Web-Attacke

Anonymous nimmt NPD unter Beschuss

23. Oktober 2011, 11:38

Breit angelegte DDoS seit Samstag im Gange - Aktivisten wollen Zeichen für Menschenrechte setzen

Aktivisten der Anonymous-Gruppierung haben nach einer Angriffswelle im vergangenen August erneut die rechtsextreme Partei NPD ins Visier genommen. Mit einer groß angelegten Überlastungsangriffen (DDoS) zwingen sie seit Samstagmittag diverse Webseitenserver der Partei in die Knie. Laut dem Portal Gulli.com wurden sowohl die Hauptseite, als auch die Online-Auftritte der hessischen und frankfurter Zentralen zumindest für mehrere Stunden außer Gefecht gesetzt. Auch die Webseite "Nein zum Euro" kam unter Beschuss.

Protest-Aktion

Laut Anonymous-Sprechern sei der Angriff als "virtuelles Occupy" zu betrachten. Eine Anspielung auf die im Sommer gestartete Protestbewegung "Occupy". "Die NPD occupied nun Berlin und Frankfurt und wir die NPD im Gegenzug virtuell", teilt Anonymous mit. Die Aktivisten sprechen sich damit klar gegen die von NPD-Mitgliedern in Deutschland abgehaltenen Demonstrationen aus. Zudem wolle man zeigen, dass man sich für Menschenrechte und Toleranz einsetze. Wie lange der Beschuss der NPD noch anhalten soll, ist nicht bekannt. (red)

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Gulli.com

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 36
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Samthand Schuh
33
23.10.2011, 16:01

Ich denke, dass sie nicht wissen, worum es sich bei der NPD handelt. Sie können diese nicht mit einer zumindest teilweise demokratischen Partei wie der FPÖ vergleichen. Während Nazis in der FPÖ eine Minderheit sind, kann man praktisch jedes Mitglied der NPD einen Nationalsozialisten nennen.

Da geht's dann nicht mehr um das bloße Relativieren oder Verharmlosen des Holocausts, sondern schon eher um das Gutheißen dessen. Jeder, der gegen die NPD auftritt, (und NPDler glauben das wirklich!) ist von Juden gesteuert. Kommt die NPD an die Macht, so ist sie tatsächlich für viele Menschen lebensgefährlich.

Baaron Arr
01
24.10.2011, 00:39

die "echten" Nazis - so mit judenverschwörung und holocaustleugnung und so - mögen in der gesamten FPÖ die minderheit sein. Die mehrheit - und das halte ich sogar für viel gefährlicher - sind soetwas wie neu-nazis, die sich mittlerweile adaptiert haben und eben sowas a la breivik und PI faseln und zu großen Teilen ja sogar wirklich glauben.

desperado joe
32
23.10.2011, 20:39

um ehrlich zu sein bin ich über die npd wirklich nicht gut informiert.

mir gehts aber prinzipiell darum, dass einer zulässigen partei (wie sie es in deutschland ja ist) auch grundsätzlich das versammlungsrecht zukommt. darauf wollte ich hinaus.

und was mich noch interessiert: sie haben gsagt, dass fpö und npd (teilweise) undemokratisch sind. wie meinen sie das genau? die werden ja nicht ernsthaft einen führerstaat fordern, oder?

har har
00
28.10.2011, 20:09

Informieren sie sich mal.

Roky Erickson
212
23.10.2011, 16:58

Ich würde an Ihrer Stelle die FPÖ nicht derart verharmlosen.

Samthand Schuh
11
23.10.2011, 19:14

Ich finde die FPÖ keineswegs harmlos - ganz im Gegenteil.

Samthand Schuh
01
23.10.2011, 16:13

ups, das war als Antwort an "desperado joe" (siehe unten) gedacht.

clever s
02
23.10.2011, 13:41
F.U.

Rechtsextremes Gesindl

desperado joe
207
23.10.2011, 11:51
Die Aktivisten sprechen sich damit klar gegen die von NPD-Mitgliedern in Deutschland abgehaltenen Demonstrationen aus. Zudem wolle man zeigen, dass man sich für Menschenrechte und Toleranz einsetze.

bin kein rechter, aber es ist doch paradox, dass man sich einerseits für die menschenrechte einsetzt, aber andererseits gewissen politischen gruppierungen die versammlungsfreiheit aberkennen will

gustl
 
01
27.10.2011, 21:42
Wie schaut's rein ethisch mit Tyrannenmord aus?

