BVB therapiert sich an Köln

22. Oktober 2011, 20:32
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Nach dem enttäuschenden Auftritt in der Champions League setzt Meister Dortmund in der Liga mit einem 5:0-Kantersieg ein Ausrufezeichen - Keine Siege für ÖFB-Legionäre - Remis zum Fink-Einstand

Dortmund - Pleiten in der Champions League, Siege in der Bundesliga: Deutschlands Fußball-Meister Borussia Dortmund hat eine beeindruckende Antwort auf das Gerede von einer drohenden Krise gegeben. Drei Tage nach dem katastrophalen 1:3 bei Olympiakos Piräus spielte das Team von Trainer Jürgen Klopp beim 5:0 (3:0) über den 1. FC Köln groß auf und schob sich auf Platz zwei hinter Spitzenreiter Bayern München, der erst am Sonntagabend in Hannover gastiert.

Tore von Shinji Kagawa (7.), Marcel Schmelzer (25.), Robert Lewandowski (44., 50.) und Sebastian Kehl (66.) vor 80.720 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park ebneten den Weg zum vierten Meisterschaftserfolg in Serie. Dagegen wurde der Höhenflug der völlig überforderten Kölner abrupt gebremst. 

Der BVB versuchte von der ersten Minute an, eine frühe Führung zu erzielen und Ruhe ins Spiel zu bringen. Im Vergleich zum Spiel in Piräus hatte Trainer Jürgen Klopp die Startformation auf zwei Positionen verändert. Für den in der Bundesliga gesperrten Ivan Perisic und Ilkay Gündogan rückten Großkreutz und Kehl in die Mannschaft. Torjäger Lucas Barrios stand wegen muskulärer Probleme erneut nicht im Kader.

Köln konnte sich kaum befreien und scheiterte mit seinen wenigen Konterversuchen zumeist schon unmittelbar hinter der Mittellinie. Die Gäste hatten den spielerisch überlegenen Dortmundern nichts entgegenzusetzen und schien sich auch früh aufgegeben zu haben.

"Wir haben gezeigt, wie wichtig Tore in einem Spiel sind. Unser herausragendes Gegenpressing und das Passspiel haben uns heute besser gemacht als der Gegner. Insgesamt war es schwer zu verteidigen, was wir heute gespielt haben", lobte BVB-Coach Jürgen Klopp. Kölns Trainer Ståle Solbakken resümierte: "Wir haben schlecht gespielt, es bestand ein großer Unterschied zwischen beiden Mannschaften. Schon nach dem zweiten Tor hatten wir den Glauben verloren, noch ein gutes Ergebnis erzielen zu können."

Österreicher sieglos

Die Österreicher Martin Harnik und Martin Stranzl brachten starke Leistungen, blieben aber ebenso wie Andreas Ivanschitz ohne Sieg. Harnik holte beim 2:2 in Nürnberg den Elfer zum 1:1 durch Zdravko Kusmanovic (61.) heraus, als er die Hand von Nürnbergs Wollscheid im Sechzehner traf. Innenverteidiger Stranzl war beim 0:1 von Borussia Mönchengladbach in Hoffenheim Kapitän. Vedad Ibisevic (56.) erzielte das Goldtor für die Gastgeber, die sich vorläufig auf Rang sechs verbesserten.

"Das war ein kleiner Rückschritt. Wir waren zu hektisch und wollten in einigen Situationen zu viel. Wir haben alles probiert, doch heute hat es nicht so geklappt. Das ist vielleicht eine Lehre für uns", erklärte Stranzl nach dem Rückfall der Gladbacher vom zweiten auf den fünften Tabellenplatz. Stuttgart war vorerst punktegleich mit Werder Bremen (bereits am Freitag 1:1 in Augsburg) und der Borussia Dritter.

Ivanschitz vergab zwei tolle Möglichkeiten (12./am langen Eck vorbei, 58./Tormann Kraft parierte) für den weiterhin Tabellen-15. Mainz beim torlosen Remis in Berlin gegen die Hertha. Kaiserslautern verschaffte sich dagegen mit einem 1:0-Heimsieg über Freiburg etwas Luft nach hinten und hat als 14. nun zwei Zähler Vorsprung auf die Mainzer.

Fink geschockt, dann erleichtert

Thorsten Fink musste sich bei seiner Premiere als Trainer des Hamburger SV mit einem 1:1 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg begnügen. Die Hanseaten warten weiter auf ihren ersten Heimsieg seit mehr als sieben Monaten, haben aber zumindest den letzten Tabellenplatz verlassen und sind jetzt 17. Auch für Wolfsburg (11.) bleibt der Saisonverlauf enttäuschend.

Vor 54.378 Zuschauern brachte Mario Mandzukic die Wolfsburger Gäste mit einem Blitztor nach nur 64 Sekunden in Führung. Mladen Petric glich in der 56. Minute für den Bundesliga-Dino immerhin aus. Der HSV machte Druck, es reichte aber nicht zum Sieg.(APA/sid/red)

  • Dortmund mag's in der Liga lieber.
    foto: dpad/meissner

    Dortmund mag's in der Liga lieber.

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