Psychische Probleme sind nur selten die Ursache
Düsseldorf - Während sich die meisten Kinder auf Ferien freuen, gibt es Kinder, für die Ferienlager und Pensionsbetten ein Greuel sind. Bettnässende Kinder schlafen nicht gern außer Haus und haben auch selten Übernachtungsbesuch.
Für mehr als 640.000 Kinder in Deutschland und rund 60.000 Kinder in Österreich ist die Tatsache, dass sie Bettnässer sind, ein verzweifelt gehütetes Geheimnis. Viele davon werden nach wie vor nicht adäquat therapiert. Die meisten bettnässenden Kinder waren noch nie über einen längeren Zeitraum nachts trocken. Ursachen hierfür sind häufig ein falsches Trink- und Toilettenverhalten, ein Mangel des Antiwasserlasshormons oder eine überaktive oder zu kleine Blase. Nur in den seltensten Fällen sind psychische Probleme die Ursache des nächtlichen Einnässens, berichtet der deutsche Online-Reportagedienst humannews.
Blasentagebuch
Gabriele Grünebaum von der deutschen Initiative trockene Nacht e. V. rät Familien mit bettnässenden Kindern, ein Blasentagebuch zu führen: "Damit kann man aufschreiben, wann und wie viel das Kind trinkt und wann und wie viel Harn es lässt. Mit einem solchen Tagebuch und nach einer körperlichen Untersuchung kann der Kinderarzt leichter herausfinden, was die Ursache des Bettnässens und welche Therapie am sinnvollsten ist."
Je älter ein Kind ist, umso schwieriger wird die Behandlung. "Wir wünschen uns, dass Eltern mit ihren bettnässenden Kindern so früh wie möglich, ab dem vollendeten fünften Lebensjahr den Arzt aufsuchen", sagt der Kinderurologe Thomas Harms aus Köln, denn "je älter ein Kind ist, umso schwieriger wird die Behandlung und je länger die Erkrankung Bettnässen anhält, umso belastender ist dies für das Kind und die Familie".(red)
In Österreich ist der Verein "Club Mondkind - trockene Nächte, glückliche Kinder" eine Anlaufstelle für betroffene Familien.