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Horizon Mobile: Zwei Android-Smartphones in einem

Andreas Proschofsky, 20. Oktober 2011, 13:39
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    Zwei Systeme in einem: Mit einem Klick auf das "Work Phone"-Icon...

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    ...wird auf ein vollständig getrenntes, zweites Android-System gewechselt, das de fakto umgehend.

VMware will mit neuer Technologie Unternehmensmarkt erobern - Vollkommen abgetrennte Privat- und Firmenumgebungen

Mit einem neuen Produkt will der Virtualisierungsexperte VMware künftig auch auf Smartphone-Markt reüssieren. Horizon Mobile erlaubt den Betrieb von zwei vollständig separat gehaltenen Android-Systemen auf ein und demselben Mobiltelefon.

Firmen

Interessant könnte das vor allem für Unternehmen sein, wie Hoofar Razavi, Director Product Manager Mobile Solutions, im Gespräch mit dem WebStandard betont. Lässt sich auf dieses Weise doch privates und geschäftliches Umfeld klar trennen. Die Mischung solcher Daten auf ein und demselben Gerät bereite Firmen nicht zuletzt aus einer Sicherheitsperspektive erhebliches Kopfzerbrechen.

Hands-On

In einem Hands-On zeigt sich dann, wie das Ganze funktioniert: Über ein Icon auf dem Android-Home-Screen wird in das zweite, virtualisierte Android-System gewechselt. Da die nötigen Services schon beim Systemstart geladen werden, geht das praktisch umgehend, auch wenn hier natürlich noch die Eingabe eine Passworts - oder eines Zahlencodes - ansteht.

Sieht aus wie... Android

Rein optisch ist dieser Unterschied zunächst einmal nur durch einen anderen Hintergrund und die leichten grafischen Differenzen einzelner Android-Versionen zu erkennen. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber, dass hier all die gewohnten Anwendungen fehlen, auch einen Android-Market gibt es nicht, nur wirklich für das eigene Unternehmen essentielle Apps sind installiert.

Administration

Administriert wird das virtuelle Android-System mit dem externen Horizon Mobile Manager, wo über ein Web-Interface unter anderem festgelegt werden kann, welche Apps auf dem betreffenen System installiert werden sollen - und diese auch gleich auf das Gerät gepusht werden können. Dabei können die Apps nach Belieben vorkonfiguriert werden, so dass die NutzerInnen selbst keinerlei Einstellungen für Mail und Co. mehr vornehmen müssen. Zudem lassen sich eine Reihe von Vorschriften festlegen, etwa zur minimalen Passwort-Qualität oder zur Nutzung von Copy & Paste.

Einschränkung

Da die virtuelle Umgebung von Haus aus vollen Zugriff auf die diversen Hardware-Funktionen des Smartphones hat, lassen sich auch in dieser Hinsicht Einschränkungen definieren, etwa die Nutzung der Kamera innerhalb der Arbeitsumgebung verhindern. Das virtuelle Android-System wird dabei mit AES-256 verschlüsselt in einem Image auf dem Host-Android abgespeichert, um den Zugriff auf die enthaltenen Daten effektiv zu verhindern. Alle Netzverbindungen des virtualisierten Androids laufen über den Firmen-VPN, was den Zugriff auf interne Systeme ermöglicht, und den Datenverkehr absichert.

Auswahl

Den Unternehmen stehen unterschiedliche Android-Images bei der Nutzung von Horizon Mobile zur Verfügung, derzeit unterstützt VMware offiziell Android 2.2 und 2.3. So lässt sich dann natürlich auch eine ältere Version innerhalb der neueren betreiben - oder umgekehrt. Zudem handelt es sich bei allen Images um ein weitgehend unmodifiziertes System, also ein von den diversen Veränderungen der Herstellen an Launcher und Co. freigehaltenes.

Integration

Freilich bringt so eine vollständige Trennung von Arbeits- und Freizeitumgebung auch so manches Problem mit sich, will man doch nicht dauernd zwischen den beiden Systemen wechseln, um schnell mal zu schauen, ob neue Mails gekommen sind. Horizon Mobile löst dies, indem Benachrichtigungen aus dem Gastsystem auch im Host dargestellt werden können. Das Anklicken dieser wechselt dann gleich in das Arbeits-Android. Das Ganze funktioniert übrigens auch umgekehrt.

Anforderungen

Besonders stolz ist Razavi auf die niedrig gehaltenen Hardwareanforderungen für die Nutzung von Horizon Mobile. 700 MHz und 512 MB RAM reichen aus. Dass dies kein reines Marketing-Versprechen ist, demonstriert man anhand eines Nexus One, auf dem die Software tatsächlich tadellos läuft. Ziel sei es, dass die NutzerInnen keinerlei Unterschied zwischen einem virtualisierten und einem nativen Android-System bemerken, so der VMware-Manager. Im Hands-on ließ sich diese Behauptung größtenteils nachvollziehen, Scroll-Bewegungen waren allerdings etwas weniger "sanft". Razavi führt dies darauf zurück, dass es sich bei der Software noch um eine Vorversion handle, bis zur fertigen Release sollen also weitere Optimierungen folgen.

Ressourcen

Den zusätzlichen Ressourcenbedarf sieht der Manager allgemein im vernachlässigbaren Bereich. Bei modernen Smartphones verbrauche ohnehin das Display den Löwenanteil der Akku-Laufzeit, zudem habe man auch hier viel optimiert, um den Unterschied möglichst gering zu halten.

