Sharon ruft zu Einheit im Friedensprozess auf

1. Juni 2003, 21:38
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"Wenn wir mit zusammen handeln, können wir Sicherheit und Frieden erreichen" - Gericht verurteilt geständigen Bombenbauer

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat vor dem Nahost-Gipfel mit US-Präsident George W. Bush und dem palästinensischen Regierungschef Mahmud Abbas sein Kabinett und die politischen Kräfte in Israel zur Einheit aufgerufen. Nur zusammen ließen sich Sicherheit und Frieden erreichen, mahnte er am Sonntag nach einer Kabinettssitzung und einem Treffen mit Staatspräsident Moshe Katzav. Zuvor hatte Israel die Absperrung der palästinensischen Gebiete gelockert.

"Wir haben eine heikle Phase vor uns mit sehr komplexen und schwierigen Zielen", sagte Sharon zum wieder an Fahrt gewinnenden Friedensprozess. "Ich appelliere an euch, Ruhe zu bewahren, keine Themen aufzubringen, mit denen wir uns jetzt nicht zu befassen brauchen, zu verstehen, dass wir nur, wenn wir zusammen arbeiten, die Ergebnisse erreichen können, die wir uns vorgenommen haben", erklärte er insbesondere an die Falken im eigenen Lager gerichtet. "Wenn wir zusammen und mit Bedacht handeln, können wir nach meiner Überzeugung Sicherheit und, mit Gottes Hilfe, Frieden erreichen."

Ein israelisches Militärgericht befand unterdessen einen Palästinenser für schuldig, Sprengsätze für Selbstmordanschläge mit Dutzenden Todesopfern gebaut zu haben. Abdullah Barghuti hatte sich als schuldig im Sinne der Anklage bezeichnet. Die Staatsanwaltschaft werde für ihn nicht die Todesstrafe fordern, teilte Hauptmann Rayed Shanan als Vertreter der Anklage mit. Das Strafmaß soll am 13. Juli verkündet werden.

Barghuti, der nicht mit dem Al-Fatah-Führer Marwan Barghuti verwandt ist, hatte die Bomben für vier Anschläge gebaut, bei denen 66 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt wurden, wie Shanan erläuterte. Barghutis Anwalt Taufik Bassul sagte, der Angeklagte habe die Anschläge in Jerusalem angesichts des israelischen Vorgehens in den palästinensischen Gebieten als legal betrachtet, denn dort würden täglich Palästinenser getötet. Barghuti selbst erklärte, er habe mit seinen Sprengsätzen "so viele Israelis wie möglich" töten wollen. Die Selbstmordattentäter sprengten sich mit seinen Bomben in Jerusalem vor der Hebräischen Universität, einer Pizzeria, einem Cafe und einer Fußgängerpassage in die Luft.(APA/AP)

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