zu machen, etwa im Irak. Dort wird in der Präambel der Verfassung auf die Scharia Bezug genommen. Die irakische Gesellschaft ist - mit allen Schwierigkeiten, die wir kennen - dabei, eine echte Demokratie zu schaffen. Aber auch hier ist die Frage, in wie weit man die Scharia auslegt.

Auch aus den jüngsten Wahlen in Tunesien wird wahrscheinlich eine moderate islamische Partei als Sieger hervorgehen, welche die Scharia in den Vordergrund stellt, aber eine Scharia, die mit den modernen Werten von Menschenrechten und Demokratie vereinbar ist. Anders kann man eine Scharia in einer künftigen tunesischen Demokratie gar nicht verstehen. (flog, derStandard.at, 24.10.2011)


UDO STEINBACH ist Experte für den Nahen Osten. Er war Leiter des Nahostreferates bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, Leiter des Deutschen Orient-Instituts in Hamburg und Direktor des GIGA-Instituts für Nahoststudien.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 530
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
baneck08
00
27.10.2011, 13:42
aber sicher, Udo, und ausserdem alles "Übersetzungsfehler", gell?

Curd Hombre
01
27.10.2011, 06:52
Nie & nimmer vereinbar.....

....die Zeit wird uns das zeigen!

Bruno Flex
13
25.10.2011, 23:09
Aber ja...

... wie Demokratie und Inquisition

docw
25
25.10.2011, 20:18

das simon wiesenthal center hat vor jahren steinbachs rücktritt gefordert, da er in einer publikation musl. selbstmordattentäter mit kämpfern im warschauer ghetto verglichen hatte. so viel zur objektivität und anbiederung des herrn an die" religion des friedens".

pox vobiscum
11
25.10.2011, 19:34

Eines würde mich aber noch interessiern.
Wie steht die Scharia zum demokratischen Recht, eine, sagen wir, dezidiert atheistische oder streng christliche Partei, die sich die Abschaffung der Scharia ins Parteiprogramm geschrieben hat, zu Wahlen zuzulassen?

pox vobiscum
00
25.10.2011, 18:50

Scharia oder nicht Scharia, Libyen kann wahrscheinlich schon froh sein, wenn sich die Stämme nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen.

positiv gesehen
00
25.10.2011, 17:39
hans im glück aufarabisch

tausche gadaffi gegen scharia

tausche scharia gegen extremismus

tausche extremismus gegen terror

und da wären wir wider bei gaddafi in alten zeiten

positiv gesehen
12
25.10.2011, 17:37
supergut scharia und demokratie

das ist wie ein solarkraftanlage bei nacht

prinzipiell funktioniert ja die solaranlage und

nachtstunden brauchen wir auch.

Killer Bunny
61
25.10.2011, 17:12

"In Großbritannien wurde zunächst am 22. Juli 1986 das Schlagen von Schülern in staatlichen Schulen und 1998 für alle Schultypen verboten. Ein Anhang zum britischen Kinderschutzgesetz, welches Eltern das Schlagen ihrer Kinder generell verbieten sollte, wurde im Jahr 2004 im House of Commons mit 424 zu 75 Stimmen abgelehnt. "
Hat dortn aber auch lange gedauert. In Frankreich und in Teilen der USA ist es an Schulen noch immer erlaubt.

Nexialist
21
25.10.2011, 18:07
und was hat das mit der Sharia in Lybien zu tun?

Killer Bunny
41
25.10.2011, 18:35

Wie lange es gebraucht hat und noch braucht, bis solcher Irrsinn in gestandenen Demokratien abgeschafft wurde.

pox vobiscum
02
25.10.2011, 19:14

Man freut sich dann halt, wenn junge Demokratien den gleichen Mist machen, gegen den in älteren Demokratien so lange gekämpft wurde, oder was wollen Sie damit sagen?