Ist es ethisch vertretbar, jemanden der für Multiple Menschenrechtsverletzungen verantwortlich ist, nicht aus dem Verkehr zu ziehen.

Das gelindest mögliche Mittel wäre ein Prozess und danach wegsperren.

Sollte das nicht möglich sein, wäre es ethisch vertretbar, den Tyrannen zu ermorden, sollte sich die Gelegenheit ergeben?

Wäre es ethisch vertretbar, den Tyrannen am Leben zu lassen sodass er weitere multiple Menschenrechtsverletzungen begehen kann?

Ist es richtig, Menschen die die Ansicht vertreten ganze Gruppen von anderen Menschen zu ermorden sei in Ordnung, ihr Menschenrecht auf Versammlung zu gewähren?

In Ungarn hat vor kurzem dieses "Gewähren lassen" vielen Roma das Leben gekostet.

Ein zweifellos schwieriges Thema mit Grauzonen.

bit.ly/3Q3NW
01
24.10.2011, 01:03
gesetz vs. hausverstand

es gibt nicht nur recht und unrecht. sondern auch richtig und falsch.
aber auch nicht alles was rechtens ist, ist richtig. genausowenig wie alles was unrecht ist, falsch sein muss.

Niemand & Keiner
10
24.10.2011, 09:15

Und Anonymus darf bestimmen was richtig und falsch ist?

FalscherProphet
10
24.10.2011, 11:47
"Dürfen" tun sie es wohl nicht -

aber sie TUN ES EBEN.

In diesem Falle bestimmten sie dies meiner Meinung nach völlig korrekt.

die Resi-Tant Evil
22
23.10.2011, 20:56

In wiefern interpretieren Sie diese DDoS-Angriffe als "Aberkennen der Versammlungsfreiheit"?

Dies ist wohl eher eine Art Gegendemonstration.

Weiters verwechseln Sie hier Menschenrechte mit Demokratierechten. Nicht, dass diese beiden gegensätzlich wären, aber um für Menschenrechte einzutreten, braucht man nicht mandatorisch eine demokratische Grundlage, "ob eh eine Mehrheit will, dass die Menschenrechte geschützt werden, weil sonst halt nicht". Per se braucht man nur als Gruppe einen Konsens, gegen Menschenrechtsverletzungen vorzugehen - eine demokratische Mehrheitslegitimation dafür braucht man nicht zwangsläufig. Stichwort ziviler Ungehorsam.

desperado joe
20
23.10.2011, 21:03

zugegeben, war etwas frei interpretiert. aber wenn es heißt, sie sprechen sich gegen die demos aus, hab ich das im ersten moment so verstanden, dass sie diese demos verbieten wollen würden.

ich weiß leider nicht, worauf sie mit menschen- bzw demokratierechten hinauswollen? die versammlungsfreiheit ist ein elementares menschenrecht, das auch grundsätzlich zu akzeptieren ist, auch wenn man die positionen der demonstrierenden nicht teil oder gar abwegig findet. worauf wollten sie hinaus?

gustl
 
00
27.10.2011, 21:52
Menschenrecht und Menschenpflicht

Wo auf der einen Seite ein Recht besteht, dort besteht auf der anderen Seite eine Pflicht.

Bei den Menschenrechten ist es eben so, dass jeder alle Menschenrechte hat, und im Umkehrschluss dann auch jeder die PFLICHT hat, die Menschenrechte aller anderen Menschen anzuerkennen.

Will eine Gruppe von Menschen nun dieser auf individueller Ebene leicht erfüllbaren Pflicht nicht nachkommen (also z.B. befindet diese Gruppe von Menschen es für gut andere Menschen zu ermorden), dann muss diese Gruppe von Menschen eben daran gehindert werden diese Menschenrechtsverletzungen in die Tat umzusetzen.

Und das natürlich mit dem gelindest möglichen Mittel.
Versammlungsverbote sind solche gelinderen Mittel.

die Resi-Tant Evil
14
24.10.2011, 00:10

Bedaure, nein.

Denn den Erklärungsbedarf sehe ich hier nur bei Ihnen, wenn Sie meinen, ausgeprägte Menschenverachtung und Menschenrechtsverletzung zu propagieren wäre jemandes elementares Menschenrecht. Na hallo?!

