Neue Vorwürfe zu Studie und Besucherzahlen

20. Oktober 2011, 16:06

Kunsthalle-Präsident Häusle sieht Artikel der deutschen "Zeit" als "weiteren Teil einer Kampagne"

Wien  - Neue Vorwürfe gegen die Wiener Kunsthalle und ihren Direktor Gerald Matt sind am Donnerstag im Österreich-Teil  der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit" aufgetaucht, die einen ausführlichen Artikel unter dem Titel  "Dandy und Despot - Der Direktor der Kunsthalle Wien, Gerald Matt, blamiert mit Eskapaden seine roten Gönner im Rathaus" veröffentlichte.

Demnach sei die 2009 von der Stadt Wien in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie für eine mögliche Fusion von Kunsthalle und Künstlerhaus ausgerechnet von einer Firma durchgeführt, die Matts langjähriger Freundin Susanne Moser gehörte.  "Wenig erstaunlich, dass Mosers Gutachten Punkt für Punkt Matts Argumentation folgte, für die Kunsthalle sei kein Platz im Künstlerhaus", heißt es in der "Zeit". Auch die Eintritte von 2001 bis 2010 seien um knapp 500.000 Besucher höher angegeben worden, als der Rechnungshof berechnet habe.

Die Kunsthalle wies am Donnerstag diese neuerlichen Vorwürfe als "weiteren Teil einer Kampagne zur Diskreditierung" des Hauses zurück. Laut Präsident Thomas Häusle habe die Kunsthalle "niemals einen Auftrag zur Durchführung einer Machbarkeitsstudie" gegeben - dieser Auftrag in Höhe von "33.600 Euro zuzüglich Spesenpauschale und Umsatzsteuer" war aber von der Stadt Wien vergeben worden. Häusle bekräftigte zudem, dass "nach der mit dem Rechnungshof abgestimmten Zählpraxis" knapp 1,4 Millionen Besucher gezählt worden seien - das entspricht zwar nicht den von der "Zeit" kolportierten 1,1 Millionen, ebenso wenig aber den von der Kunsthalle bei den Jubiläumsfeierlichkeiten des Museumsquartiers angegebenen 1,6 Millionen.

Zinggl: "Kontrollorgane aus der Haberer-Partie"

Das Nachrichtenmagazin "profil" hatte in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, dass Gerald Matt in den Jahren 1998 bis 2005 private Dienstleistungen wie Möbeltransporte, Umbauarbeiten in seiner Wohnung oder Autoreparaturen über das Ausstellungshaus verrechnet hat. Die Wiener Grünen, kleiner Koalitionspartner der SPÖ, hatten daraufhin die Zustimmung zu einer weiteren Subvention an die Kunsthalle an die Personalie Matt geknüpft.

Am Mittwoch hatte der Kultursprecher der Grünen, Wolfgang Zinggl, in einem Interview mit der APA seine Kritik an der Personalpolitik der Kunsthalle pointiert formuliert: "Was wir in Zukunft unbedingt verhindern müssen, sind Kunsthallen-Konstruktionen, in denen die Kontrollorgane aus der Haberer-Partie des Direktors bestehen."

Daraufhin hatte sich im Namen des Vorstands  dessen Präsident Häusle  gewehrt:  Keinesfalls habe es sich bei den bisherigen Stellungnahmen des Gremiums zu den Vorwürfen gegen Matt um einen "Persilschein" für den Direktor gehandelt, "sondern um das Ergebnis der Kontrollen der laufenden Geschäftsführung durch den Vorstand des Vereines, dessen Kassier, dessen Rechnungsprüfern und Wirtschaftstreuhänder". Für Häusle sei, so seine schriftlichen Stellungnahme, nun klar, "wer auch hinter den jüngsten Anwürfen gegen die Kunsthalle Wien und ihren Direktor Gerald Matt steht".  (APA)

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19 Postings
Mr. Mag.
10
21.10.2011, 22:06
PROFIL-ZEIT-KH-???

