Demos gegen Armee-Auflösung im Irak

2. Juni 2003, 15:24
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Irakische Offiziere protestieren gegen die Auflösung ihrer Einheiten durch die amerikanische Zivilverwaltung und fordern ihre Gehälter ein

Bagdad - Rund 1500 Offiziere der irakischen Armee haben am Montag in Bagdad gegen die Auflösung ihrer Einheiten durch die amerikanische Zivilverwaltung demonstriert. Die Demonstranten, die meisten von ihnen im fortgeschrittenen Alter, forderten außerdem die Auszahlung ihrer Gehälter für die Monate April und Mai. Nach einem Protestmarsch durch die Innenstadt von Bagdad versammelten sie sich am Montagvormittag vor dem Gebäude der US-Zivilverwaltung. Sie riefen: "Mit unserer Seele und unserem Blut opfern wir uns für dich, oh Irak" und "Bring mich um, aber nimm mir nicht meinen Job weg".

Der oberste US-Zivilverwalter für den Irak, Paul Bremer, hatte am 23. Mai die Auflösung der etwa 400.000 Mann umfassenden Armee und der Sicherheitsdienste angeordnet.

Neugründung der irakischen Armee im Sommer geplant

Die neue reguläre Armee werde im Sommer gegründet, sagte ein Verantwortlicher der Besatzungsmächte USA und Großbritannien der Nachrichtenagentur AFP. Ihr sollen voraussichtlich 40.000 bis 50.000 Soldaten angehören. Das wäre ein Zehntel der bisherigen Stärke. Bei ihrer Entscheidung seien sich die Besatzungsmächte der negativen wirtschaftlichen Folgen für die entlassenen Soldaten bewusst, sagte der Verantwortliche weiter.

Der neue UN-Sonderbeauftragte für Irak, Sergio Vieira de Mello, sollte am Montag in Bagdad zu einer viermonatigen Mission eintreffen. Der brasilianische Diplomat soll vor Ort die gerade wieder aufgenommene humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen koordinieren. Laut der UN-Resolution 1483 ist es seine Aufgabe, in Zusammenarbeit mit den Besatzungsmächten USA und Großbritannien "den Prozess zur Bildung einer repräsentativen, international anerkannten Regierung zu erleichtern".(APA/dpa)

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