Attersee

Zwei Taucher bei "Schwarzer Brücke" tödlich verunglückt

24. Oktober 2011, 13:43
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    apa-foto: philipp wiatschka/salzi.at

    Im Attersee bei Unterach sind zwei Taucher bei der sogenannten Schwarzen Brücke tödlich verunglückt.

Tragödie ereignete sich bei besonders gefährlicher Stelle im Attersee

Linz - Zwei tschechische Taucher sind Sonntagnachmittag im Attersee bei Unterach im Bezirk Vöcklabruck tödlich verunglückt. Die beiden Männer im Alter von 22 und 34 Jahren hatten einen Tauchgang bei der sogenannten Schwarzen Brücke unternommen. In diesem Bereich des Sees war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren, auch tödlichen Unfällen gekommen. Das teilte die Sicherheitsdirektion Oberösterreich am Montag mit.

Ursachenklärung schwierig

Die zwei Taucher waren mit einer größeren tschechischen Gruppe unterwegs. In mehreren Teams tauchten die Sportler ab. Gegen 15.40 Uhr kamen der 22-Jährige und der 34-Jährige in einer Tiefe von rund 35 Metern aus vorerst ungeklärter Ursache in Schwierigkeiten. Als sie bis 17.00 Uhr nicht zurückkehrten, machten sich die übrigen Mitglieder der Gruppe Sorgen und begannen nach den beiden Vermissten zu suchen. Sie fanden den Älteren reglos im Wasser und brachten ihn ans Ufer. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Der 22-Jährige blieb zunächst verschwunden. Erst gegen 21.45 Uhr bargen Taucher des Sondereinsatzkommandos Cobra, der Wasserrettung und der Feuerwehr seine Leiche. Die Unfallursache war vorerst nicht bekannt. Da die beiden Tschechen nur zu zweit unterwegs waren, werde sie sich aber auch nur schwer feststellen lassen, hieß es seitens der Polizei.

Hintergrund zur Unfallstelle

Die "schwarze Brücke" oder "schwarze Wand" ist ein berühmt-berüchtigter Tauchplatz: eine bis auf 120 Meter Tiefe senkrecht abfallende Steilwand. In den vergangenen 13 Jahren kamen dort über 20 Menschen ums Leben. Das Land Oberösterreich habe schon mehrfach die Einführung von Kontrollen geprüft, hieß es aus dem Büro des zuständigen Landesrats Max Hiegelsberger.

Doch Umsetzung und Kontrolle von Auflagen seien nicht einfach. Man appelliere deshalb an die Selbstverantwortung der Taucher."Derzeit will man weiteren Unfällen vorbeugen, indem man auf Information setzt", so das Büro des Landesrates. Seit zwei Jahren werde das ausgebaut. Kleine Kreuze seien durch ein 1,90 Meter großes Mahnmal ersetzt und die Einstiegsstelle erneuert worden. Informationstafeln warnen vor der Gefahr.

Heuer bereits drei Tote

Das Tauchrevier, das seinen Namen von einer nahe gelegenen Brücke hat, ist wegen seines speziellen Lichteinfalls besonders beliebt, gilt aber als äußerst anspruchsvoll. Die Steilwand habe auf etwa 50 Metern Tiefe ein Plateau, dann falle sie weiter ab. Das reize viele Sportler. Die Opferzahlen seien unterschiedlich, heuer fanden drei Menschen den Tod im See, im Vorjahr keiner, in einem Jahr seien es aber schon einmal acht gewesen, berichtete der Landesleiter der Wasserrettung, Josef Leichtfried.

Die Wasserrettung habe noch nie etwas für die Bergungen verlangt, diese seien aber sehr wohl eine finanzielle Belastung. "Es war einmal angedacht, dass Bürgermeister und Tourismusverband eine Versicherung abschließen, aber das ist im Sande verlaufen", so Leichtfried.

Letzter Unfall in normaler Tiefe

Sehr viele Unfälle würden aufgrund der Tiefe passieren, die beiden zuletzt Geborgenen seien aber auf etwa 30 Metern, also normaler Höhe, verunglückt. "Taucher haben ja eine Ausbildung, die meisten Unfälle passieren aus Selbstüberschätzung", erklärte Leichtfried. Die oberösterreichische Wasserrettung verfüge über etwa 50 Einsatztaucher, die gemeinsam mit jenen der Feuerwehr und Cobra die Bergungen vornehmen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 148
1 2 3 4
fif
00
27.10.2011, 18:05
Ernste Frage and die, die sich auskennen:

Wie kann so etwas passieren? Verliert man die Orientierung weil es zu dunkel ist?
Zu tief hinunter und dann zu schnell aufgestiegen?

