Kein Präsident im ersten Wahldurchgang

24. Oktober 2011, 06:40
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    foto: reuters/tsvetelina belutova

    Ein alter Mann und die Wahl.

Regierungskandidat Plewneliew in zweiter Runde gegen sozialistischen Ex-Außenminister Kalfin

Sofia - In Bulgarien muss eine Stichwahl über den künftigen Staatschef entscheiden. Der Regierungskandidat Rossen Plewneliew und der frühere Außenminister Iwajlo Kalfin werden am kommenden Sonntag gegeneinander antreten. Das geht aus den ersten amtlichen Zwischenergebnissen der Präsidentenwahl hervor, die die Zentrale Wahlkommission (ZIK) in der Nacht zum Montag in Sofia mitteilte. Danach erhielt Plewneliew von der bürgerlichen GERB-Partei im ersten Wahlgang am Sonntag 40,3 Prozent der Stimmen. Auf den sozialistischen Kandidaten Kalfin entfielen 30,17 Prozent.

Die unabhängige Ex-EU-Kommissarin Meglena Kunewa kam auf lediglich 13,74 Prozent. Damit schied sie aus dem Rennen für das Präsidialamt aus. Die Stichwahl wurde notwendig, weil keiner der insgesamt 18 Kandidaten mehr als die Hälfte der Stimmen auf sich vereinigen konnte.

Hinweise auf Stimmenkauf

Die Partei der türkischen Minderheit (DPS) erklärte, dass sie den Bewerber der oppositionellen Sozialisten, Kalfin, im zweiten Wahlgang unterstützen werde. "Eine Wahl Plewneliews würde für das demokratische Modell nichts Gutes bedeuten", sagte DPS-Chef Ahmed Dogan. Seine Partei hatte keinen eigenen Kandidaten für das höchste Staatsamt aufgestellt. In Bulgarien sind rund zehn Prozent der Bevölkerung ethnische Türken.

Die nationalistische Ataka-Partei (3,78 Prozent) entzog ihre bisherige Unterstützung für die bürgerliche Regierungspartei GERB. Regierungschef Bojko Borissow sei gegenüber Ataka nicht korrekt gewesen, sagte Parteichef Wolen Siderow. Ataka werde auch den Präsidentschaftskandidaten der GERB-Partei Rossen Plewneliew nicht unterstützen.Die ersten Wahlen nach dem EU-Beitritt Bulgariens 2007 wurden zudem von vielen Hinweisen auf Stimmenkauf und Manipulation begleitet.

Ein-Mann-Regime vs. Demokratie

"Die Menschen stimmten für Reformen", sagte Regierungschef Bojko Borissow in einer ersten Reaktion. Die Wahlen gelten als Test für seine seit 2009 amtierende Regierung. Die GERB-Partei fühle von nun an eine "große Verantwortung", sagte Borissow mit Blick auf die Aussichten, dass Plewneliew die Stichwahl gewinnen werde. Im Präsidialamt in Sofia würde er dann den Sozialisten Georgi Parwanow nach Ende der zweiten Amtszeit ablösen.

Gerade vor dieser Perspektive warnten die oppositionellen Sozialisten. "Für die Stichwahl gibt es nun zwei Entscheidungen - für ein Ein-Mann-Regime oder für die Demokratie", sagte Sozialisten-Chef Sergej Stanischew. Die Sozialisten sagen dem Kandidaten der regierenden GERB-Partei einen "Hang zum Totalitarismus" nach. Stanischew rief deshalb alle regierungskritischen Wähler auf, beim zweiten Wahlgang für den sozialistischen Kandidaten zu stimmen.

Offizielle Ergebnisse lagen wegen des verlängerten Wahltags noch nicht vor. An vielen Orten hatte sich die Abstimmung um bis zu zwei Stunden verzögert. Die Opposition beschrieb die Verhältnisse als chaotisch. Die Wahlen in dem Balkanland waren kompliziert, weil an einem Tag sowohl für einen neuen Präsidenten als auch für neue Bürgermeister und Gemeinderäte abgestimmt wurde.

Hinweise auf Stimmenkauf

Mehrfach gab es Hinweise auf Stimmenkauf. In der Schwarzmeerstadt Burgas wurde ein Mann wegen des Verdachts festgenommen, dass er Wählerstimmen gekauft haben soll. Der Staatsrundfunk in Sofia berichtete auch aus anderen Städten über angeblichen Stimmenkauf.

Kauf von Wählerstimmen ist laut Experten bei der Kommunalwahl verbreiteter als bei der Wahl des Staatschefs, weil es in den Regionen attraktive, mit EU-Geldern finanzierte Projekte gebe, von denen sich profitieren lasse. Eine Stimme soll nach Medienangaben im Schnitt 50 Lewa (rund 25 Euro) kosten. (APA)

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11 Postings
Markus Pirchner
00
24.10.2011, 07:17
Wie soll das gehen?

"Kein Kandidat mit Mehrheit"? Das stimmte nur, wenn alle Kandidaten die exakt gleiche Stimmenanzahl hätten, was abr ganz offensichtlich nicht der Fall ist.
Erst denken, dann schreiben.

Martin Ivanov
00
23.10.2011, 17:41
Wahlen in Bulgarien

Bei heutigen Wahlen in Bulgarien hat große Angst. Mehrere Wähler in Plovdiv z.B. wollten nicht in Exitpol beteiligen. Zur Zeit hat mehr als 250 Klagen wegen Verletzungen in Wahlprozeß wie Stimmverkauf, Agitazion u.a. Die Beobachter ewrarten bei Presidentenwahl Ballotage zwischen Plewneliew/ bürgerbewegung für europäische Entwicklung/ und Kalfin / BSP/
Martin Ivanov
freiberufliche Journalist .