Er war einmal Journalist mit PROFIL,der bös gewesen ist,und dann schnell weg hat müssen,nach Deutschland hin zur ZEIT,dann adoptiert in Wien von Gerald dem Braven der dem wackeren Mitvorarlberger Brot und Job gegeben hat.
So schrieb er jahrelang zum Ruhm seines Meisters bis dieser ihn verstieß.Die Rache schmeckt dann süß sowohl im PROFIL als auch bis hin zur ZEIT.
Soweit so durchsichtig.
Wenn schon bei jedem vorbestraftem Nationalratsabgeordneten die Unschuldsvermutung strapaziert wird sollte man nicht auf jeden billigen Racheversuch mit populärwirksamen Vernichtungsfantasien antworten.
Der handgreifliche Umgang jenes Journalisten mit dem weiblichen Geschlecht steht nicht zur Debatte, es geht wohl auch dem Zzzinggl um was ganz anderes.

donna corleona
03
22.10.2011, 21:46

Was in der causa Kunsthalle wirklich zur Debatte steht:
Die Fehlkonstruktion eines privaten Vereins, die von Mailath-Pokorny jahrelang übersehen, jedenfalls nicht korrigiert wurde, Günstlingswirtschaft (Häusle) und Subventionsmissbrauch durch Gerald Matt.
http://www.profil.at/articles/... unstfehler

GCS01
15
21.10.2011, 12:36
miese type...

matt ist nicht nur ein aufgeblasener pseudointellektueller, der vom können anderer lebt, sondern auch ein ganz mieser opportunist. keine ahnung, warum die spö an so jemandem festhält. lieferte er bei seinem nicht nachvollziehbaren politischen wechsel fpö geheimnisse als morgengabe? egal. dieser selbstdarsteller gehört ausgetauscht! er schadet nicht nur dem ansehen der kunsthalle, sondern der ganzen österreichen kultur.

Polarschwimmer
11
21.10.2011, 13:12
und?

werden sie sich für die nachfolge in der kunsthalle bewerben und alles viel besser machen?

donna corleona
11
21.10.2011, 15:33

Dass in der Führung(sstruktur) der Kunsthalle akuter Verbesserungsbedarf besteht, hat mittlerweile auch Mailath-Pokorny erkannt -->

http://www.ots.at/presseaus... att-loesen

Und es bleibt zu hoffen, dass Wolfgang Zinggl im Sinne von "Korruption ist auch in der Kunst kein Kavaliersdelikt" (Zitat Peter Pilz) weiterhin so engagiert und erfolgreich Missstaende in Kultureinrichtungen aufdeckt und für mehr Transparenz sorgt!

wackelkandidat
03
21.10.2011, 13:49

Wozu sich um eine Nachfolge bewerben?
Wenn man sich nicht rechtzeitig einer Partei geschmeidig gemacht hat und den zuständigen Personen in der Arsxx gekrochen ist, ist jede Bewerbung reine Zeit- und Geldverschwendung.

Mr. Mag.
00
21.10.2011, 22:09

Es wäre Zielstrebigkeit angesagt, jede Art von Wackeligkeit ist zu vermeiden.

Mr. Mag.
00
21.10.2011, 22:10

Zum besseren Verständnis: beim Kriechen.....

GCS01
02
21.10.2011, 13:19
ich überlege es mir noch...

...im ernst: hier geht es nicht ums besser machen. hier geht es darum, es anständig und korrekt zu machen! und da scheinen mir einige dinge im argen zu liegen (es gilt natürlich die unschuldsvermutung!)

Polarschwimmer
11
21.10.2011, 14:22
ja, es gilt ...