Killer Bunny
11
25.10.2011, 19:26

Arabische Länder brauchen ihre Zeit - die sind ja noch nicht im 21 Jhd. Und Libyen ist eben konservativ. Wenn sich solche Gesetze in westl. Demokratien so lange gehalten haben, braucht man ja wohl kaum davon ausgehen, dass unterdrückte, unaufgeklärte Gesellschaften sofort höchste, demokratischen Standards einführt.

Meklon von Andromeda
 
110
25.10.2011, 16:46

Selten so gelacht:
da wird jahrelang die Scharia mit Attributen wie "rückständig", "mittelalterlich", "frauenfeindlich", "grausam" und weiteren wenig positiven Ausdrücken versehen, nur um gegen Regime und Völker mit diesem Rechtssystem militärisch vorgehen zu können und kaum ist ein Regime da, das man selbst "verursacht" hat, ist die Scharia schon wieder "ganz ok".

Erfreulich, dass z.B. hier im Forum so viele Menschen verstehen, dass wir via Medien von unseren Eliten und Regierenden so richtig schön ver@rscht werden sollen.

Und an die Regierenden und Eliten:
sprecht gefälligst Klartext und erspart uns eure durchsichtigen und dummen Lügereien, denen ohnehin niemand mehr glaubt!

Und an die Medien:
werdet endlich wieder unabhängig!

super Typ
41
25.10.2011, 18:21

1. "Man" gibt es nicht. Sie können nicht z. B. George Bush und Udo Steinbach unter "man" zusammenfassen, um diesen völlig verschiedenen Personen gemeinsam vorzuwerfen, sie würden einmal so und einmal so sagen.

2. Gegen welche Regime ist man wegen der Scharia militärisch vorgegangen? Gegen Saudi-Arabien?

3. Auch "die Scharia" gibt es nicht. Ein Taliban-Regime ist etwas anderes, als wenn in einem Land Elemente der Scharia in die Rechtsordnung einfließen.

Nexialist
06
25.10.2011, 16:27
eine bedenkliche Entwicklung

im christlichen Umfeld ist auch nicht alles gut - vor allem an menschlichen Schwächen scheitert es oft, aber vor dem Gesetz sind bei uns alle gleich und man kann dafür kämpfen, daß das auch so umgesetzt wird...

die Sharia läßt dies ausdrücklich nicht zu - siehe

http://de.wikipedia.org/wiki/Scha... .C3.B6lker

Es ist ein Rückschritt für jede demokratische Entwicklung wenn Religion und Staat so stark verknüpft sind.

sitting bull
10
26.10.2011, 00:40
auch das "christliche umfeld" hat Namen: sie lauten "guantanmo" und "abu graib".

gut zu wissen, dass da vor dem Gesetz alle gleich sind.

Hossam Hassan
01
26.10.2011, 09:54
Das ist so falsch, dass schon nicht einmal mehr das Gegenteil wahr ist

"Abu Ghraib", um das einmal klar zu stellen, war ein Gefängnis, in dem Schergen des Saddam Regimes fest gehalten wurden. Die Bilder, die wir kennen sind zwar schockierend, aber die Opfer dieser Praktiken waren keineswegs unschuldige Gefangene, sondern ihrerseits Folterknechte, Massenmörder und hohe Funktionäre des Baathregimes, die verantwortlich waren für hundertausende Tote, Folter und Terror gegen die Zivilbevölkerung.
Die Gleichgültigkeit gegenüber dieser Tatsache ist noch niederträchtiger, als die gespielte Empörung über eine Lyndie England.
Niemand, der in Abu Ghraib fest gehalten wurde, war unschuldig, praktisch jeder dort war ein Schwerverbrecher, der zahllose Menschenrechtsverletzungen begangen hat.

Sisu75
09
25.10.2011, 16:05
..Udo Steinbach verweist auf die enorme Auslegungsbreite der Scharia: "Im Iran fahren die Frauen Autos wie die Teufel,...