RTA
 
21
23.10.2011, 15:49
Ich finde es eigenartig, dass

der türkisch stämmige Präsidentenkandidat nicht einmal erwähnt wird (unabhängig von seinen Siegchancen):
http://bit.ly/ntTx0O

Dame Gruev
00
25.10.2011, 18:03
DA die NICHT-ERWÄHNUNG des türkischstämmigen Präsidentschaftskandidaten schon gewaltige Wellen bei den türkischstämmigen Forumsteilnehmer, hier in Kürze die Wahlergebnisse mit Angabe der Ethnie:

1. Rossen Plewnaliew (bulgarischstämmig) 40.05%
2. Iwailo Kalfin (bulgarischstämmig) 28.91%
3. Miglena Kuneva (bulg.) 14.06 %
4. Wilen Siderow (bulg) 3.67%
5. Stefan Solakow (bulg) 2.57%
6. Atanas Semow (bulg) 1.88%
7. Rumen Christow (bulg) 1.92%
8. Swetoslaw Witkow (bulg) 1.52%

DIE ÜBRIGEN SCHAFFEN leider DIE 1% GAR NICHT, inklusive der türkischstämmigen Präsidentschaftskandidaten…

Apfel vom Baum
10
23.10.2011, 17:28

Sie selber sagen das er geringe Siegchancen hat... Da erübrigt sich ja die Frage von selbst. Ich weis auch nicht was Sie so toll an einem ehemaligen Mitarbeiter der kommunistischen Staatstsicherheit finden? Lediglich die Tatsache das er zur einer Minderheit gehört? Wenn das der Fall seien sollte, können Sie sich ja freuen das Plewenliew erwähnt wurde, einem ethnischen "Mazedonier" ;-)

pipi pipifax
00
23.10.2011, 21:21

der n*zi siderow wurde ja auch erwaehnt.

RTA
 
21
23.10.2011, 20:56
Ein Repräsentant

der muslimischen Menschen in Bulgarien soll unerheblich sein? (10-15% der Bevölkerung)

1) Demokratiepolitisch ist es für Bulgarien sehr wichtig, ob und wie ein musl. Kandidat behandelt und gesehen wird, allein deswegen müsste (insbesondere von diesem Blatt) der Herr erwähnt werden

2) Komm. Staatssicherheit? Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Aktenvermerk

3) Der Umgang mit Minderheiten (Türken, Roma, Muslime insgesamt) hat sich in den letzten Jahren rapide verschlechtert - und sie wollen dies unerwähnt lassen? Naja.

Dame Gruev
00
25.10.2011, 18:59
Antithese!

1) Demokratiepolitisch ist es für die Türkei sehr wichtig, ob und wie die Christen in der Türkei behandelt und gesehen sind, allein deswegen müsste (insbesondere von diesem Blatt) die Lage der Christen in der Türkei TÄGLICH erwähnt werden

2) Völkermord an Armenier, Kurden...

3) Der Umgang mit Minderheiten (Armenier, Kurden, Griechen, Zyprioten und Christen) hat sich in den letzten Jahren rapide verschlechtert - und sie wollen dies unerwähnt lassen? Naja.

4) Der 25 jahrelange Krieg gegen die eigene Minderheit- Kurden... und sie wollen dies unerwähnt lassen? Naja...

Dame Gruev
00
25.10.2011, 20:12
Ein Repräsentant der muslimischen Menschen in Bulgarien soll unerheblich sein? (10-15% der Bevölkerung)

Übrigens- als Moslems haben sich bei der Völkerzählung 2011 erst 546 004 bulgarische Staatsbürger bezeichnet.
Die Gesamtbevölkerung beläuft sich 2011 auf 7.364.570 Menschen, d.h. die Moslems sind erst 7.4% (sieben komma vier prozent- 7.4)

BITTE MERKEN > > > 7.4% < < < !!!

Apfel vom Baum
10
24.10.2011, 09:15
Teil 2

2. Die kommunistische Staatssicherheit, ist Hauptverantwortlicher für einen der schwärzesten Momente der bulgarischen Geschichte, nämlich der Vertreibung der türkischstämmigen Muslimen aus Bulgarien, Ende der 80er. Einer dieser Agenten, war der Agent Sokol (aka. Ahmed Dogan, Parteiführer der DPS)
3. Wenn Sie hiermit auf die jüngsten Ereignisse, den Protesten gegen die Roma, anspielen möchten, so würde ich Sie bitten sich näher zu informieren. Sehr viele türkische und armenische Bulgaren haben ebenfalls mit protestiert. Die meisten der türkischen Bulgaren sind wunderbar in der bulgarischen Gesellschaft integriert und sind mit der Bevorzugung von „nicht integrationswilligen“ Minderheiten ebenfalls nicht einverstanden.

Apfel vom Baum
01
24.10.2011, 09:12
Teil 1

Die DPS (Partei der Türkischen Minderheit) war von 2001 bis 2009 in jeder Regierung. Davor hatte diese Partei seit 1992 jede Regierung im Parlament mitgetragen. Die Partei kriegt im durchschnitt 7 bis 8 % was dem Anteil der türkischen Bevölkerung im Land zufällig entspricht (wenn Sie von 10 oder 15% sprechen, vergessen Sie gerne zu differenzieren zwischen Bulgarischen, Türkischen und Roma Muslimen) Den größten Anteil erhält diese Partei allerdings durch gekaufte Roma Stimmen und enttäuschten bzw. arbeitslosen türkischstämmigen Bulgaren. Zur Ihrer Information, die jetzige Regierung hat ebenfalls muslimische Minister.

1. „Demokratiepolitisch“ (was auch immer das sein mag) hat dieser Herr gerade mal 0,12% der Wählerstimmen erhalten.

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