Erneute Grenzverletzungen im Gelben Meer

3. Juni 2003, 15:55
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Südkoreas Marine feuert Warnschüsse gegen Fischerboot aus Nordkorea

Seoul - Die südkoreanische Marine hat am Dienstag erneut mit Warnschüssen ein nordkoreanisches Fischerboot aus den Gewässern Südkoreas vertrieben. Der Zwischenfall ereignete sich nach Angaben des Generalstabs in Seoul an der umstrittenen Seegrenze zwischen beiden Ländern vor der Westküste der Halbinsel. Das kommunistische Nordkorea beschuldigte Südkorea, die Spannungen im Gelben Meer weiter zu verschärfen und in den vergangenen Tagen täglich Kriegsschiffe in nordkoreanische Gewässer geschickt zu haben.

Es war südkoreanischen Angaben zufolge bereits das achte Mal in den vergangenen neun Tagen, dass ein oder mehrere nordkoreanische Boote die Grenzlinie zu Südkorea überquert hatten. Südkorea hatte auch am Sonntag mit Warnschüssen auf die Grenzverletzung durch nordkoreanische Fischerboote in dem fischreichen Gebiet vor der Westküste reagiert.

Vorwürfe

Ein Sprecher der nordkoreanischen Kriegsmarine warf Südkorea am Dienstag vor, ein neues Seegefecht auf Betreiben der USA anzetteln zu wollen. Falls das südkoreanische Militär die "Situation an den Rand eines Krieges unter dem Vorwand der Verteidigung der illegalen Nördlichen Grenzlinie treiben", würden sie für alle Konsequenzen verantwortlich gemacht, sagte der Sprecher der Kriegsmarine der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA. Südkorea wies den Vorwurf zurück, Kriegsschiffe über die Seegrenze nach Nordkorea gesandt zu haben.

An der Grenzlinie kam es 1999 und 2002 zu blutigen Seegefechten zwischen Kriegsschiffen beider Staaten. Die Situation auf der Halbinsel ist seit Monaten wegen des Konfliktes um das nordkoreanische Atomprogramm sehr angespannt. Beide Korea befinden sich völkerrechtlich immer noch im Kriegszustand, da ein Friedensvertrag seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) bis heute nicht zu Stande gekommen ist. (APA/dpa)

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