Global Crossing: Überraschendes Offert durch US-Investor

2. Juni 2003, 12:30
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XO Communications überbietet ST Telemedia im Übernahmekampf um den US-Glasfasernetzbetreiber

Der Übernahmekampf um den insolventen US-Glasfasernetzbetreiber Global Crossing ist um eine Facette reicher. Quasi in letzter Minute hat der US-Investor Carl Icahn mit seinem Unternehmen XO Communications ein Angebot abgeliefert, das um 100 Millionen Dollar über dem von Singapore Technologies Telemedia (ST Telemedia) liegt. Mit der Übernahme möchte Icahn seinem Ziel, eine umfassende Telekommunikations-Gesellschaft aufzubauen, näherkommen.

In Führung

Bisher hatte ST Telemedia im Übernahmekampf um Global Crossing die Nase vorne. Das Unternehmen aus Singapur hatte im Mai einen Alleingang gestartet, nachdem sich Hutchison Whampoa aus dem Wettstreit um die Global-Crossing-Übernahme zurückgezogen hatte. Hintergrund des Rückzugs waren US-Sicherheitsbedenken gegen eine Übernahme durch Hutchison Whampoa. Der aktuelle Stand des ST-Telemedia-Offerts liegt bei 600 Millionen Dollar.

Gebot der Stunde

Icahn will nun für den zahlungsunfähigen Glasfasercarrier 700 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Dieses Angebot in letzter Minute sei typisch für den US-Investor, schreibt das Wall Street Journal heute, Montag. So hat Icahn erst im Herbst vergangenen Jahres in einem sechsmonatigen Übernahmekampf die Kontrolle über den Breitbandanbieter XO erlangt. XO stand damals selbst unter Gläubigerschutz und konnte erst im Jänner aus dem Insolvenzverfahren herauskommen. Rund um XO wolle er eine kompakte Telekom-Company aufbauen, sagte Icahn damals. Das Angebot für Global Crossing dürfte dabei ein erster Schritt in diese Richtung sein. (pte)

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