Prinz Nayef

Der Erste auf der Shortlist der Söhne Ibn Sauds

Gudrun Harrer, 23. Oktober 2011, 19:50
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    foto: reuters/ali jarekji/files

    Innenminister Prinz Nayef.

Innenminister Prinz Nayef soll Kronprinz werden

Auf der Liste der Söhne von Staatsgründer Ibn Saud, die noch für die Thronbesteigung in Saudi-Arabien infrage kommen, steht Prinz Nayef seit 2009 ganz oben: Damals ernannte König Abdullah seinen Innenminister auch noch zum Zweiten Vizepremier, ein Amt, das als Startposition gilt. Kronprinz Sultan, der am Samstag starb, war damals schon unheilbar krank.

 

Nicht alle sind glücklich über die Aussichten, dass Nayef, 1933 oder 1934 geboren, Kronprinz werden und König Abdullah einmal beerben könnte. Von ihm gibt es eine Reihe von Zitaten, die ihn als konservativer und weit weniger reformfreudig ausweisen als Abdullah. So sieht er - anders als der zehn Jahre ältere König, der dem erzkonservativen Establishment eine vorsichtige Öffnung in dieser Frage zumutet - keine "Notwendigkeit" irgendeiner Partizipation von Frauen im öffentlichen Leben.

 

Was er von der Aufnahme von Frauen in die Schura, das beratende Gremium des Königs, hält, ist unbekannt. Falls der König seine diesbezüglichen Pläne noch umsetzt, wird es Nayef jedoch schwerfallen, dies wieder rückgängig zu machen. Immerhin bekamen unter ihm als Innenminister im Jahr 2001 die saudi-arabischen Frauen zum ersten Mal eigene Personalausweise. Und als die Religionspolizei 2002 in Mekka die Feuerwehr daran hinderte, Mädchen aus einer brennenden Schule zu retten - weil sie vielleicht nicht genügend "bedeckt" seien, 14 starben -, stellte er sich gegen die fanatischen Sittenwächter. Dennoch sind seine Beziehungen zu den allerkonservativsten Kreisen des Königreichs bestens.

 

Prinz Nayef ist der 23. Sohn von Ibn Saud und einer der sogenannten "Sudairi Seven", der Söhne von Ibn Sauds Lieblingsfrau Hassa bint Ahmed al-Sudairi. König Abdullah, aus der Shammar-Linie, ist demnach sein Halbbruder. Als dritte Frau ehelichte Nayef übrigens auch eine Sudairi, die ab und zu mit ihrer Einkaufswut im westlichen Boulevard auftaucht.

 

Prinz Nayefs Ämter- und Würdenliste ist lang: Im Stadtrat von Riad saß er mit 18, zwei Jahre später wurde er Gouverneur von Riad. Nach Vize- und Staatsminister im Innenministerium wurde er 1975 Ressortchef. Mit dem verstorbenen Kronprinzen hat er gemein, dass er nach 9/11 "die Juden" verdächtigte, hinter dem Attentat zu stehen. Dabei kennt er als Innenminister Al-Kaida wie kein anderer - und Muhammad, ein Sohn Nayefs aus seiner zweiten Ehe, ist sogar Terrorismus-Abwehrchef. (Gudrun Harrer, DER STANDARD-Printausgabe, 24.10.2011)

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24.10.2011, 13:02

Auch das Saud Regime wird sich nicht ewig halten können.

Der Protest in Bahrain startete aufgrund der ungleichen Verteilung der Reichtümer. Und zwar zuerst aufgrund von Google Maps (!).

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