Kopf des Tages

Ein Spindoktor im Dienste heikler Patienten

20. Oktober 2011, 20:05
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    foto: apa/fohringer

    Heinz Lederer (49), Lobbyist mit roten Wurzeln.

Der ehemalige SPÖ-Kommunikationschef Heinz Lederer half auch der Telekom

Es ist die Rolle seines Lebens. Erst hat er sie für Partei und Kanzler gespielt, dann für die Wirtschaft. "Ich krieg diese Punze eh nicht mehr los", sagt Heinz Lederer, "deshalb: Ja! Ich war ein Spindoktor der Telekom."

Lederer schickt freilich ein Aber nach. Weit harmloser seien die Aktivitäten gewesen, als ihm nun unterstellt werde. Keine Rede von horrenden Honoraren für Lobbying bei roten Spitzenpolitikern, beteuert Lederer, er habe nur getan, was er am besten könne: Journalisten so mit Infos zu füttern, dass seine Auftraggeber gut wegkommen - kurz: Geschichten den richtigen "Spin" verpassen.

Lederer entwickelte diese Kunst in den Neunzigerjahren, erst als Werbeleiter, dann als Kommunikationschef der SPÖ. Als kreativer Kopf mit Faible für angloamerikanische Kampagnenkultur fiel der Studienabbrecher (Politik und Medien) auf und als Kontakttalent, das mit Gott und der Welt auf Du war. Gemeinsam mit Kanzlersprecher Joe Kalina und Bundesgeschäftsführer Andreas Rudas bildete Lederer ein Strippenziehertrio, das auf dem Höhepunkt des selbstkreierten Hypes fast schon mehr Schlagzeilen machte als die von ihm in Szene gesetzte Politik.

Wachsende "Großmannssucht" erkannten Weggefährten seinerzeit. Zur austriakischen Version der coolen Mode-Roten Blair und Schröder stilisierten Lederer und Konsorten den damaligen Kanzler Viktor Klima, im Wahlkampf 1999 verschanzten sie sich in einem mythenumrankten "War-Room". Doch der "dritte Weg" endete mit Haiders Triumph, der übercoachte Klima als hölzerner Phrasendrescher ("Jobs, Jobs, Jobs"). Plötzlich mutierte der mit Stolz getragene Titel zum Schimpfwort: Spindoktoren galten gestandenen Genossen nun als umfragengesteuerte Opportunisten, die der SPÖ das neoliberale Virus injiziiert hätten.

Die schwarz-blaue Wende trieb Lederer in die Privatwirtschaft - und in die nächste platzende Blase: Den Internethändler Lion.cc, eine Libro-Tochter, führte er als Vorstandschef in den Ausgleich. Nach einem Intermezzo in Deutschland gründete der dreifache Vater in seiner Heimatstadt Wien schließlich "eine kleine, feine PR-Agentur" namens Lederer-Communication. Nicht mehr gearbeitet habe er seit dem Flop von 1999 für die SPÖ, sagt Lederer - von einem kurzen Gastspiel im ORF-Stiftungsrat abgesehen. Exkanzler Alfred Gusenbauer kennt der PR-Mann zwar seit Studententagen; doch Beraterleistungen hätten sich stets auf ein "Gespräch bei einem Bier" beschränkt. (Gerald John, DER STANDARD, Printausgabe, 21.10.2011)

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13 Postings
otto strammer
00
23.10.2011, 08:00
Kropf des Tages

und der Tag is auch schon vorbei

4321
00
21.10.2011, 19:08

gähn. und sonst? kann mir bitte wer erklären warum dieser mann jetzt kopf des tages wurde? oder bezieht sich dieser titel auf den autor?

Toni Meister
04
21.10.2011, 18:14
" Der SPÖ das neoliberale Virus injiziiert "

Keine sattelfesten Kenntnisse.Studienabbrecher. Keine eigene Meinung.Fasziniert von seinen Genossen Tony Blair, Schröder & Co. Selbst eine Konservative CDUlerin Ursula von der Leyen sagt jetzt bei Maischberger, dass die Deregulierung der Finanzmärkte ein Fehler gewesen ist.

Wir sind die Guten!!
00
21.10.2011, 14:53
war der nicht mal chef vom vsstö-jus wien?

baneck08
01
21.10.2011, 13:19
Klima war gar nicht so schlecht (Jobs, Jobs, Jobs),

was mir auch erst beim Anblick seines Amtsnachfolgers Schüssel klar wurde!

Nur diese Buberlpartie war natürlich unnötig ...

Wir sind die Guten!!
00
21.10.2011, 14:58
er war halt kein vranitzky!

Tulip die Teufelstaube
00
21.10.2011, 02:46

Bei den Augenringen muss der Job die Hölle gewesen sein?!

Der Große von Gegenüber
10
21.10.2011, 06:45

Sohn von Horst Tappert?

fds r
10
21.10.2011, 15:13
Ein unehelicher, ja.

Asylwiener
12
21.10.2011, 01:30
angloamerikanische Kampagnenkultur

ist eine tolle und interessante sache, aber funktioniert in Österreich nicht.

Genausowenig wie österreichische Kampagnenkultur in den USA oder im UK funktionieren würde.

Und so bleibt bei Hr und Fr Österreicher von Ideen wie sich "Joe" Kalina zu nennen nicht das coole Macher-Flair sondern eher ein Hauch von Trottel oder im besten Falle Würschtelstandler...

und eine lange Rechnung

Postingname 2.0
00
22.10.2011, 08:54

Österr. Alternative wäre "Sepp Kalina" oder "Kalina-Peppi". Auch nicht prickelnd. Ich fürchte, mit dem Namen hat man wenig Optionen..

Dilbert
01
21.10.2011, 12:38

und Klima wurde verheizt

Grigio
10
22.10.2011, 09:14

Der Klima war ein Marionetten-Kasperl.

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