Rektoren

Schmidinger will breite Mehrheit für Studiengebühren

20. Oktober 2011, 17:48

Kritik an moderater Haltung des Uniko-Direktors

Salzburg - Kritische Töne zur Rolle des Präsidenten der Universitätenkonferenz (Uniko) Heinrich Schmidinger in der Debatte um die Studiengebühren sind aus den Reihen der ÖVP zu hören. Schmidinger agiere zögerlich und unterstütze Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle nicht aktiv genug, wird moniert.

Schmidinger lehnt ein Vorpreschen der Universitäten bei der Einhebung von Gebühren ab. Der Uniko-Präsident verlangt vom Gesetzgeber eindeutige Vorgaben, um "Rechtssicherheit" für die Unis zu schaffen. Erst dann könne man darangehen, Studienabgaben einzuheben.

Wie bei Töchterle, der im Jahr 2000 als Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Uni Innsbruck noch eine Resolution gegen Studiengebühren verfasste, sieht sich auch Schmidinger jetzt mit einem historischen Dokument konfrontiert. Er habe als Rektor der Uni Salzburg 2008 anlässlich der de facto Abschaffung der Studiengebühren in einem Schreiben an alle Salzburger Nationalratsabgeordneten massiv für deren Beibehaltung geworben, heißt es.

Schmidinger hofft auf Konsens

Auf Nachfrage des STANDARD bestätigt Schmidinger auch, ein solches Schreiben verfasst zu haben. Er sei ja auch "grundsätzlich für Studienbeiträge". Allerdings hätten Studiengebühren, die nicht von breiten Teilen der Bevölkerung, der Regierung und des Parlamentes getragen werden, "keine Zukunft". Dies würde nur zu neuen Streitigkeiten führen, plädiert er für eine Konsenslösung. (neu, DER STANDARD, Printausgabe, 21.10.2011)

beos
00
21.10.2011, 09:18

Ich finds witzig. Die ÖVP will und würde sich sogar wieder auf halblustige Ausnahmen und sinnlos niedrige Gebühren einigen. Die SPÖ sagt aus irgendeinem Grund immer nein (Schon mal die Basis gefragt?). Die FPÖ würde wohl gerne dafür sein, aber das geht jetzt nimma. Die Grünen dagegen, weil? Einfach nur lustig, weil entweder wirds so bleiben wie es ist, oder Gebühren/Beiträge die weder der Uni helfen, noch 90% der Studierenden beeinflussen, sondern ein kleiner Teil hat die Arschkarte gezogen (Eltern könnten oder wollen nicht unterstützen, Aufgrund zB Krankheit ist das Studium eh schon fast unfinanzierbar usw.) Ob man Vollzeitstudien mit organisatorischer Unterstützung und Gebühren/Stipendien (nicht) will oder nur Gebühren ist die Frage

Der Chronist
02
21.10.2011, 10:15

Für die ÖVP ist es eine Frage von Sieg und Niederlage - denen geht es nicht um Inhalte, sie wollen herrschen. Dem tritt die SPÖ entgegen, denn sie weiß, dass sie sich kein öffentliches Nachgeben mehr leisten kann. Sie muß ohnehin beim Verharmlosen der Verbrechen der ÖVP, über die wir so viel in den letzten Wochen lesen konnten, ganze Arbeit leisten. Außerdem ist der Teufel los, wenn viele Leute, die für Studiengebühren wären, sehr sauer reagieren werden, wenn sie draufkommen, dass ihre Kinder die Universitäten den Bonzenkindern überlassen müssen. So erklären sich sowohl die Positionen als auch der Machtkampf bei dem Thema.

bratak
01
20.10.2011, 23:37
kontern mit övp-sprech

"wir sind gegen die studiengebühren, weil wir gegen einzelmaßnahmen sind. wir brauchen zuerst ein gesamtkonzept zur finanzierung der universitäten, weil wir mit einzelmaßnahmen nicht weit kommen werden"

Der Chronist
04
20.10.2011, 20:30

Herr Schmidinger wäre ja gern Erfüllungsgehilfe des Herrn Töchterle - allerdings agiert er besonnener als die tumbe ÖVP in ihrem Imperatorenwahn, denn er weiß die mahnenden Worte des Herrn Korinek zu deuten: Wenn die Universitäten vorpreschen und dann Dinge anstellen, die der Verfassungsgerichtshof später als nicht rechtens und für null und nichtig erklärt, ist der Ärger groß, und groß sind dann auch die Schwierigkeiten. Es ist Herrn Schmidinger hoch anzurechnen, dass er trotz seiner eindeutigen Präferenz für Studiengebühren nicht auf die ÖVP-Dampwalzentaktik setzt. Er tut es zwar aus rein persönlichen Motiven, aber es zählt die Wirkung.

aiuto
60
20.10.2011, 20:08
ja, und warum eigentlich bei uns keine Stdiengebühren ?

... es gbit sie doch in den meisten europäischen Ländern.

Hans Funkelfels
24
20.10.2011, 20:33

a) stimmt nicht.
b) hat das argument "weil anderswo" das gleiche Niveau wie "das hamma immer schon so gemacht" und "da könnt a jeder kommen"

aiuto
20
21.10.2011, 08:45
b.) stimmt nicht...

im Zeitalter der europ. Integration.
Da muß man sehr wohl auch über die Landesgrenzen hinausschauen, was sich dort so tut.

Der Chronist
12
20.10.2011, 22:48

Verschwenden Sie keine Energie auf Kampfposter der ÖVP. Die Studiengebühren sind eine extrem aufgeladene Prestigefrage, denn die ÖVP will immer ihren Willen durchsetzen, sie will das Land alleine regieren und beherrschen. Diese dummen Personen erleben das als Demütigung, wenn sie die Studiengebühren nicht bis Februar etablieren können. Und sie sind boshaft, sie wollen unter sich sein, auch an der Universität.

Derzeit lernt die ÖVP, dass nicht alles immer so glatt geht, wie man meint, dass es doch gehen muss. Die SPÖ wird umfallen, aber bis dahin werden die Schwarzen noch ein bißchen schwitzen.

Kelbo
02
20.10.2011, 19:01

besser: Erstmal Zugang regeln.

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