Kein Bus führt mehr zum Schwedenplatz

Martina Stemmer
20. Oktober 2011, 18:31
  • Umsteigen in der City: Nicht alle sind damit glücklich
    foto: apa/roland schlager

    Umsteigen in der City: Nicht alle sind damit glücklich

Queren der Innenstadt wegen Fußgängerzone nur noch mit Umsteigen möglich

Wien - Die Wiener Innenstadt wird zwischen Tuchlauben und Am Hof nicht nur mittels Nobel-Einkaufszentrum (ehemalige Bawag-Zentrale) und Hotel (Länderbank) aufgemöbelt, sondern auch mit einer neuen Fußgängerzone. Seitzer- und Bognergasse sollen künftig nicht mehr befahrbar sein.

Das bedeutet allerdings auch, dass sich die Innenstadt-Buslinien neue Wege durch den ersten Bezirk suchen müssen. Denn eine weitere Durchfahrt der City-Busse ist laut Wiener Linien zu gefährlich. "Wir wissen, dass die Leute nicht mehr auf den Verkehr achten, sobald sie in einer Fußgängerzone sind" , sagt Sprecherin Anna Reich.

Protest

Die Linie 1A soll künftig nur noch zwischen Schottentor und Stephansplatz verkehren, die Linie 2A von der Neubaugasse bis zum Stubentor und der 3A von Schottenring bis Stephansplatz. Gegen diesen Plan regt sich allerdings Widerstand - vor allem, weil eine Fahrt von Schotten- bis Stubentor dann ohne Umsteigen nicht mehr möglich ist und der Schwedenplatz gar nicht mehr angefahren wird.

Die Bezirksgrünen haben bereits mehr als 1000 Unterschriften gegen die neue Linienführung gesammelt. "Wir fordern durchgängige Querungen trotz der neuen Fußgängerzone" , sagt Bezirksrat Rainer Fussenegger. Dass sich wegen eines Luxushotels und einer Shoppingmall für Superreiche das Öffi-Angebot für Bewohner und im Bezirk arbeitende Menschen massiv verschlechtere, sei inakzeptabel.

Strom statt Erdgas

Man warte ohnehin noch auf Unterlagen der Wiener Linien sowie auf Pläne der Bauträger, bevor es eine endgültige Entscheidung gebe, sagt Angelika Mayrhofer-Battlogg, Sprecherin von Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (VP). Zudem lade man die Bevölkerung vor der nächsten Bezirksvertretungssitzung Ende November zu einer Versammlung, bei der umfassend über die Änderungen informiert werde.

Über die neue Fußgängerzone werde es aber keine weiteren Diskussionen geben, da herrsche bereits breiter Konsens. Die neuen City-Busse sollen jedenfalls zum Teil mit Strom fahren: "Wir wollen hier unbedingt Vorreiter sein" , sagt Mayrhofer-Battlogg.
 (Martina Stemmer, DER STANDARD Printausgabe, 21.10.2011)

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Das einzige Problem dieser Stadt

heißt Uschi!

Völliger Schwachsinn.

Na geh, mit der Vienna-Ring-Tram kann man doch umsteigefrei von Tor zu Tor düsen!

warum wird die FuZo denn für den ganzen Verkehr gesperrt? MIV raus, und Busse dürfen weiterhin durchfahren, wo liegt das Problem? oder übersteigt das die Phantasie der Verkehrsplaner?

Das übersteigt leider die Phantasie der Stenzl. Die möchte ja bekanntlich den ersten Bezirk am liebsten hermetisch abschließen, damit der Pöbel draußen bleibt.

eher die Fantasie der Bezirkspolitiker.

Busse in der Fußgängerzone sind wirklich keine optimale Lösung.

Entweder ist es eine Fußgängerzone oder eben nicht.

wieso? wo ist der große unterschied ob eine straßenbahn durchfährt, oder ein bus?

ja, die STRAB ist optisch besser erkennbar - gleise - aber was spricht dagegen die busspur optisch besser erkennbar zu machen?

Es hat gar nichts durchzufahren.

