Weltmeister beim Weltcup-Auftakt Schnellster vor französischem Überraschungsmann Pinurault und dem Österreicher Schörghofer
Sölden - Weltmeister Ted Ligety hat am Sonntag beim Saisonauftakt der alpinen Ski-Herren den Riesentorlauf in Sölden gewonnen. Der US-Amerikaner war um 0,29 Sekunden schneller als der die 20-jährige französische Überraschung Alexis Pinturault. Auf Rang drei kam mit Philipp Schörghofer der beste Österreicher (+ 0,51).
Nach dem Triumph von Lindsey Vonn am Samstag machte Ligety, der nach seinem ersten Erfolg am Rettenbachferner nun bei neun Weltcup-Siegen hält, das Wochenende in Sölden zu einer ganz und gar amerikanischen Affäre. Zweitbester Österreicher wurde
Marcel Hirscher auf Platz sechs, der ebenfalls sein Comeback-Rennen bestreitende Benjamin Raich belegte Platz 19.
"Ich war hier schon so oft auf dem Podium und wollte den Sieg. Es ist
schon ein Vorteil, dass wir hier so viel trainiert haben. Lindsey war
gestern großartig, es ist gut, dass auch ich die Erwartungen erfüllt
habe", meinte Ligety. Das Ötztal freut sich, hat es doch - sehr zum
Missfallen von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel - erst kürzlich mit
dem US-Skiteam einen Dreijahresvertrag abgeschlossen.
Der 20-jährige Pinturault kam wie im letzten Riesentorlauf der
Vorsaison in Kranjska Gora auf Platz zwei und unterstrich sein großes
Talent. "Es ist eine kleine Überraschung, ich habe im zweiten
Durchgang das Beste draus gemacht", sagte der Halbzeit-Vierte, den
die Konkurrenz als einen weiteren Läufer aus dem straken
französischen Team aber längst auf der Rechnung hatte.
Schörghofer verteidigte seinen dritten Platz und war
dementsprechen erleichtert und erfreut: "Ich habe gesagt, ideal wäre
1, 2 oder 3. Für den Sieg braucht man auch ein bisschen Glück. Es ist
ein Platz, auf den ist stolz sein kann." Nach dem ersten Durchgang
hatte sich der WM-Dritte wie in einem Boxkampf gefühlt. "Der Hang
schlägt voll, da musst du zurückschlagen."
Marcel Hirscher kämpfte sich in seinem Comeback-Rennen nach dem
Kahnbeinbruch im linken Fuß von Platz 12 auf 6 nach vorne - direkt
hinter Carlo Janka (SUI) und Gesamtweltcupsieger Ivica Kostelic
(CRO), der mit Laufbestzeit einen Sprung von 18 auf 5 machte. Ein
Patzer im ersten Durchgang hatte Hirscher Zeit gekostet, im Finale
hielt sich der Salzburger schadlos. "Saugeil, das taugt mir echt. Vor
allem der zweite Durchgang. Ich bin sicherlich im richtigen Sport
daheim, das ist für mich Skifahren." Romed Baumann konnte seinen
fünften Zwischenrang nicht halten, fiel auf Position elf zurück, er
hatte im Steilhang nicht in den Rhythmus gefunden.
249 Tage nach seinem Kreuzbandriss im linken Knie wurde Benjamin
Raich bei seinem ersten Antreten 19. In beiden Durchgängen hatte er
Probleme im Steilhang. "Ich kann ein positives Resümee ziehen. Ich
habe im Steilhang aber sehr viel Zeit verloren, da war ich noch
überfordert. Aber da und dort waren gute Lichtblicke dabei. Ich habe
gesehen, dass ich teilweise den Speed habe, weiß aber auch, woran ich
arbeiten muss. Körperlich habe ich mit ganz gut gefühlt", sagte der
Pitztaler.
Den Saisonstart verpatzt hat Hannes Reichelt als 20. Christoph
Nösig (36.), Marcel Mathis (40.) und Vincent Kriechmayr (52.)
verpassten die Finalqualifikation, Stephan Görgl schied in Lauf eins
aus. Der Schweizer Daniel Albrecht, der Sieger von 2008, startete
erstmals seit seinem folgenreichen Streif-Sturz 2009 wieder auf dem
Rettenbachferner, kam mit über dreieinhalb Sekunden Rückstand aber
nicht in die Entscheidung. Didier Cuche, der nach seinem Sölden-Sieg
2009 und der Rennabsage 2010 Titelverteidiger war, kam im zweiten
Durchgang nicht ins Ziel. (APA/red)