Bau von iranischem Atomreaktor verzögert sich bis 2005

3. Juni 2003, 15:18
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Russland: Bauteile müssen ausgetauscht werden - Teheran vermutet politische Gründe

Moskau - Die Fertigstellung eines von russischen Firmen gebauten Leichtwasserreaktors im Iran wird sich nach Angaben der russischen Regierung um zwei Jahre verzögern. Zudem würden erst Brennstäbe in den Iran geliefert, wenn Teheran ein Abkommen über die Rückgabe der abgebrannten Brennstäbe an Russland unterzeichne, erklärte das zuständige Ministerium am Dienstag.

Der Reaktor in der südiranischen Hafenstadt Buschehr werde erst 2005 ans Netz gehen können, sagte Atomenergieminister Alexander Rumjantsew laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax. Die iranische Regierung hatte zuvor die Inbetriebnahme noch für dieses Jahr angekündigt. In Teheran wird vermutet, die Fertigstellung werde auf Druck der USA verzögert.

Kontrolle durch IAEA

Washington befürchtet, die iranische Regierung betreibe ein geheimes Atomwaffenprogramm. Auf dem G-8-Gipfel in Evian bekräftigte der russische Präsident Wladimir Putin, auch Moskau bestehe darauf, dass Teheran der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) die Kontrolle der iranischen Atomprogramme ermögliche.

Laut Rumjantsew stecken hinter der Verzögerung beim Bau des Buschehr-Reaktors keine politischen Gründe. Vielmehr sei der Austausch deutscher Bauteile durch russische notwendig. Zunächst wollte Siemens das Kraftwerk bauen, zog sich jedoch nach der islamischen Revolution 1979 von dem Vorhaben zurück. Wann das Abkommen über die Rückgabe der Brennstäbe unterzeichnet werden soll, wurde zunächst nicht bekannt. (APA/AP)

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