Ein echter Türenversteher

23. Oktober 2011, 16:40
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Fahrtechnik-Experte Lauschi trifft auf den Veloster

Der Lauschi fährt einen Wagen, in den kann man den Veloster dreimal reinstecken, ohne ihn auch nur anzukratzen. Und trotzdem zieht ihn dieses Auto wie ein Magnet an. Ihn, der für seinen Beruf in einem Fahrtechnikzentrum lebt.

"Hyundai macht sich", meint er, als er im Veloster Platz nimmt, mit der Hand über die Armaturen fährt und sich im Wagen umsieht.

Das Auffälligste am Veloster sollte das Türenkonzept sein: eine große Coupé-Tür auf der Fahrerseite, zwei Türen auf der Beifahrerseite. Aber nicht einmal Autonarr Lauschi hat das auf der Stelle bemerkt. Wenn irgendwo ein Spaltmaß nicht genau passt, dann sehen wir das sofort, aber wenn die B-Säulen nicht auf gleicher Höhe sind, sieht das keiner.

Das ist aber auch kein Wunder, geizt unser Test-Veloster doch nicht mit seinen Reizen. Außen ist er fesches Coupé mit einem Kühlergrill, der mächtig sein Maul aufreißt. Innen zieht das fein strukturierte Armaturenbrett sofort die Hände auf sich. Die Türgriffe innen scheinen zu schweben, in der Mittelkonsole ist ein Touchscreen mit einem einfach zu bedienenden Navigationsgerät und praktischer Rückfahrkamera.

foto: guido gluschitsch
Der Veloster hat eine eigene Tür für die Fondpassagiere. Ja, eine.

Mit seinen 140 PS geht der kompakte Koreaner ganz ordentlich voraus, reißt aber nicht brutal an. Der Motor wirkt unten herum ein wenig schwerfällig und wird erst im oberen Drehzahlbereich quirliger. Für den Turboschub kommt aber ein aufgeladener Veloster mit 175 PS. Schon jetzt kann man ihn aber als Bluedrive mit ISG, der Stopp-Start-Automatik, ordern.

Das Fahrwerk ist straff, die Lenkung ist für einen Sportler zu leichtgängig und liefert zu wenig Feedback. In der Stadt ist genau das wiederum recht praktisch.

Wie auch die hintere Tür. Wenn es schnell gehen muss, wirft man die Sporttasche nicht in den 320 Liter fassenden Kofferraum, sondern auf den Rücksitz. Dort finden Kinder praktisch Platz. Ausgewachsene Erwachsene tun sich mit dem lässigen Sitzen schon deutlich schwerer – aber eine Limousine will der 4,22 Meter lange Veloster ja sowieso nicht sein.

Von den fünf Jahren Garantie, die Hyundai ohne Kilometerbegrenzung gibt, erzählen wir dem Lauschi dann vorsichtshalber nichts mehr. Die Gefahr, dass er den Veloster in seinen Riesenwagen packt, ist zu groß – denn die Einserfrage, was der Veloster kostet, hat er gar nicht gestellt. (Guido Gluschitsch/DER STANDARD/Automobil/21.10.2011)

  • Innen ist das Sport-Coupé genauso fesch wie außen.
    foto: guido gluschitsch

    Innen ist das Sport-Coupé genauso fesch wie außen.

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