Auf und Ab

Wieder mehr Organspender in Österreich

21. Oktober 2011, 09:20

Zahl der Transplantationskoordinatoren in heimischen Krankenhäusern nimmt zu

Graz/Wien - Die Zahl der in Österreich registrierten Organspender geht offenbar wieder hinauf. 2006 waren es 24,3 pro Million Einwohner gewesen, 2008 dann 20, 2009 schließlich 25, um vergangenes Jahr auf 22,8 je Million Einwohner zu sinken. "Heuer werden wir wahrscheinlich wieder auf 25 pro Million Einwohner kommen", sagte Ferdinand Mühlbacher, Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien am AKH, im Zuge der in Graz laufenden Jahrestagung von "Austrotransplant".

"Das ist die 'ewige Schwankung'. In diesem Jahr geht es wieder bergauf. Das ist aber auch der Erfolg mit lokalen Transplantationskoordinatoren in österreichischen Spitälern. Wir wollen bis 2013 in Österreich 25 solcher Koordinatoren haben", erklärte Mühlbacher. Diese Ärzte, die speziell ausgebildet werden, kümmern sich um den gesamten Bereich der Transplantationsmedizin, versuchen ihre Kollegen dafür zu sensibilisieren. Die Organverpflanzungen sind von der Meldung potenzieller Spender - und somit der Organe - abhängig.

Spontane Hirnblutungen

Bei den Organspendern - Personen, bei denen der Gehirntod eingetreten ist - hat sich in den vergangenen 20 Jahren eine wesentliche Veränderung ergeben. Der Transplantationschirurg: "Die alte Vorstellung, dass das die Motorradfahrer sind, die im Frühjahr die 'Maschin' auspacken, hat nie wirklich gestimmt, heute ist das ganz anders. Früher waren die Spender zu rund 60 Prozent Patienten mit Hirntraumen, etwa die Hälfte aus dem Straßenverkehr. Heute haben rund 60 Prozent der Organspender eine spontane Gehirnblutung erlitten, etwa 30 Prozent sind Opfer des Straßenverkehrs." Vor allem auf den allgemeinen Intensivstationen, wo die meisten Fälle von Hirntod eintreten würden, sei die Sensibilisierung der Ärzte notwendig, um im Fall des Falles an eine Organspende zu denken.

Gerade bei den häufigsten Organtransplantationen, den Nierentransplantationen, könnte es derzeit zu einer Änderung bei der medikamentösen Behandlung der Organempfänger zur Verhinderung der Abwehrreaktion kommen. Seit kurzem ist mit Belatacept in Europa hier ein neues Biotech-Medikament zugelassen, an dessen klinischer Entwicklung auch Mühlbacher und weitere Wissenschafter der MedUni Wien, wie zum Beispiel der Immunologe Thomas Wekerle, mitgearbeitet haben. Es handelt sich um ein Fusionsprotein. Mühlbacher: "Nach einer Nierentransplantationen wurde normalerweise mit Cortison in abnehmender Dosierung, Mycophenolsäure, einem Interleukin-2-Blocker und Cyclosporin A oder Tacrolimus behandelt. Statt Cyclosporin bzw. Tacrolimus kann man jetzt einmal monatlich per Infusion Belatacept geben."

Höhere Halbwertszeit

In Vergleichsstudien hat sich herausgestellt, dass die neue Biotech-Substanz keine toxische Wirkung auf die Spenderniere hat. Der Chirurg: "Die 'Halbwertszeit' einer Spenderniere erhöht sich damit von derzeit rund zehn Jahren auf 12,5 Jahre. Das ist aber sehr konservativ geschätzt. Wahrscheinlich ist es viel mehr. Ich rechne mit 15 bis 17 Jahren." An der Universitätsklinik für Chirurgie in Wien hat man durch Beteiligung an den klinischen Studien bereits Langzeiterfahrungen über zehn Jahre hinweg gesammelt. Mühlbacher: "Von 14 wirklich mit Belatacept behandelten Patienten haben noch immer neun eine exzellente Nierenfunktion." Das sei wesentlich mehr als man erwarten könnte. Derzeit laufen Gespräche mit den Krankenkassen, wie man die Finanzierung der Therapie langfristig organisieren könnte. (APA)

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1 2
BK W. Shoyssel
00
24.10.2011, 10:39
Wieder mehr Organspender in Österreich

und ich dachte, die Motorradsaison geht grad zu Ende

F.S.K
01
22.10.2011, 14:12
und warum sind die zahlen in ö trotz gleicher regelung viel niedriger als in spanien?

ministry
00
22.10.2011, 21:20

weil in spanien das am besten organisierte Transplantsystem ist

Kathi1609
 
03
22.10.2011, 00:03
Ich dachte, in Ö muss man widersprechen, wenn man NICHT Organspender sein will,

nicht sich wo eintragen lassen, wenn man es sein will ...

ministry
00
22.10.2011, 21:21

das ist richtig....also widerspruchslösung!

