Kritik an moderater Haltung des Uniko-Direktors
Salzburg - Kritische Töne zur Rolle des Präsidenten der Universitätenkonferenz (Uniko) Heinrich Schmidinger in der Debatte um die Studiengebühren sind aus den Reihen der ÖVP zu hören. Schmidinger agiere zögerlich und unterstütze Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle nicht aktiv genug, wird moniert.
Schmidinger lehnt ein Vorpreschen der Universitäten bei der Einhebung von Gebühren ab. Der Uniko-Präsident verlangt vom Gesetzgeber eindeutige Vorgaben, um "Rechtssicherheit" für die Unis zu schaffen. Erst dann könne man darangehen, Studienabgaben einzuheben.
Wie bei Töchterle, der im Jahr 2000 als Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Uni Innsbruck noch eine Resolution gegen Studiengebühren verfasste, sieht sich auch Schmidinger jetzt mit einem historischen Dokument konfrontiert. Er habe als Rektor der Uni Salzburg 2008 anlässlich der de facto Abschaffung der Studiengebühren in einem Schreiben an alle Salzburger Nationalratsabgeordneten massiv für deren Beibehaltung geworben, heißt es.
Schmidinger hofft auf Konsens
Auf Nachfrage des STANDARD bestätigt Schmidinger auch, ein solches Schreiben verfasst zu haben. Er sei ja auch "grundsätzlich für Studienbeiträge". Allerdings hätten Studiengebühren, die nicht von breiten Teilen der Bevölkerung, der Regierung und des Parlamentes getragen werden, "keine Zukunft". Dies würde nur zu neuen Streitigkeiten führen, plädiert er für eine Konsenslösung. (neu, DER STANDARD, Printausgabe, 21.10.2011)