IPO

Groupon kein Schnäppchen an der Börse

23. Oktober 2011, 10:38
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    foto: charles rex arbogast/ap/dapd

    Zweifel an Groupons Geschäftsmodell machen Börsegang schwierig

Die Schnäppchen-Plattform hat noch nie Gewinn gemacht

Die vielgerühmte Verkaufskunst des Schnäppchenportals Groupon wird ab dieser Woche auf eine harte Probe gestellt. Das gerade einmal drei Jahre alte Internet-Phänomen aus Chicago muss nämlich nicht wie gewohnt die Werbetrommel für Restaurant-Rabatte und andere Produkte rühren, sondern für sich selbst. Denn wenn der mit Spannung erwartete Börsengang ein Erfolg werden soll, muss Groupon Finanzprofis von dem Kauf von Firmenanteilen überzeugen. Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten dürfte diese Aufgabe alles andere als leicht werden - Groupon hat noch nie einen Gewinn gemacht.

Firmenwert halbiert

Die Talfahrt an den Aktienmärkten hat Groupon bereits dazu gezwungen, das IPO-Volumen zu stutzen und die ursprüngliche Bewertung des Firmenwertes auf rund zehn Milliarden Dollar zu halbieren. Nach Ansicht von Branchenexperten reicht dies jedoch noch immer nicht aus, um den Sprung aufs Parkett zu garantieren - viele halten den Preis weiter für zu hoch und stellen zudem das Geschäftsmodell in Frage.

Das Groupon-Konzept ist simpel und kann sehr lukrativ sein: Die Firma verkauft Gutscheine für Waren und Dienstleistungen und streicht dafür eine Kommission ein. Das Problem ist jedoch, dass mittlerweile hunderte Rivalen ähnliche Modelle anbieten - darunter steinreiche Unternehmen wie Google und Amazon . "Wir haben noch immer ernsthafte Zweifel an dem langfristigen Geschäftsmodell", warnt etwa der Fondsmanager Michael Cuggino von Permanent Portfolio Fonds, der ein Vermögen von rund 15 Milliarden Dollar verwaltet. Er selbst will deshalb die Groupon-Werbeshow für Investoren gar nicht erst besuchen.

Bedenken weit verbreitet

Andere Anleger sind zumindest neugierig genug, um dem Groupon-Management zuzuhören. Bedenken über den angepeilten Preis je Aktie von 16 bis 18 Dollar sind jedoch weit verbreitet. "Sie haben zwar ein beeindruckendes Geschäft, aber das wird auch zu einem ziemlich hohen Preis angeboten", sagt etwa Fondsmanager Ryan Jacob vom Jacob Internet Fund. "Sogar der neue Preis erscheint uns zu hoch. Es gibt zwar ein starkes Wachstumspotenzial, aber auch jede Menge Risiken."

Die Investoren hat aber auch der Börsengang des Online-Radios Pandora im Juni aus ihren süßen Internet-Träumen vom Jahresanfang gerissen, als astronomische Summen für Start-Ups die Runde machten und von einer neuen Dotcom-Blase die Rede war. Die Talfahrt der Aktie nach dem fulminanten Debüt hat vielerorts für Ernüchterung gesorgt: Sie kostet jetzt weniger als ihr Ausgabekurs. Andere Börsenaspiranten wie das Spieleportal Zynga oder das soziale Netzwerk Facebook werden das Schicksal von Groupon genau im Auge behalten - und ihre Lehren daraus ziehen müssen.

Verlust eingeschränkt

Groupon will 30 Millionen Aktien verkaufen. Dies sind jedoch nur fünf Prozent an der gesamten Firma. Insgesamt könnte der Börsengang Groupon damit 540 Millionen Dollar in die Kasse spülen. Ein Preis pro Aktie von 17 Dollar würde einem Unternehmenswert von 10,8 Milliarden Dollar entsprechen. Das ist zwar viel weniger als die ursprünglich erwarteten 20 Milliarden Dollar, aber noch immer deutlich mehr als die sechs Milliarden Dollar, die Google vor einem Jahr für Groupon geboten hatte. Auch wenn bei Groupon ein Gewinn noch immer auf sich warten lässt, zumindest der Verlust hat zuletzt deutlich abgenommen. Im dritten Quartal belief sich der Betriebsverlust nur noch auf zwei Millionen Dollar nach 62 Millionen Dollar im Vorquartal. (APA/Reuters)

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10 Postings
Leo Tester
00
24.10.2011, 08:13
HAAA HAAAA

Das gefällt mir!

JamesMoriartie
01
23.10.2011, 23:02

Ohh die haben noch nie Gewinn gemacht allerdings machen sie nur noch 2 Millionen Dollar Schulden pro Quartal - wo krieg ich Aktien von Groupon???

Rechts/neoliberal/katholisch
00
24.10.2011, 10:17
Wissen Sie, die Kunst beim Spiel an der Börse ist halt die Aktien von Unternehmen zu kaufen BEVOR sie erfolgreich werden ;-)

JamesMoriartie
00
24.10.2011, 14:18

Schön und gut aber wenn man sich mal die Geschichte ähnlicher Firmen ansieht schauts mit Erfolg eher schlecht aus.
Diverse Artikel belegen zudem, dass sich viele Groupon Kunden enttäuscht abwenden und erläutern warum das Konzept so nur schlecht funktionieren kann.

Dr.Lecter
00
24.10.2011, 11:16
naja

oft hab ich schon den verdacht, es wird nur mehr gehypt. auch wenn ganz klar ist, dass das unternehmen total überbewertet ist und es niemald diesen wert erhalten wird. das srückt man dann leuten rein, die keine ahnung von der geschäftsidee haben und ködert sie, um den kurs zu hypen. ein paar leute (die das vorher natürlcih gecheckt und gefördert haben) machen den gewinn und 95% haben dann plötzlich eine aktie mit 0,25 cent wert.

sogesehen hat das ganze mit realer wirtschaft ja nix mehr zu tun. das ist nur mehr gaunerei und casino.

Rechts/neoliberal/katholisch
00
24.10.2011, 10:17
Wissen Sie, die Kunst beim Spiel an der Börse ist halt die Aktien von Unternehmen zu kaufen BEVOR sie erfolgreich werden ;-)

duplo66
00
23.10.2011, 22:57

Wunderbar, wie sehr sich die modernen "Investoren" an den Wettbüros namens "Börse" auf solchen Schrott stürzen. Eines der schönsten Beispiele für den "New Economy" Wahnsinn ist nach wie vor die "Fantastic Corporation", die vor rund 10 Jahren innert kürzester ebenfalls nahezu auf Milliardenwerte hochgepusht wurde. Dann kam die erste "Bubble". Danach war das Unternehmen resp. der Wettschein darauf nur noch ein "Pennystock". Und weil sonst keine wirkliche Substand vorhanden war, gab´s auch das Unternehmen nicht mehr lange. Aber die Wettbüros und einige Spieler haben sich daran dumm und dämlich verdient.

Ganz ähnlich wird das hier wohl auch ablaufen.

Rabatte will eh jeder. Aber dass damit noch jemand Milliarden machen soll? A Schmäh.

Brötchen aufs Pfötchen
00
23.10.2011, 17:17
Ramschladen 2.0

oraldurchfall
00
23.10.2011, 13:47

"Die Firma verkauft Gutscheine für Waren und Dienstleistungen und streicht dafür eine Kommission ein"

eine KOMMISSION? nicht eher eine PROVISION?

665
00
23.10.2011, 23:04

ist quasi der aufräumende Teil der österreichischen Strukturreform für die Bundesverwaltung. Drum auch so teuer :)

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