Kathi1609
 
01
22.10.2011, 21:28
aber wieso ist dann hier davon die rede, dass sich die leute als spender registrieren lassen?

rowdy
04
23.10.2011, 20:36
Ist es eh nicht

sonder davon, dass Spender registriert wurden.

Im Sinne von: es wurden Fälle von Organspenden verzeichnet.

Nicht im Sinne von: es haben sich Leute als Organspender angemeldet.

Die Formulierung der Überschrift und der Einleitungssätze ist einfach nur APA.

Kathi1609
 
00
23.10.2011, 21:45
Danke!

Jetzt check ich das!

ministry
00
23.10.2011, 18:02

aber wo steht das mit dem sich registrieren? es steht ja nur das dass spender gemeldet wurden....

milch und zucker
01
23.10.2011, 14:33

der artikel ist mir aus genanntem grund ebenfalls ein rätsel

magnus hall
01
21.10.2011, 22:50

25 pro Million Einwohner sind 200 Leute in Österreich

die Unschuldsvermutung
01
21.10.2011, 17:09
"Spender" ist da aber doch eher irritierend

Immerhin kommt das neue Organ ja nicht durch eine Enscheidung des Verstorbenen zustande sondern indem ein Arzt die Organe des Toten für brauchbar bewertet.

Sorenard
03
21.10.2011, 09:57

Nanu, ist es nicht so dass man in Österreich "automatisch" Organspender ist ausser man widerspricht ausdrücklich?

http://www.goeg.at/de/Widers... hsregister

ministry
00
23.10.2011, 18:02

ist eh so....passt schon!

F.S.K
01
22.10.2011, 14:10

interessant ist, dass das nicht nur für östrreicher gilt sondern für jeden der durchreist.

fertigprodukt
70
21.10.2011, 14:55

nur medizinisches personal kann widersprechen. in österreich ist also fast jeder automatisch organspender, egal ob er will oder nicht.

Got Your Nose!
00
23.10.2011, 14:41

äh, ganz falsch? sind wir wieder auf diffamierungstour durchs forum, mikrowellengericht?

ministry
00
22.10.2011, 21:23

schwachsinn...lesens mal im krankenanstaltengesetz nach!!! §62a!!!

rowdy
00
22.10.2011, 12:53
selten so einen Holler gelesen

Mr. T himself
01
21.10.2011, 19:52
...

dümmster post den ich hier je lesen durfte, abgesehen vielleicht von Laserstrahl dem ärzte-basher.

IRGENDEINEN beweis für ihre völlig konfuse theorie?

Got Your Nose!
00
23.10.2011, 14:42

ab hier stellt sich für gewöhnlich schweigen von seiten der gesundheitstrolls ein.

Bonair
01
21.10.2011, 10:20

Das heißt aber nicht, dass jedes Organ auch in transplantationsfähigem Zustand ist. Außerdem passt nicht jedes Organ zu jedem potentiellen Empfänger - deswegen werden die ja auch oft durch halb Europa geflogen.

Sorenard
00
21.10.2011, 11:19

Natürlich, meine Frage ist aber eher was mir "Die Zahl der in Österreich registrierten Organspender geht offenbar wieder hinauf. [...] Heuer werden wir wahrscheinlich wieder auf 25 pro Million Einwohner kommen" sagen soll wenn man sich in Österreich m.E. nur _gegen_ Organspenden registrieren lassen kann. Es ist schwer vorstellbar dass das 39,999 von 40,000 Leuten tatsächlich machen.

Salem Saberhagen
01
21.10.2011, 13:54
...

Die meisten wissen es ja nicht einmal, dass sie automatisch Organspender sind und sich zu Lebzeiten dagegen aussprechen müssen, wenn sie es nicht wollen.
LG,
Salem (auch sehr verwundert über diesen Artikel)

fertigprodukt
41
21.10.2011, 14:57

"zu lebzeiten".... organe werden einem ja zu lebzeiten entnommen. du meinst, so lange man klar im kopf ist.

leider ist das widerspruchsregister ein witz. mit dem anwalt geklärt: es gilt nur für medizinisches personal. normalsterbliche sind organspender, ob sie wollen oder nicht. wenn sie glück haben, haben sie angehörige, die für den erhalt ihrer organe im körper kämpfen.

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