Erklärung des Verbandes spanischer Militärs: "Das Wort eines Terroristen hat überhaupt keinen Wert"
Madrid - Die spanischen Militärs schenken dem von der baskischen
Untergrundorganisation ETA verkündeten "endgültigen" Gewaltverzicht keinen
Glauben. "Das Wort eines Terroristen hat überhaupt keinen Wert", hieß es in
einer Erklärung, die am Samstag in Madrid auf einer Konferenz des Verbandes
Spanischer Militärs von einer "großen Mehrheit" der knapp 200 Teilnehmer
angenommen wurde.
Nach Auffassung der Militärangehörigen kann von einem wirklichen Ende der
Terrororganisation nur die Rede sein, wenn diese ihre Waffen niederlegt, all
ihre Kommandos auflöst und das Leiden der Terroropfer anerkennt. Die Erklärung
brachte in Erinnerung, dass die Militärs zu jenen Gruppen in Spanien gehören,
die "von der kriminellen Bande am meisten gestraft" worden seien.
Die ETA hatte am Donnerstag in einem "historischen" Kommuniqué angekündigt,
dass sie nach 43 Jahren ihre "bewaffnete Aktivität definitiv einstellen" werde.
Die seit langem erwartete Ankündigung wurde von weiten Teilen der spanischen
Gesellschaft mit Erleichterung, vor allem in rechten Kreisen jedoch mit Skepsis
aufgenommen.
Der Verband Spanischer Militärs kritisierte die "stürmische Begeisterung",
mit der das ETA-Kommuniqué von "einigen" begrüßt worden sei. Die Terrordrohung
der Separatistenorganisation sei noch nicht vorbei. Das Vorgehen der Polizei und
der Justiz gegen die Gruppe müsse deswegen fortgesetzt werden "bis die Bande und
ihre Mitglieder für immer unter Kontrolle gebracht sind". (APA)