Osteuropäer konnten sich hingegen nicht einigen
New York - Pakistan wird im kommenden Jahr neben seinem Erzfeind
Indien im UN-Sicherheitsrat sitzen. Pakistan wurde am Freitag von der
Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York gemeinsam mit Marokko, Togo
und Guatemala für die nächsten zwei Jahre in das mächtigste UN-Gremium gewählt.
Die Osteuropäer konnten sich hingegen nicht einigen. Um den für ihre Region
bestimmten Platz stritten sich Aserbaidschan und Slowenien. Ungarn war nach dem
ersten Wahlgang ausgestiegen.
Die Pakistaner schafften es gerade so. Für den Sitz war die
Zweidrittelmehrheit der 193 UN-Mitglieder nötig. Und diese exakt 129 Stimmen
wurden im ersten Wahlgang punktgenau erreicht. Konkurrent Kirgistan kam auf nur
55 Stimmen. Indien war vor einem Jahr gewählt worden und wird nun für ein Jahr
mit dem dreimaligen Kriegsgegner die Bank teilen. Das klappte allerdings auch
schon 1968 und 1984. Zudem sollen die beiden UN-Botschafter befreundet sein.
In der Gruppe der afrikanischen Länder wurde Marokko im ersten Wahlgang mit
151 Stimmen gewählt. Ein Stechen für den zweiten Sitz gewann im dritten Wahlgang
Togo (131) vor Mauretanien (61). Eine sichere Sache war es hingegen für
Guatemala. 191 der 193 UN-Länder stimmten für das kleine Land, zwei enthielten
sich. Allerdings war Guatemala auch der einzige Kandidat für den
lateinamerikanischen Sitz.
Der Weltsicherheitsrat besteht aus fünf ständigen und zehn nichtständigen
Mitgliedsländern, von denen jedes Jahr fünf ausgewechselt werden. Vor einem Jahr
hatte Deutschland - knapp, aber im ersten Wahlgang - gegen Portugal und Kanada
gewonnen. Damit ist Deutschland auch noch im kommenden Jahr Mitglied des
Sicherheitsrates. (APA)