Wie ein Gecko an der Wand

2. Juni 2003, 13:19
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Neuer einseitiger Klettverschluss besteht aus tausenden Plastikhaaren von weniger als einem Mikrometer Durchmesser

Manchester - Forscher der Universität von Manchester haben die Fähigkeiten des Geckos, an glatten Oberflächen haften zu können, imitiert, und einen einseitigen Klettverschluss entwickelt. Der selbstreinigende, wiederverwendbare und trockene "Gecko-Klebestreifen" wurde aus tausenden Plastikhaaren konstruiert, die den feinen Fußhärchen des Geckos nachempfunden wurden. Laut Forschern um Andre Geim reiche die Bedeckung der Hand mit dem neuen Material aus, um von der Decke hängen zu können.

Setae

Erst kürzlich haben Forscher der Carnegie Mellon University berichtet, synthetische Tausendstel Millimeter feine Haare - so genannte Setae - des Geckos entwickelt zu haben. Mit diesen können Geckos selbst mit der glattesten Unterlage engen Kontakt herstellen. Geims Team ging einen Schritt weiter und stellte Setae-ähnliche Strukturen aus dem Kunststoff Polyimid her.

Zu diesem Zweck brachten sie auf eine Polyimid-Unterlage winzige Aluminiumscheiben auf und setzten das Material einem Ätzprozess aus. Das Ergebnis war ein dünner Polyimid-Film. Unter den Metallscheiben blieben zwei Mikrometer lange und 0,2 Mikrometer feine, biegsame Polyimid-Haare stehen.

Aufwändige Produktion

Ähnlich wie die Herstellung von Computerchips ist die Produktion des Klebestreifens allerdings langwierig und teuer. Bevor das Material überhaupt kommerziell verfügbar wird, müssen noch einige Hürden überwunden werden. Wesentliche Probleme sind die Stabilität der Plastikhärchen und die Techniken zur Massenproduktion. Mit der Publikation im Fachblatt "Nature Materials" hofft man auf die Unterstützung anderer Forscher.

Die Wissenschaftler vom Manchester Centre for Mesoscience and Nanotechnology sind überzeugt, dass der Klebestreifen umfassend Einsatz finden könnte. So soll das Material nicht nur für Bergsteiger und Fensterreiniger von Nutzen sein. Es könnte auch für den Transport von Computerchips im Vakuum, zum Erfassen von Glasfasern und neuartige Verbände interessant sein, heißt es in einer Aussendung der Universität. (pte)

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