Das entspricht dieser sattsam bekannten Nazibauernschläue, für sich selbst freie Meinungsäußerung einfordern zu wollen, die man im selben Moment allerdings ideologisch und elementar allen anderen nicht zugestehen will, wenn man nur könnte wie man wollte.
Das ist wie Falschspielen und gleichzeitig von allen die Einhaltung der Spielregeln fordern, damit das Spiel nicht endet und man weiter falschspielen kann.

desperado joe
20
24.10.2011, 08:25

da haben sie grundsätzlich recht, dass es eine neigung der eher radikaleren gibt, meinungsfreiheit zu fordern und damit die anderen zu denunzieren. das sehen wir in ähnlichem ausmaß aber eben auch bei den radikalen der linken seite.

es ist auch selbstverständlich, dass die meinungsfreiheit eingeschränkt bzw entzogen werden muss, wenn sie zu radikal wird bzw zu einer gefahr für andere wird. aber wo die grenze ziehen? die werden manche etwas weiter, manche etwas enger, manche etwas weiter rechts, manche eher links ziehen.

es ist nun mal so, dass wir zugelassene parteien haben und nicht-zugelassene. letzteren sollte die meinungs- und versammlungsfreiheit nicht (in vollem umfang) zukommen, ersteren hingegen schon.

har har
00
28.10.2011, 20:18

Es gibt aber auch Gesetze und es sollte Moral geben. Die wäre gerade von den Rechtspopulisten scharf einzufordern, von mir aus auch mit solchen Attacken. Grober Klotz, grober Keil. Die Menschenverächter sollen sich ruhig fürchten,

Netsend
01
23.10.2011, 17:21
Eine Google-Bildersuche sagt in dem fall mehr...

...um wem es geht und was diese "Menschen" eintreten.
http://bit.ly/pUQoqH
ich finde es OK wenn man der NPD einen Spiegel vorhält und ihnen zu zeigen wie Intoleranz ist und was für negative Auswirkungen sie hat. Auch wenn nicht jeder "Affe" auf dieser Welt sein Spiegelbild erkennt!

Matt Canalegrande
01
23.10.2011, 14:30
Grenzen

Meine (demokratische) Freiheit endet dort, wo ich einem anderen weh tue. Darum darf ich Freiheit hin oder her, mein gegenüber nicht beleidigen. Die NPD tut das unentwegt indem sie anders denkende laufend diffamiert. Es ist erlaubt, dass das bekämpft wird.
NPD verwendet die Sprache der Gewalt. Ist man da mal unsensibilisiert, ist der Weg zum Stein nicht mehr so weit wie ohne.
Gewaltparolen sind Gewaltausbrüche. Hier endet die Freiheit der Meinungsäußerung. Oder brüllen Sie ihre Kinder nieder?
Ihr Demokratieverständnis klingt zumindest danach.

desperado joe
20
23.10.2011, 15:28

sie haben schon damit recht, dass ihre freiheit dort aufhört, wo sie in jene eines anderen eingreifen. die frage ist nur, wo da eine grenze zu ziehen ist. ich lehne die grundlegenden positionen (kenne sie nur aus den medien und hab das "programm" noch nie gesehen) der npd zwar ab, aber solange sie sich im demokratiepolitisch zulässigen befinden (wie zb eine einfache demo einer zugelassenen partei), dann muss man sie trotzdem gewähren lassen. auch das ist demokratie.

beleidigungen von einzelnen oder ganzen bevölkerungsgruppen sind zwar ebenfalls abzulehnen, aber auch in gruppen der politisch entgegengesetzten richtung durchaus gängig

Bran Van
13
23.10.2011, 13:43

dazu müssten sie erstmal eine politische gruppierung sein und kein konglomerat aus radikalen alt und neonazis die unter dem deckmantel der demokratie selbige gefährden wollen.

desperado joe
21
23.10.2011, 20:34

in deutschland sind sie ja soweit ich weiß erlaubt und als partei zugelassen, auch wenns oft an die grenze oder darüber geht...

Nunu1000
01
23.10.2011, 22:21
vergessen sie es joe

Rechtsstaatlichkeit für alle findet hier zwar Anklang aber nur dann wenn nicht die "Bösen" mitgemeint sind.

Oder anders formuliert Ungerechtigkeit darf ruhig mit Ungerechtigkeit bekämpft werden solange es die Richtigen trifft.

...,dass sich die beiden Flügeln damit sehr ähnlich werden ist aber ein anderes Thema.

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