Stiller Sportfreund
02
28.10.2011, 09:47

Dort unten ist es dunkel und kalt, das macht schon physisch und psychisch mehr Stress (wenn man nicht kaltwassererprobt ist). Kommt dann noch ein Problem, wie das Vereisen des Atemgeräts hinzu und kann man das aufgrund von Panik, mangelnder Routine, unzureichender Ausrüstung nicht unter Wasser lösen, kann es zu Panikreaktionen kommen und in Folge zu weiteren Problemen: Zum Beispiel Tarierung nicht halten können, absacken - Vergessen auf Bleiabwurf, Buddy nach, Luftvorrat aus; oder Tauchen mit nur einem Abgang - Vereiser - Buddy gibt Luftspende - durch erhöhte Belastung ebenfalls Vereiser - kein Aufstieg eingeleitet - Luftvorrat aus; oder Stickstoffnarkose und Vereiser, und so weiter.
Bei Interesse: www.taucher.net

nullachtfünfzehn_
00
29.10.2011, 20:28
super erklärt

denn diese Tauchunfälle sind alle auf eine schlechte Ausbildung, falsches Reagieren in einer Stress-Situation,... zurückzuführen.

Bei Beachtung einigiger weniger Grundregeln (s.u.a. oben) kommt es garnicht zu kritischen Situationen. Doch leider ist dazu entsprechende Taucherfahrung, und Routine in der Ausbildung erforderlich.

Ein vereister Regler stellt keinerlei Gefahr für den Taucher dar, da ein kontrollierter Aufstieg sofort eingeleitet wird und das Atmen weiterhin möglich ist.
Nur die Flasche ist natürlich rasch leer,...

Der.vandale
03
25.10.2011, 22:57
Völlig sinnlose Diskussion

Leute, da diskutieren Menschen mit, die vom echten Tauchen so weit weg sind wie tetrapak Wein von Brunello...die schwarze Brücke kann nix fürs Unglück...

Seria
173
24.10.2011, 22:15

in dieser Jahreszeit tauchen zu gehen ist Masochismus und Dummheit

nullachtfünfzehn_
00
29.10.2011, 20:31

der Einzige Unterschied ist ausserhalb des Wassers. Bein Einstieg und nach dem Tauchgang das Ausziehen ... an Land.

Im Wasser herrschen fast ähnliche Bedingungen wie im Sommer

1816/55
12
25.10.2011, 08:36

Noch nie was von Trockentauchanzug gehört?

Archi
22
25.10.2011, 02:55
sagt, wer offensichtlich nicht die geringste ahnung vom thema hat...

klar, ein 3-tages-padi-kurs auf den malediven reicht dazu nicht aus, aber wenn mans kann, gibts keine bessere jahreszeit als jetzt! naja, im februar/märz ists im attersee noch besser...

nomad13
10
25.10.2011, 04:40
Hab SSI

Aber was an dieser Jahreszeit besonders ist - erschliesst sich mir trotzdem nicht - etwa ein paar m bessere Sicht? LOL U ausserdem wenn intressiert die schwarze Wand - wegen den bisschen Tiefenrausch od wozu sonst soll der Müll gut sein? Da tauch ich lieber neben grossen Fischen - das hat mehr "Kitzel"

Archi
12
26.10.2011, 04:02
tja, bloß, weil du etwas nicht verstehst, ist es ja nicht gleich automatisch schlecht!

bleib bei deinen urlaubstauchgängen im warmen wasser und fühl dich gut dabei, aber maß dir nicht an, über tauchgänge in anspruchsvolleren revieren zu urteilen, bloß weil du davon keine ahnung hast...

btw: ssi ist auch bloß das um eine spur weniger peinliche derivat von padi...

nomad13
02
26.10.2011, 06:50
Nein - finde SSI besser als PADI (Bücher etc).@ Schwarze Wand:Naja - es gibt eine dunkle Herausforderung für Nerverl bei Geräteversagen aber sonst nix LOL

U Letztesmal(Anfang des Jahres) bin ich bei den Lofoten getaucht.Neben Walen. Ich meide also nicht das kalte Wasser:-)
Ich hab dich gefragt was du an der schwarzen Brücke spannend findest od als herausfordernd betrachtest? Die Sicht mag ja gut sein-aber das intressiert dich weniger?Also was?

