Kein Bus führt mehr zum Schwedenplatz

  • Umsteigen in der City: Nicht alle sind damit glücklich
    foto: apa/roland schlager

    Umsteigen in der City: Nicht alle sind damit glücklich

Queren der Innenstadt wegen Fußgängerzone nur noch mit Umsteigen möglich

Wien - Die Wiener Innenstadt wird zwischen Tuchlauben und Am Hof nicht nur mittels Nobel-Einkaufszentrum (ehemalige Bawag-Zentrale) und Hotel (Länderbank) aufgemöbelt, sondern auch mit einer neuen Fußgängerzone. Seitzer- und Bognergasse sollen künftig nicht mehr befahrbar sein.

Das bedeutet allerdings auch, dass sich die Innenstadt-Buslinien neue Wege durch den ersten Bezirk suchen müssen. Denn eine weitere Durchfahrt der City-Busse ist laut Wiener Linien zu gefährlich. "Wir wissen, dass die Leute nicht mehr auf den Verkehr achten, sobald sie in einer Fußgängerzone sind" , sagt Sprecherin Anna Reich.

Protest

Die Linie 1A soll künftig nur noch zwischen Schottentor und Stephansplatz verkehren, die Linie 2A von der Neubaugasse bis zum Stubentor und der 3A von Schottenring bis Stephansplatz. Gegen diesen Plan regt sich allerdings Widerstand - vor allem, weil eine Fahrt von Schotten- bis Stubentor dann ohne Umsteigen nicht mehr möglich ist und der Schwedenplatz gar nicht mehr angefahren wird.

Die Bezirksgrünen haben bereits mehr als 1000 Unterschriften gegen die neue Linienführung gesammelt. "Wir fordern durchgängige Querungen trotz der neuen Fußgängerzone" , sagt Bezirksrat Rainer Fussenegger. Dass sich wegen eines Luxushotels und einer Shoppingmall für Superreiche das Öffi-Angebot für Bewohner und im Bezirk arbeitende Menschen massiv verschlechtere, sei inakzeptabel.

Strom statt Erdgas

Man warte ohnehin noch auf Unterlagen der Wiener Linien sowie auf Pläne der Bauträger, bevor es eine endgültige Entscheidung gebe, sagt Angelika Mayrhofer-Battlogg, Sprecherin von Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (VP). Zudem lade man die Bevölkerung vor der nächsten Bezirksvertretungssitzung Ende November zu einer Versammlung, bei der umfassend über die Änderungen informiert werde.

Über die neue Fußgängerzone werde es aber keine weiteren Diskussionen geben, da herrsche bereits breiter Konsens. Die neuen City-Busse sollen jedenfalls zum Teil mit Strom fahren: "Wir wollen hier unbedingt Vorreiter sein" , sagt Mayrhofer-Battlogg.
 (Martina Stemmer, DER STANDARD Printausgabe, 21.10.2011)

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