ÖFB-Präsidium beschloss Strukturänderungen: Ruttensteiner-Analyse und mehr Experten als Basis für künftige Erfolge - Sportdirektor obliegt Bestellung der Betreuerstäbe
Wien - Das ÖFB-Präsidium hat am
Freitag in seiner Sitzung die angekündigten Strukturänderungen beschlossen.
Damit soll "das Umfeld der Nationalmannschaft verändert" werden, "um damit die
Basis für zukünftige Erfolge zu verbessern", wie der Fußballverband in einer Aussendung
mitteilte.
"Unser Ziel ist, dass wir die Strukturen, die sich bereits in den
Nachwuchsteams bewährt haben, auch im Umfeld des Nationalteams etablieren, damit
eine bessere Durchgängigkeit vom Nachwuchs hin zum A-Team gegeben ist",
beschrieb ÖFB-Präsident Leo Windtner die Eckpunkte. Windtner ist überzeugt, dass
dies dem neuen Teamchef Marcel Koller die Möglichkeit gibt, auf international
vergleichbarem, qualitativ hochwertigen Niveau zu arbeiten.
"Wir wollen uns international stets an den Besten orientieren, daher streben
wir in Zukunft Kooperationen mit internationalen Spitzenclubs,
Nationalverbänden, Universitäten, Instituten sowie Experten an, um immer am Puls
der Weiterentwicklung zu sein", präzisierte Windtner, der überzeugt ist, damit
den Grundstein für zukünftige Erfolge des A-Teams gelegt zu haben. "Unsere Ziele
sind klar: Wir streben so rasch wie möglich die Rückkehr in die Top-30 der
Weltrangliste an und haben uns die Teilnahme an den kommenden WM- bzw.
EM-Endrunden zum Ziel gesetzt."
Ruttensteiner analysierte
Als Basis dafür soll die von Sportdirektor Willi Ruttensteiner erstellte
Analyse der Ist-Situation des ÖFB-Teams dienen. Diese reicht von den sportlichen
Bilanzen von A- und Nachwuchsnationalteams in den vergangenen zehn Jahren über
die Erkenntnisse zum Spielerpotenzial der österreichischen Fußballer, die
Performance der heimischen Clubs im internationalen Vergleich bis hin zu einer
Bestandsaufnahme des "Teams hinter dem Team".
Eine Erkenntnis sticht laut ÖFB in dieser Analyse heraus: "Im Bereich des
A-Teams konnte im Gegensatz zu den Nachwuchsauswahlen, die sich seit 2003 sieben
Mal sportlich (und einmal als Gastgeber) zu EM- oder WM-Endrunden qualifizieren
konnten, das Potenzial bisher nicht voll ausgeschöpft werden konnte." Das soll
nun u.a. durch eine Intensivierung der individuellen Förderung der Spieler und
den vermehrten Einsatz von Spezialisten erreicht werden. Der Großteil dieses
Betreuerteams soll bis zur Kadernominierung (2.11.) für das Spiel in Ukraine
(15.11.) fixiert sein.
Kompetenzenverteilung
Kernpunkt der Strukturänderungen ist die Aufgabenteilung zwischen
Sportdirektor und Teamchef, denen die gesamte sportliche Konzeption obliegt.
Ruttensteiner ist ab sofort u.a. verantwortlich für die Erarbeitung der
langfristigen Strategie für die Nationalmannschaft, die sportliche und
administrative Leitung der Direktion Sport und soll als Bindeglied einerseits
zwischen dem Teamchef, den Trainern/Betreuern, Spielern und dem Verband und
andererseits in sportlichen Belangen zwischen ÖFB, Bundesliga, Landesverbänden
und Clubs fungieren.
Außerdem obliegt ihm die Konzeption bzw. Präzisierung einer durchgängigen
ÖFB-Spiel- und Trainingsphilosophie in Abstimmung mit Koller sowie die
Bestellung der Betreuerstäbe der Nationalteams in Abstimmung mit Präsident
Windtner und Generaldirektor Alfred Ludwig. Auch die Koordination zwischen
Nachwuchsnationalmannschaften und dem A-Nationalteam sowie Unterstützung der
Nachwuchsnationaltrainer und des Teamchefs fällt in seinen Aufgabenbereich.
Koller ist in erster Linie für die sportliche Leitung des eams, die
Lenkung dessen Betreuerstabes, die Vorbereitung, Planung und Durchführung von
Teamlehrgängen und Spielen der Nationalmannschaft verantwortlich. Dem Teamchef
obliegt weiterhin auch die Einberufung, Aufstellung und Taktik des A-Teams.
Daneben soll er ein standardisiertes Sichtungsverfahren entwickeln und bei
der Entwicklung des österreichischen Fußballs über die Belange des Nationalteams
hinaus, wie beispielsweise in der Trainerausbildung oder Talenteförderung,
mitwirken. (APA)