Also das der Iran jetzt fuer eine liberale Sharia auslegung herhalten muss ist -wenn es nicht so traurig wäre- ja zum Totlachen. Ja, ja...so ist die Sharia eben...einfach auslegungssache. Und deshalb steht sowohl in Saudiarabien als auch im Iran auf Religionsaustritt "nur" die Todesstrafe.

kolik11
16
25.10.2011, 16:32
Die iranische *Gesellschaft* als solche ist in der Tat atemberaubend modern. Das islamische Regime dortselbst als liberal zu bezeichnen, muß aber als schamlose Verharmlosung eines der brutalsten Verbrecherregime der Geschichte zurückgewiseen werden.

Gerade die Diskrepanz zwischen der hierorts eher unbekannten bzw. unterschätzten Modernität der iranischen Gesellschaft - wo es bereits 1906 (!) eine säkulare demokratische Revolution gab, bei der Frauen(rechtlerinnen) eine sehr wichtige Rolle spielten - und der korrupt-brutalen islamischen Theokratie, ist eine der traurigsten Facetten jener Terrorherrschaft namens Islamische "Republik" Iran.

kolik11
06
25.10.2011, 15:48
Dieses "liberale" Toleranz für die in islamischen Rechtsmodellen eingeschriebene Intoleranz ist letztlich rassistisch.

Frei nach dem Moto: Die Araber (Nordafrikaner, "Orientalen" ...) haben halt ihre "eigene Kultur" und ihre "eigenen Sitten". Ein bisserl Handabhacken und Steinigen und Homosexuelle hinrichten und Apostaten töten und Frauen und Minderheiten und Freidenker ("ham die sowas überhaupt?") unterdrücken u.u.u. - das paßt halt zu deren Mentalität.

Würde der Herr Steinbach selbst in einem solchen System leben wollen?

Ich weiß, die Sharia ist nicht kodifiziert und man kann den Islam so oder so auslegen. Allerdings würde es die liberaleren Strömungen in islam. geprägten Ländern ohne den Einfluß der säkularen Moderne - und ihrem Universalitätsanspruch, dem Steinbach und Co derart schamlos in den Rücken fallen - überhaupt nicht geben.

kolik11
00
25.10.2011, 15:56
Korrektur: DiesE "liberale" Toleranz ...

Hossam Hassan
03
25.10.2011, 15:32
Es gibt auch im islamischen Raum kein "zinsloses Bankwesen"

sondern Zinsen heißen einfach nicht so. Das ist der einzige Unterschied. Wenn ich mir in Österreich ein Auto kaufen will und von der Bank einen Kredit bekomme, zahle ich den Kredit mit Zinsen zurück.
Will sich ein Mensch in Saudi Arabien ein Auto mit Hilfe der Bank kaufen, dann kauft die Bank das Auto und verlangt vom Schuldner eine fest gelegte Leasingrate über einen gewissen Zeitraum.
Das ist finanztechnisch zwar was Anderes, aber im Ergebnis das Gleiche: Die Bank macht einen Gewinn mit dem geborgten Kapital.

Jimmy Neutron
31
25.10.2011, 14:56

Ob die Gebote "du sollst nicht lügen", "du sollst nicht stehlen", "du sollst nicht ehebrechen", vom alten Testament, vom Koran, oder einer noch moderneren Fibel (von Mao?) entnommen werden, ist ziemlich gleichgültig. Was ist schlimm daran, sich auf ein paar minimale Grundgesetze zu einigen, die man als Ausgangspunkt für alles weitere nimmt und nicht mehr hinterfrägt?

pox vobiscum
01
25.10.2011, 19:53

Das Problem ist, dass sich die Scharia mit ein paar minimalen Grundgesetzen nicht zufrieden gibt, die regelt alles, bis hin zur Körperhygiene nach dem Schei++en.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 530
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.