Kritik an Geldrückforderungen des AMS bei Lehrabbrüchen

21. Oktober 2011, 19:14

Brechen Lehrlinge Ausbildung ab, fällt das Ausbildungsinstitut um die Bezahlung der Schulung um

Wien - Brechen Lehrlinge in Überbetriebliche Ausbildungszentren (ÜAZ) ihre Lehrausbildung frühzeitig ab, fordert das Arbeitsmarktservice (AMS) die Ausbildungskosten von dem ausbildenden Institut zurück. Nun erhebt ein Lehrlingsausbilder schwere Vorwürfe gegen diese Praxis, weil dadurch versucht werde, sämtlichen Lehrlingen einen Lehrabschluss zu verschaffen.

"Wir sollen alle Jugendlichen durchbringen, egal wie", klagt ein Lehrlingsausbildner gegenüber dem "Kurier" (Samstagsausgabe), "aber wie soll ich jemanden zum Abschluss bringen, der wegen vieler Nicht genügend die Berufsschule gar nicht schafft?" Auch disziplinäre Maßnahmen - etwa bei mehrfach unentschuldigtem Fernbleiben - seien mit dieser quasi Erfolgsgarantie nur noch schwer umsetzbar.

Beim AMS Wien versteht man die Aufregung nicht. Mit dem neuen Bonus-Malus-System sollten Anreize geschaffen werden, um durch intensivere Betreuung auch schlecht qualifizierten Jugendlichen den Berufseinstieg zu ermöglichen, hieß es gegenüber dem "Kurier". Dies sei schließlich Aufgabe der ÜAZ. "Die Regress-Regelung ist ein einmaliges Pilotprojekt, das wir erst evaluieren müssen", so Sprecher Sebastian Paulick. In anderen Bundesländern gibt es diese Regelung nicht. (APA)

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21 Postings
living reef
00
28.11.2011, 11:17
auch "normale lehrlinge"

schaffen es manchmal nicht bis zum abschluss. dass ist nicht immer schuld des ausbildungsbetriebes oder jener die ausbilden. hier solche konsequenzen zu setzen ist schlichtweg jenseitig. noch dazu weis das ams genau, dass gerade jene jugendlichen in überbetrieblicher ausbildung meist mit mehr oder weniger großen defiziten bzw. strukturellen problemen im privaten bereich behaftet sind. nicht selten werden die da auch hineingedrängt. die außerbetrieblichen ausbildungsbetriebe haben kaum disziplinäre möglichkeiten und selbst wenn es so wäre - mitverantwortlich ist auch immer der/die auszubildende!

Simplicius Simplicissimus
11
24.10.2011, 06:50
Welcher grafische Laie ...

... hat eigentlich den Auftrag für die Gestaltung des AMS-Logos erhalten? Und wieviel wurde dafür bezahlt? So was Grausliches!

Kapitalismus Luege
31
23.10.2011, 23:40
Fritzeln in ihren Kellern und Faschisten in ihren Kanzleien

nur so funktioniert das verwaltete Österreich.

waschbaer2
02
23.10.2011, 21:40
AMS - immer gut für zukunftsweisende Ideen

Da schickt das AMS junge Leute, die oft große Probleme haben, eine Lehrstelle zu finden und/oder eine Lehre im Betrieb durchzustehen, in einen Ersatz-Lehrausbildungskurs. Wenns schief geht, ist immer das Ausbildungsinstitut bzw. der Trainer schuld - auch wenn d. junge Mann/Frau die Ausbildung schmeisst. Würde das AMS das nicht so sehen, käme man dort vielleicht auf die Idee, das die geplante Vorgangsweise wenig gerecht ist.
Das AMS könnte diese Blitzidee auch verkaufen - z.B. an Ministerin Schmidt - abgewandelt dann: schafft ein Schüler den Aufstieg in die nächste Klasse nicht, hat die Lehrkraft einen Teil seines Gehalts zurückzuzahlen.

Murmelchen1
02
24.10.2011, 10:21
Viel anders geht das WIFI im Rahmen der Berufsreifeprüfung mit seinen Trainern auch nicht um.