... tatsächlich die unschuldsvermutung. das, was man der kunsthalle bis jetzt am meisten vorwerfen kann ist eine völlig verpfuschte kommunikationspolitik inkl. der nicht wirklich der aufklärung dienlichen kommentare eines vorarlberger müllabfuhrunternehmers. dennoch: ich möchte nicht in der haut von herrn matt stecken, man hat sich hier schon sehr auf ihn als person und nicht auf die vorherrschende kulturpolitik eingeschossen. kein wunder, wenn die anderen damen und herren aus den diversen häusern brav ihren mund halten.

GCS01
00
21.10.2011, 16:35
man sollte hier nicht vermischen...

...wie es in anderen häusern zu geht, bleibt zu prüfen. das macht die sache um herrn matt aber nicht erträglicher. wenn man sich diesen fall einmal anschaut, dann türmen sich hier schon sehr die ungereimtheiten. diese gilt es aufzuklären. nicht mehr und nicht weniger.

Polarschwimmer
00
21.10.2011, 16:48
stimmt genau

diese gehören ohne wenn und aber aufgeklärt. wenn matt tatsächlich alles das getan hat, was ihm vorgeworfen wird, dann muss er gehen. aber genauso müssen auch die anderen personen in dem spiel zur verantwortung gezogen werden, sei es die noch co-geschäftsführerin (ist sie dann auch wirklich für die neue position geeignet, wo es wieder um öffentliche gelder geht?), der vorstand sowieso, aber auch die politik, die bis dato alles zugedeckt hat. m-p regt sich hier ein bisschen zu spät zu pseudomäßig auf.

GCS01
01
21.10.2011, 17:00
auf alle fälle!!!

mir ist herr matt im prinzip wurscht. zugegeben: sympathisch wer er mir nie, aber das ist nicht das kriterium. hatte aber immer schon ein problem mit menschen, die sich in positionen schleimen, denn - und davon rücke ich nicht ab - an den qualifikationen gemessen, hätte es damals und auch heute sicherlich weit kompetentere personen gegeben, um ein haus wie dieses künstlerisch mitzugestalten, transparent zu verwalten und vor allem mit sozialer kompetenz zu führen!

Polarschwimmer
10
21.10.2011, 12:09
langweilige erkenntnis ...

es gibt wohl kaum einen privaten und öffentlich subventionierten kulturbetrieb in österreich, der nicht an den besucherzahlen dreht - das jetzt der kunsthalle und der geschäftsführung vorzuwerfen ist - ja, langweilig. (und wo bleibt der aufschrei bei den anderen institutionen?) zinggls einziger zugang zur kulturpolitik besteht im andauernden anschwärzen und abgeben unnötiger kommentare.

jack de ville1
07
21.10.2011, 08:47
Der Bock, der Gärtner und seine Haberer

Die Matt'schen Machinationen sind seit Anbeginn running Gag innerhalb der Branche. Die Kunst der wundersamen Publikumsvermehrung durch Freikartenvergaben in astronomischen Dimensionen in der Kunsthalle waren Selbstverständnis und längst schön kein Thema.
Nochmals: ein stadt- und politnahes, wie großzügig aus Steuermitteln subventioniertes Unternehmen, wo Missbrauch - besonders innerhalb der weiblichen Mitarbeitetcrew - und aktive Verhinderung eines innerbetrieblichen Betriebsrates ohne Sanktionen durch Aufsichtsratsorgane, Vorstand und Politik über Jahre möglich ist, macht alle zu Mittätern und zwingend rücktrittsreif. Hier haben wir die Geschichte eines patholigisch enthemmten Bocks im Paradies und eines völlig verantwortungslosen Gärtner

Fanpost
00
20.10.2011, 19:30
Das Werk

Scheint irgendwie eine gsiberger Kulturmafia im (am) Werk zu sein.

TAO
 
00
21.10.2011, 16:01
Was sagt eigentlich dieser Herr Turnher?

Polarschwimmer
00
21.10.2011, 12:11
die es in wien

ja nicht gibt, oder?

trampolene
00
21.10.2011, 05:01

alle tun sie ihm unrecht dem herrn matt.

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