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Arbeitsmarktpolitik einmal lustig. Die Autorin, eine ehemalige Journalistin, die mit freien Miniverträgen mehr schlecht als recht das Auslangen findet, entschließt sich, beruflich etwas anderes zu machen. Sie heuert bei einer der zahlreichen deutschen Bildungsinstitute an, die für die Arbeitsagentur Langzeit- und sonstige Arbeitslose fit für den Arbeitsmarkt machen soll.
Freiwald macht ihren neuen Job mit viel Engagement und Bravour. Sie trifft auf den 25 Jahre alten Hape, der drei abgebrochene Lehren hinter sich hat und dessen größter Wunsch es ist, Pornodarsteller zu werden. Sie hat mit Einwanderern aus Kasachstan zu tun, die kein Wort Deutsch sprechen. Mit Jugendlichen, die mehr Kontakt mit Drogen hatten als mit dem Arbeitsmarkt. Senioren, die mit 52 keine Chance mehr kriegen.
Wie in Österreich auch, ist der Job, den Freiwald machen muss, doppelbödig. Einerseits schafft die Arbeitsagentur sich mit diesen Kursen die hoffnungslosen Fälle vom Hals und beschönigt die Arbeitslosenstatistik. Denn diejenigen, die sich weiterbilden, können nicht gleichzeitig arbeitslos sein - - eine Logik, der Arbeitsmarktpolitiker auch in Österreich folgen. Doch wenn der Seminarleiterin das Kunststück gelingt, einen ihrer Schützlinge am Arbeitsmarkt unterzubringen, soll es nur allen recht sein.
Es ist dies ein Buch, das ausgezeichnet in die Abgründe von Arbeitsmarkt und Sozialstaat weist. Nur ist das Bemühen der Autorin, alles flapsig-komisch zu beschreiben, streckenweise nervig. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe, 22./23.10.2011)
Lesetipp
Ina Freiwald: "Können Sie strippen? Aus dem Alltag einer Jobvermittlerin", Riemann Verlag, 2011, Euro 17,50
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jemand in der heutigen zeit mit 52 als senior herabzuwürdigen, ist wohl auch ein starkes stück. die heutigen 50jährigen sind doch nicht mehr die fertigen menschen aus dem mittelalter, wo viele mit 30 usw. dahingerafft wurden. dieses kranke jugendgeseier ist nicht zum aushalten.
"Senioren, die mit 52 keine Chance mehr kriegen."
Das Wort Chance ist überhaupt das beste. Welche Chance? Wenn man arbeitet dann nimmt man nicht an einem Wettbewerb teil, sondern leistet die Arbeit für die man bezahlt wird. Mit 52 hat man einen langen Lebenslauf, da braucht man doch keine "Chance".
Satt Chance sollte da stehen "wieder einen Arbeitsplatz" ... so wars auch gemeint.
Wer will shcomn über 50-Jährige einstellen, wenns um das selbe Geld einen 25 Jährigen gibt, - wegen des Kurzen CV kann man dem auch noch was von "Karriere" vorlügen ...
das ist ein Putzfrauen-Lohn.
Kollektivvertrag ist Kaufmännischer Angestellter. Beim Hofer gibt's mehr.
Die Institute sind dem AMS als Monopolist ausgeliefert. Mit einem Fuss pleite (Skriptura) mit dem anderen kriminell (Venezia), weil das AMS Zusagen kurzfristig nicht einhält.
Weder für die Institute noch für die Trainer ist das Leben planbar.
Für den Arbeitslosen schon gar nicht.
Für die Rating-Agenturen ist's gut, denn eine geringe Langzeit-Arbeitslosenquote gaukelt denen eine gesunde Volkswirtschaft vor - und die braucht zum Funktionieren eine billige Refinanzierung.
skriptura ist doch schon in der hand von trendwerk-mentor-ua-nicht-attraktiven-beschäftigungsplätzen. wie es dort intern zugeht? hire and fire die trainer, wie sie es gerade brauchen. alles projektorientierte, schlecht-bezahlte kv-angestellte.
danke, liebe gewerkschaft!
Bei vielen der Kurse arbeiten die Trainer uf selbst. und Freelancer-Basis ...
Das sieht dann mit zB 1800-2000 € / Monat viel aus - da aber alle Abgaben zu leisten sind (Versicherung, Est, Ust) und kein 13.,14.dabei ist ... ist der Frust der TrainerInnen verständlich ...
Anders für die Inhaber solcher Firmen ... !!
...ob eine "ehemalige Journalistin, die mit freien Miniverträgen mehr schlecht als recht das Auslangen findet", die Richtige ist um in einem Bildungsinstitut Langzeit- und sonstige Arbeitslose fit für den Arbeitsmarkt zu machen.
Ist in Österreich leider nicht anders...
Die Abgründe von unserer Arbeitsamtamtspolitik sind so tief, dass da nichts Lustiges draus werden kann.
Mir ist nach vielen Jahren zahlreicher solcher Kurse das Lachen vergangen ... da kommt einem eher das Weinen. Ich würde mit der Grundlage an Erfahrung ein Drama schreiben. (zB Titel - "Die Drei Affen")
Nervtötend passt auch für die Realität.
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