Durchkommen sollen/müssen alle - egal wie - auch wenn sie kaum da sind (Was ja eigentlich dazuführen müsste, dass sie zur Matura gar nicht antreten dürfen, da 70% Anwesenheitspflicht - tuts aber nicht.).
Schaffts einer doch nicht, dann muss der Trainer das "erklären".

Der Österreicher
01
23.10.2011, 18:14

Guten Lehrlingen kann man auch einen Lehrlingslohn bezahlen. Man muss die Förderung des AMS nicht in Anspruch nehmen.

Jambala Magdalena
12
23.10.2011, 16:13

Das AMS schickt also Jugendliche in Kurse, wo man schon vorher weiss, dass die nicht die Voraussetzungen für eine Lehre haben und auch kaum in der Lage sind, Tag für Tag zu arbeiten. Wer keine Lehre machen will, kann doch eine Hilfsarbeit annehmen und wer das auch nicht will, wird wohl oder übel auf die Mindestsicherung und die Familienbeihilfe verzichten müssen, das ist ja wohl die Gesetzeslage. Oder nimmt man es da mit den Gesetzen nicht so genau?

A ndreas Bogeschdorfer
013
23.10.2011, 12:55
Wow!

Endlich wagt es ein im Prozess Integrierter, d Zynismus der hinter d AMS-System steckt offen auszusprechen.

AMS, BFI u Konsorten: Überall dort sitzten Buckler die jeden Schwachsinn mitmachen, ohne auch nur eine Spur v Kritik zu äußern. Nach oben buckeln, nach unten treten.

Absolviere eben beim BFI Wels d 3. Kurs in Folge. Überall das gleiche Bild: Keine Ahnung von d Lebensrealität v Arbeitslosen, keine Ahnung von d Jobrealität außerhalb geschützter Bereiche, kein kritisches Hinterfragen v Wirtschafts- Arbeits- u Sozialregeln, kein Eingehen auf indiviedulle Bedürnisse (z.B. Sprachprobleme), stures runterkurbeln teils völlig sinnloser "Inhalte" Kurz: Dilletantismus pur, gepaart mit Arroganz.

Arbeitszeitverkürzung oder Grundeinkommen!

Gerald Hödl
00
24.10.2011, 07:24
naja

nur den anderen die Schuld geben an der eigenen Situation ist wohl auch ziemlich vermessen.

orangenpresse
 
04
21.10.2011, 21:17
sehr innovativ...Nur wenige Ausbildungsbetriebe (Maßnahmen)...

sind in der Lage qualifizierte Ausbildung zu bieten. Von den Sozialpädagogen, die restlos überfordert sind weil die Zahl der zu betreuenden drei mal höher ist als zumutbar und vernünftig wär, bis hin zu den „Lehrlingsausbildern“ die bedauerlicher Weise oftmals vollkommen unterqualifiziert sind. Aber an Stelle der notwendigen Betreuung der Lehrlinge sahnen die Institute ab, zahlen ihre Mitarbeiter schlecht betreuen ihre Kunden fahrlässig und schaffen somit Bedingungen, die scheinbar das AMS zu Maßnahmen motiviert, die unreflektiert, zahnlos ja sogar kontraproduktiv sind, weil scheinbar niemand überlegt an welchem Rad in diesem System zu drehen ist. Die Auswirkungen für die Berufsschulen und deren Schüler möchte ich mir gar nicht vorstellen

Hofzwerg
110
21.10.2011, 19:36
ams , dort gibt es nur wenig gute und menschliche leute

Carlos Clementin
01
23.10.2011, 15:59
AMS - Komm auf die Dunkle Seite der Macht!

Star Wars ist doch gar nicht so ein blöder einfacher Film ...

.MS.
06
22.10.2011, 01:27
Gedankenexperiment:

würden Sie dort freiwillig arbeiten?

Minister der Ökomonie
06
22.10.2011, 12:16

Ich nicht, aber ich frage mich, über welchen psychologischen Background jemand verfügen muss, der einen Job beim AMS annimmt. Ähnlich wie bei einer Sekte muss man vermutlich eine art Gehirnwäsche, wenn auch selbst induziert, einsetzen.

Vor wenigen Wochen gab es hier einen Beitrag, in dem beschrieben wurde, dass manche Jobs Menschen zu A*löchern, bzw. Little H*tlers machen würden. Inwiefern "nur" der Job schuld ist, und nicht auch eine psychologische Vorbelastung, ist meine andere Frage.

