AOL stoppt P2P-Software der eigenen Tochter

2. Juni 2003, 11:49
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Nullsoft veröffentlichte mit Waste verschlüsseltes File-Sharing Programm

AOL Time Warner versucht eine neue Gratis-Software seiner Tochterfirma Nullsoft zu stoppen, das berichtet die New York Times. Der 24jährige Nullsoft-Gründer Justin Frankel sei dafür bekannt, seine Programme gegen den Willen von AOL im Internet auszubreiten. Die Software wurde in der Nacht vom Mittwoch letzter Woche auf die Nullsoft-Website gestellt, so der Bericht.

Potential

Das neue Programm mit dem Namen "Waste" erlaubt es Gruppen von circa 50 Personen sichere und private Filesharing-Netzwerke aufzubauen und ermöglicht seinen Benutzern das Suchen und Downloaden von Files. Vor allem aber beinhaltet es ein Instant-Messaging-Feature, das durchaus als Konkurrent für den Instant Messenger von AOL gesehen werden könne. Der Name "Waste" sei eine Anspielung auf ein unterirdisches Postsystem in Thomas Pynchons Roman "The Crying of Lot 49".

Hintergrund

Frankel ist der Autor von Winamp, einer wichtigen Software für das MP3 Musikformat. Seine Firma Nullsoft wurde im Juni 1999 von AOL für knapp 400 Millionen Dollar gekauft. Seither macht Frankel der Mutterfirma immer wieder Probleme mit eigener Software. Gnutella, ein Programm, das wie Napster funktioniert, war im März 2000 auf der Nullsoft-Homepage einige Stunden erhältlich, bevor AOL es wieder von dort beseitigte. Auch einem Gratis-Add-on für den Winamp Player sowie AIMazing, einer Software, die Werbebanner vom AOL Instant Messenger durch Musik ersetzte, widerfuhr ein ähnliches Schicksal.

Informationen

Weniger als 24 Stunden nach seiner Veröffentlichung habe AOL das neue File-Sharing Programm von der Nullsoft-Site genommen, so die New York Times. Am Freitagabend habe AOL außerdem eine Warnung herausgegeben, die alle Besitzer von "Waste"-Kopien darüber informiert, dass die Veröffentlichung nicht autorisiert gewesen sei und die User auffordert, ihre Kopien zu löschen. (pte)

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