Kein Bus, keine Straßenbahn, kein Fahrrad. Eine Fußgängerzone ist, wie der Name schon sagt, eine Fußgänger-Zone.

dann müssen sie mir erklären was die grazer herrengasse, die sackstraße und die murgasse oder die linzer landstraße sind.

oder warum in münchen oder amsterdam auch straßenbahnen durch fußgängerzonen fahren.

selbst in wien gibt es fußgeherzonen wo - wenn auch nur auf ganz kurzen abschnitten - die STRAB durchfährt, zb in der kreuzung quellenstraße/favoritenstraße

Zutrittskontrollen für den ersten Bezirk.

Nur für bestimmte Personengruppen: Superreiche, Putzfrauen und Touristen gibt es Zutritt zum ersten Bezirk.
Dann braucht es auch keine Busse!

Laberlaberschwachsinn.

Sinnvll statt Bussen wären Strasssenbahntrassen durch die Innenstadt. Fussgängerzonen sind dafür kein Hindernis, wie das gewährte Beispiel im Bereich Favoritenstraße-Quellenstraße-Reumannplatz beweist.

Die Straßen in der Innenstadt sind vielfach extrem schmal. Durch die Kärntner Straße könnte ich mir eine Straßenbahn vielleicht noch vorstellen, aber sonst?

In der Innenstadt gab es (wohl nicht ohne Grund) nie Straßenbahnen, nicht einmal zur Blütezeit der Wiener Straßenbahn vor ca. 80 Jahren. Einzige Ausnahme: die Strecke des 58ers zum Hohen Markt.

Strom statt Erdgas

In Wien gibt es keine mit Erdgas (Methan) betriebenen Busse. Alle aktuellen Busse der WiLi fahren mit Flüssiggas (Propan/Butan-Gemisch).

LPG-Stadtbusse wie sie die WL verwenden sind allerdings ein Auslaufmodell, deshalb muss in absehbarer Zeit ein Ersatz gefunden werden - entweder Diesel-Hybrid oder CNG (also Erdgas) kommt in Frage. Beide Technologien sind praxistauglich und in anderen Städten im Einsatz.

CNG haben die WiLi allerdings bereits ausgeschlossen. Hybridbusse testet man derzeit am 57A. Für die Citybuslinien sollen Elektrobusse beschafft werden.

Man müßte meines Wissens die Garagen umbauen. LPG ist schwerer als Luft, CNG leichter.

Das weiß ich nicht, inwiefern Umbauten vonnöten sind.

LPG ist schwerer als Luft und daher in Tiefgaragen verboten, da sich am Boden ein explosives Gemisch sammeln könnte. CNG ist dagegen unproblematisch, da es sich verflüchtigt und über die Lüftungsanlagen abgesaugt werden kann.

Ja, ich habe nur keine Ahnung inwiefern die Busgaragen durchlüftet sind.

Wo sind die Pensionistenvertreter?

Gerade für ältere Menschen ist der City-Bus mit seinen kurzen Haltestellen DAS ideale Verkehrsmittel. Die langen Wege zu den U-Bahnen (die Jungen & Gesunden bemerken die gar nicht) und die gar nicht so unbeträchtlichen innerstädtischen Steigungen sind für Trans-70er gewaltige Hindernisse ihrer Mobilität. Leider hört man von den Vertretern der Senioren keinen Kommentar zur schleichenden Kastrierung des City-Bus. Aber das sind ja auch keine Probleme, mit denen man in die "Seitenblicke" kommt.....

stimmt ... in die Seitenblicke kommen aber andere sachen auch nicht ... nämlich dass pensionen ständig an die inflation angepasst werden und kindergeld/studienbeihilfe etc. nicht

jeder muss abstriche machen ... ab und zu auch mal die Generation welche das Land durch falsche politische Entscheidungen wie hohe Pensionen in den finanziellen Ruin getrieben hat/treibt ...

welche ausbildung haben denn die verkehrsplaner der wl genossen? eine durchfahrt von einem zum anderen ende der innenstadt sollte möglich bleiben. die schnapsideen am besten dem branntweiner erzählen und nicht die öffibenutzer veräppeln

die fußgängerzonen sind natürlich zu begrüßen. und ich find die änderungen bei den citybussen auch nicht so schlimm.

hmm, kein bus mehr zum schwedenplatz - wird der jetzt noch mehr verslummen...und was macht die Stenzel dagegen

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