iPod: Vor zehn Jahren fanden 1000 Songs den Weg in die Tasche

24. Oktober 2011, 10:42
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    Als Gadget hat der Player seinen Zenit überschritten; seit 2009 sind die Verkäufe rückläufig. Aber der iPod ist ein Transformer und hat längst seine neue Gestalt gefunden: als unentbehrliche Funktion auf iPhone und iPad.

Damals war es alles andere als offenkundig, dass Apple mit seinem ersten Ausflug in die "Post-PC-Ära" die Musikbranche auf den Kopf stellen würde

Es waren die Jahre, in denen sich Apple gerade erst vom Krankenbett erhoben hatte. Der iMac war ein bunter Exot, der mit "Rip, Mix, Burn" (Werbeslogan) die Musikindustrie erzürnte, weil sie dies als Aufforderung zum Raubkopieren verstand. Dann, am 23. Oktober 2001, gab es viele spöttische Bemerkungen, als Steve Jobs eine 400 Dollar teure Zigarettenschachtel vorstellte, die "1000 Songs in der Tasche" versprach - den Ur-iPod, mit Fünf-Gigabyte-Platte. In dieser Zeitung fand das Ereignis zwei Tage später in der Rubrik "Hot Stuff" nur kurzen Niederschlag. Gerade fünfmal war der iPod im nächsten Jahr der Erwähnung wert, meist als Nebenaspekt. Erst im Herbst 2002 fand die Musikalische Revolution statt.

"Steve Jobs hatte nicht nur eine Vision, er hatte einen Plan - gegen den sich die Musikindustrie anfangs sträubte"

Damals war es alles andere als offenkundig, dass Apple mit seinem ersten Ausflug in die "Post-PC-Ära" (Jobs, als er heuer noch das iPad 2 vorstellte) die Musikbranche auf den Kopf stellen würde. "Die Wahrheit ist, dass Steve Jobs die Musikindustrie rettete", würdigte Musikmanager Ed Nash am Freitag im Wall Street Journal das Jubiläum: Denn vor iTunes schien es unmöglich, den technologischen Dammbruch von "Sharing" - Raubkopien - zu stoppen. Erst mit dem iTunes-Store 2003 kam es zum Paradigmenwechsel, "Steve Jobs hatte nicht nur eine Vision, er hatte einen Plan - gegen den sich die Musikindustrie anfangs sträubte".

Der Erfolg des iPod beruhte auf einem Faktor, den Jobs wohl in der harten Zeit seines Exils gelernt hatte: den iPod zu öffnen. Dazu gehörte eine Windows-Version von iTunes; die Möglichkeit, alle gängigen Musikformate und nicht nur das von Apple bevorzugte AAC spielen zu können (Sonys digitaler Walkman scheiterte u. a. wegen seines speziellen Formats), die Musikindustrie vom Unsinn des Kopierschutzes zu überzeugen sowie ein Ökosystem an Accessoires. Damit stellte sich Apple in den Mittelpunkt einer Wertschöpfungskette für andere Firmen, ganz so wie Microsoft seine PC-Dominanz erreichte. Selbst für Luxus-Audiohersteller sind iPod und iPhone musikalischer Motor, um den herum sie Anlagen um einen vielfachen Preis bauten. (Helmut Spudich)

Kaffeeschlürfer
00
25.10.2011, 13:31
LANGWEILIG!!!

Apple hat occ gekillt ^^

Mathias Steinlaus
 
00
24.10.2011, 14:56
... die Möglichkeit, alle gängigen Musikformate und nicht nur das von Apple bevorzugte AAC spielen zu können ...

Schon wie Microsoft, Sony & Co hatte auch damals Apple mit seinen Produkten die OpenSource Formate (ogg) diskriminiert - obwohl diese damals den veralteten Dateiformaten um Lichtjahre voraus waren!

Selbst der gute alte Brockhaus und die ganzen Lexikas waren damals auf CD/DVD schon auf das offene Musik- und Videoformat umgestiegen.

opryde
02
24.10.2011, 17:09

dieser reflex "open source ist immer besser" wird langsam mühsam. als ich das letzte mal ogg angesehen habe (da gabs schon die 4. auflage vom ipod), waren die files riesig und damit uninteressant. mit aac kann man immerhin auch kapitel machen, damit ist das format für mich unentbehrlich.

the modern leper
01
24.10.2011, 11:08
"...sowie ein Ökosystem an Accessoires"

Schon lustig, was manchmal rauskommt, wenn Autoren ohne nachzudenken, den bescheuerten Marketingsprech von Firmen übernehmen.

Oder kann mir jemand erklären, wie die iPod-"Accessoires" (man könnte das auch als schnödes Zubehör bezeichnen, aber egal) ein Ökosystem bilden können?

opryde
00
24.10.2011, 17:12

stimmts etwa nicht? denk doch mal an belkin, die produzieren praktisch nur noch hüllen und dergleichen für idevices und machen damit gewaltigen umsatz.

rolin
00
24.10.2011, 14:15
Product Ecosystem

Der Begriff wird vor allem im Produktdesign und -development viel verwendet. Keine Ahnung, was daran so sonderbar ist?

rolin
00
24.10.2011, 12:32
Product Ecosystem

Das kommt weniger aus dem Marketing als aus dem Produktdesign und -development.

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