Humanist und Angesteller auf dem AMS kann man aber wohl nicht sein. Andererseits kann ich mir vorstellen, dass menschliche AMS - Mitarbeiter einfach ungehorsam sind, und verordnete Erpressung einfach nicht ausführen.

Carlos Clementin
00
24.10.2011, 09:36

Fragebogen:
() Bekommen Sie lieber 700e ALG oder 2000e bto Gehalt im beizten Büro
(a) ALG (b) 2000e bto
() Bekommen Sie mit einen Psycholigiestudium einen anderen Arbeitsplatz?
(a) Ja (b) nein
() Haben Sie Skrupel, andere zu denunzieren, Lebensgrunlagen zu vernichten, ein A.. zu sein...
(a) ja (b) nein
Wenn sie 3x (b) angekreuzt haben, dann ist das AMS die Richtige Arbeitsstelle

subspace99
00
23.10.2011, 12:36
Entschuldigen Sie die Pedanterie...

psychologisch != psychisch

beos
10
22.10.2011, 21:53

Ich glaub du verkomplizierst das ganze. Scharf auf so inen Job wär ich auch nicht, aber wenns sich ergibt... Anstrengend ist wohl was anders, da kann man ja locker noch ein Studium durchziehen oder sich intensiv, Beziehung, Freizeit widmen...

War nur mal kurz dort, hab zum Glcük nicht mehr gebraucht, aber man muss sich ja nicht wie der letzte Arsch benehmen, sondern kann auch Hilfe anbieten? Oder ist es verboten einen Arbeitssuchen informell zu erzählen, welche Firma gerade jemanden sucht usw..?

Minister der Ökomonie
02
24.10.2011, 15:39

Das Problem ist die Inflation an Menschen ohne Engagement die stur und desinteressiert Vorgaben abarbeiten. Das mögen wir an Lehrern ebensowenig, wie das bei Menschen in Not angebracht wäre.

Engagierte AMS-Mitarbeiter würden sich gegen menschenverachtende Maßnahmen aussprechen. Leider macht so etwas heuter keiner mehr, in kaum einem Job. Immerhin müsste auch ein engagierter Bankangestellter/Verkäufer sich dagegen verwehren, Menschen auszunutzen.

Generell ist die Reduktion des Mitarbeiters zum Ausführenden Jasager für Geld ein Problem, die Erpressung: Mitmachen oder Stempeln gehen.

Sie waren nicht oft am AMS, daher wissen Sie nicht, was da abgeht. Wenns nur kompententes Jobvermitteln wäre... ist es aber nicht. Schon gar nicht kompetent

Analyser
00
22.10.2011, 10:08
Gedankenexperiemente

sind gute Ideen, mir fällt auch eines ein:
Was machen mit Menschen die auf Job pfeifen und geht ihnen das Geld aus, es sich auf Kriminellen Wegen etwas besorgen würden.

Minister der Ökomonie
316
22.10.2011, 12:20

Das ist insofern eine interessante Fragestellung, als auch das AMS immer wieder Bezüge sperrt, wodurch es Menschen in einen finanziellen Engpas treibt, teilweise in versicherungstechnisch prekäre Lagen und zudem durch Demütigung seine Kunden beugen will.

Wäre auch interessant, inwiefern gedemütigte Menschen in finanziellen Notlagen reagieren - inwiefern das AMS dann für kriminelle Handlungen belangbar wäre.
Weiters ergeben sich daraus durchaus psychische Erkrankungen bis hin zu Suizidversuchen - für die das AMS ebenso belangt werden müsste, sofern sie auf Erpressung durch Bezugssperre zurückzuführen sind.
Selbstverbrennungen vor dem AMS, mit dem Auto in AMS Gebäude rasen, Waffenmitnahme bei Beratergesprächen... inwiefern Hausgemacht?

Erwin Wolfram
00
23.10.2011, 12:53
...

ich denke die frage ist rein rethorisch... es geht doch einfach darum seine familie auf kosten der opfer zu erhalten, dass das strafbar ist ist nicht seit der heimaffaere klar, anders ist aber dass sich die korruption in diesem fall seit jahrzehnten immer mehr steigert...

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