Glaubst du -du profiliierst dich bei strömungsschwachen Gebieten? Od ist es der Eingang? Den habens ja glaub ich auch verbessert. LOL.Der einzige Grund-warum dort so viel passiert -ist-WEIL Dort SO VIELE tauchen u EBEN Anfänger gleich tief gehen.Definitiv

Anspruch gibt es dort keinen-es gibt nur ruhige Typen u es gibt Nerverl welche es erst nach JAhren kapieren(eben mit Erfahrung Notsituationen wie Geräteversagen etc.aufwiegen müssen)

net-diver
 
01
27.10.2011, 14:14
Wenn...

... man Tauchen als Möglichkeit zur Findung innerer Ruhe und Gelassenheit sieht, wird es klarer warum sich manche in völlig "uninteressanten" Gebieten bis auf 100m oder tiefer versenken. Das subjektive Gelaber über schön oder nicht schön, interessant oder nicht verliert sich hier schon in der Vorbereitung solcher Tauchgänge.

Und wer im Kaltwasser ohne Doppelventil bzw. zweite Flasche und Zusatzregler tiefer geht ist einfach nur ein Volldepp.

Gut Luft,

ein Teki

nomad13
00
28.10.2011, 16:46

Ahh :-) - so
ttt
iiiiiiii
eeeeee
ffffffffffff -
das ist eine andere Liga. Ich bin mehr in rauhere Gewässer zu Hause - also mehr mit navigieren etc. Daher - was dass anbelangt -
Ich kann da nicht nachvollziehen - wie es dort unten ist (wenn meine Reiserei mal zu ende ist - ist das definitv ein erstrebenswertes Ziel u kommt auf meine to do Liste)

Alles Gute

net-diver
 
01
31.10.2011, 10:18
Geht...

... ja beides. Alaska, Prince of Wales island liegt im Kanal (bis zu 16 Knoten Strömung!) ein Schiffswrack. Das steht quasi aufrecht im Wasser am Hang. Heck ca. auf 90m, Bug ab 35m. Nette Strömung, nette Tiefe, 4 Grad Wasser und schön dunkelgrün bis schwarz. Echt nett.

Utrilittn
12
25.10.2011, 01:46

Der Experte predigt von der Couch.

LGM
01
24.10.2011, 23:47

Ja, bei Regen wird man da immer so nass

Rene Meisel
00
24.10.2011, 22:11
Die "Schwarze Brücke"...

...liegt am Ostufer kurz vor Steinbach am Attersee!(Unterach liegt am SW-Ufer)

Schrijfnietvaak
71
24.10.2011, 21:13
Taucherversicherung???

Wie wäre es wenn man den Einstieg versperrt, dort einen Versicherungsautomaten hinstellt, der nach Versicherungsabschluss die Türe öffnet?

Generell finde ich, dass die Zunahme der "extremeren" Sportarten nach einer gesetzlich verpflichtenden Unfallversicherung schreit.

haarspalter
00
25.10.2011, 20:28

mushroom searching ist auch ungemein gefährlich.

rucksackflieger
01
25.10.2011, 11:00
wandern verbieten?

geht es nach der anzahl der toten, ist wandern wohl eine der "extremsten" sportarten. gerade in diesem jahr starben dabei so viele menschen wie noch nie.
und seien sie versichert - die allermeisten derer, die einen sport ausüben, der möglicherweise risikobehafteter ist als nasenbohren, haben eine zusätzliche versicherung!

schlechter Gutmensch
00
24.10.2011, 23:36

http://www.daneurope.org/web/guest... membership

abgesehen davon ist tauchen nicht "extrem".

Daß ein paar Leute dabei extreme Sachen machen, ist eine andere Geschichte.... aber das gibt es in jeder Sportart...

morty
00
24.10.2011, 22:33

Tauchen ist an sich eine sehr, sehr sichere Sportart.

Micha Do
 
00
26.10.2011, 20:16
"An sich" schon, es scheitert aber öfter an den Tauchern... ;-)

King Of Kronenzeitung
00
24.10.2011, 17:49

Wenn man am Attersee wohnt und man die Rettung mit Blaulicht sieht, weiß man: Ah! Wahrscheinlich wieder ein Taucher weniger.

net-diver
 
02
26.10.2011, 19:27
Ja...

... und wenn man als Taucher übernachtet, muss man den Pensionspreis im Vorhinein zahlen, kein Scherz, ist uns passiert :D

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