Blackies verpatzen sich gegen Anderlecht den Punkt

20. Oktober 2011, 21:39
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0:2 nach schwerem Fehler von Cavlina und Ausschluss von Burgstaller in Graz

Graz - Österreichs Meister Sturm Graz musste im dritten Spiel der Europa League-Gruppenphase die zweite Niederlage hinnehmen. Im ausverkauften Heimstadion erwies sich Belgiens Tabellenführer RSC Anderlecht als eine Nummer zu groß und siegte mit 2:0 (0:0).

Sturm spielte etwa eine Stunde gut mit den favorisierten Gästen mit. Die personell geschwächten Blackies standen - mit den noch nicht voll fitten Spielern George Popkhadze, Andreas Hölzl und Roman Kienast auf der Bank, und weiter ohne Joachim Standfest und Stammtorhüter Christian Gratzei  - tief und versuchten sich mit schnellen Gegenstößen in Szene zu setzen. Anderlecht setzte die ballführenden Spieler dabei aber immer wieder stark unter Druck, trieben die ballesterischen Fähigkeiten der Grazer an ihre Grenzen und unterbanden so die Konter.

So kam Sturm zwar selbst nur zu wenigen Chancen, ließ aber andererseits auch beim Gegner kaum etwas zu. Die kompakte Leistung wurde einzig von einigen negativen Ausbrechern von Thomas Burgstaller überschattet. Der Innenverteidiger sah schon nach einer Viertelstunde die Gelbe Karte für ein Foul von hinten gegen Mbokani und wandelte in der Folge immer wieder an der Grenze zum Ausschluss. 

Mitten in die Hoffnung

Das 0:1 fiel allerdings, als er noch auf dem Platz war. Sturm-Torhüter Silvije Cavlina leitete nach 66 Minuten mit einem schlechten Auswurf einen unmittelbaren Gegenangriff ein. Burgstaller konnte Milan Jovanovic zwar noch mit grenzwertigen Mitteln stoppen, doch Cavlina ließ den bereits in den Händen gehaltenen Ball groteskerweise wieder aus. Guillaume Gillet nutzte diesen Patzer eiskalt aus.

Dabei war gerade in dieser Phase auch für Sturm einiges drin gewesen. Die Blackies hatten gerade Mut gefasst und nur Minuten zuvor eine Riesenchance vorgefunden. Nach einer sehenswerten Aktion musste ein Querpass an den Fünfer von Florian Kainz auf den aufgerückten Martin Ehrenreich in höchster Anderlechter Not abgefangen werden.

Unmittelbar nach dem Gegentreffer erhörte der umsichtige Schiedsrichter Alan Kelly aus Irland Burgstallers Betteln und sandte ihn nach einem weiteren unnötigen Foul vom Feld (68.). Trainer Franco Foda hatte war Ersatzmann Ferdinand Feldhofer schon vor der Pause aufwärmen lassen, wechselte ihn aber erst jetzt für Mittelfeldspieler Kainz ein. 

Kampf gegen höhere Niederlage

Für Sturm war die Partie damit praktisch vorbei. Hatte die taktisch disziplinierte Vorstellung - getragen vor allem vom starken Zentrum mit Manuel Weber und Jürgen Säumel - bisher die offensichtliche individuelle Unterlegenheit ausgeglichen, war mit einem Mann weniger nichts mehr zu holen. Auch weil zunehmende Müdigkeit am Platz zu bemerken war. Die Einwechslungen von Mario Haas (für Danko Bodul, 65.) und Hölzl (für Patrick Wolf, 79.) vermochten daran nichts zu änder.

Die endgültige Entscheidung und auch den Endstand stellte schließlich der umtriebige Anderlecht-Stürmer Matias Suarez her, als er 15 Minuten vor dem Ende in einem erneut patschert verteidigten Konter Cavlina umspielte und einschoss. Der Argentinier hatte bereits in der 53. Minute die Führung von Anderlecht verhindert, weil er nach einem Eckball im Abseits stand. Der Kopfballtreffer eines Mitspielers zählte nicht, weil Suarez Cavlina irritierte.

Die Grazer stemmten sich in der Schlussviertelstunde erfolgreich gegen eine höhere Niederlage. Die tatsächlich erlittene schien allerdings schmerzhaft und gewissermaßen unnötig genug.

Anderlecht hält in der Gruppe nun bei neun Punkten. Da Lok Moskau im Parallelspiel gegen AEK Athen (0 Punkte) mit 3:1 siegte und damit auch bereits sechs Punkte hat, steht Sturm (Dritter mit drei Punkten)im Rückspiel in Brüssel bereits unter Siegzwang, will man die Gruppenphase überstehen. (tsc, derStandard.at, 20.10.2011)

Fußball-Europa-League - Gruppe L, 3. Runde:

SK Sturm Graz - RSC Anderlecht 0:2 (0:0)
Graz, UPC-Arena, 14.297 Zuschauer, SR Alan Kelly (IRL)

Tore: 0:1 (66.) Gillet

0:2 (75.) Suarez

Sturm Graz: Cavlina - Ehrenreich, Dudic, Burgstaller, Klem - P. Wolf (79. Hölzl), Weber, Säumel, Kainz (69. Feldhofer) - Bodul (65. Haas), Szabics

Anderlecht: Proto - Wasilewski, Kouyate, Juhasz, Safari - Gillet, Kljestan, Biglia (80. Marecek), Jovanovic - Suarez (86. Fernando), Mbokani (89. De Sutter)

Gelb-Rote Karte: Burgstaller (67./Foul)

Gelbe Karten: Dudic bzw. Suarez, Biglia

  • Anderlecht war den Tick zu clever. Thomas Burgstaller bettelte lange um seine Gelb-Rote Karte, bekam sie schlussendlich nach dem vorentscheidenden 0:1 auch.
    foto: reutes

    Anderlecht war den Tick zu clever. Thomas Burgstaller bettelte lange um seine Gelb-Rote Karte, bekam sie schlussendlich nach dem vorentscheidenden 0:1 auch.

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