Kooperation

Separat zu kaufen wird es Horizon Mobile übrigens nicht geben, damit all die Funktionalität überhaupt möglich ist, muss man diverse Änderungen am Android-Host-System vornehmen. Razavi versichert zwar, dass diese "minimal" seien, trotzdem bedeutet dies, dass die Zukunft der Software in Partnerschaften mit Hardwareherstellern und Mobilfunkbetreibern zu suchen ist.

Abkommen

Die ersten solchen Abkommen hat man denn auch gleich im Laufe der VMworld Europe 2011 verkündet: So wollen sowohl der US-Provider Verizon als auch die spanische Telefonica in den kommenden Monaten "mehrere" Smartpone-Modelle mit Horizon Mobile ausstatten. Gerade die Spanier zeigen dabei, was sich mit einer solchen Lösung alles machen lässt, soll es hier doch möglich sein mit einer SIM-Karte unterschiedliche Telefonnummern für beide Umgebungen zu nutzen.

Mitgeliefert

Langfristig hofft Razavi darauf, dass praktisch alle Android-Smarpthones von Haus aus für Horizon Mobile vorbereitet sind. Es gebe jedenfalls sehr starkes Interesse von zahlreichen Herstellern, die darauf hoffen lassen. NutzerInnen, die nicht an der Lösung interessiert sind, brauchen sich wegen deren Integration übrigens keine Sorgen machen: Der Hypervisor wird erst nach der ersten Freischaltung von Horizon Mobile (mithilfe einer eigenen Autorisierungs-App, die aus dem Android-Market bezogen wird) aktiv, sonst wird er beim Boot gar nicht gestartet, verbraucht also auch keine Ressourcen.

Ausblick

Weitere solcher Deals hofft man in den kommenden Monaten bekanntgeben zu können, dann hoffentlich auch mit mehr Infos zu konkreten Smartphone-Herstellern und -Modellen. Schon vor einiger Zeit hatte man verkündet mit LG und Samsung in dieser Frage zusammenzuarbeiten, auf der Konferenz präsentiert man die eigene Lösung denn auch unter anderem auf einem Galaxy S II. Zu Preisfragen äußert man sich bislang noch nicht, Razavi betont aber, dass es sich hierbei um ein Enterprise-Produkt handle, die Preise also in entsprechenden Regionen angesiedelt sein werden.

Zukunftsmusik

Während man mit der ersten Version von Horizon Mobile ganz auf den Enterprise-Bereich fokussiert ist, lässt Razavi auf Nachfrage durchblicken, dass man mit späteren Releases auch andere Märkte bedienen könnte. So wäre es eventuell für EntwicklerInnen von Interesse, mehrere Android-Versionen auf einem Gerät zu betreiben. Auch die Möglichkeit eigene Android-Images zu nutzen, sei etwas für spätere Versionen der Software. Bereits fix geplant ist zudem eine Tablet-Version von Horizon Mobile, rein technisch seien die Unterschiede zu Smartphones bei Android ja minimal, so der VMware-Manager. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 20.10.11)

Kommentar posten
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0815-Kommentar
00
22.10.2011, 09:34

für google ehr wichtig um im unternehmensbereich besser fuß zu fassen. mal sehen was winphone hier zusammenbringt. gibt es vergleichbares für ios?

smeexseus ...
 
01
20.10.2011, 22:20

ein handy wo ich zwei sim karten verwenden kann wär besser

limited
00
22.10.2011, 01:45

mal nach Viewsonic V350 googlen, ist seit ein paar Wochen auf dem Markt. Funktioniert soweit ganz ok, der Telefonspeicher ist aber etwas zu klein.

Wenn meine Firma die Providerkosten für die private Nutzung übernehmen würde hätte ich auch nichts gegen eine SIM Karte mit zwei Nummern.

Nexialist
00
21.10.2011, 14:00
hat's schon mal von Nokia gegeben

allerdings haben sich die leider nicht gleichzeitig eingebucht.

Guybrush Threepwood
00
21.10.2011, 08:25

Gibt's eh auch.

Fairy Tail
03
20.10.2011, 18:25

Was sind Apo-Artikel geil! =D

Controlio
00
21.10.2011, 08:09
APO-Artikel...

was bedeutet APO? ... im zusammenhang mit dem Artikel denke ich mir schon dass es was mit Werbung und dergleichen zu tun hat. aber die abkürzung.
Bei einer google suche fand ich leider nur apotheken ;)

Trismegisto
 
00
21.10.2011, 11:00

das ist die Abkürzung vom Andreas Proschofsky (dem Autor des Artikels), mit der er manchmal zeichnet.

Jeffrey Lebowski
 
01
21.10.2011, 10:55
lesens mal wer den Artikel verfasst hat...

da liegt die vermutung nahe das APO für Andreas Proschofsky stehen wird ....

Controlio
00
22.10.2011, 11:25
ah...

danke für die aufklärung

i po
01
20.10.2011, 20:51

und verlässlich länglich

konfusius
00
21.10.2011, 09:09
in der kürze

lag bei apo noch nie die würze! :)

konfusius
00
20.10.2011, 19:23
APO - The future now!

Abyayala
03
21.10.2011, 09:00

APO statt APA

physx
00
20.10.2011, 16:52
vm für ubuntu

eine android vm zu machen ist hoffentlich nur der erste schritt.

gerade im tabletbereich würde es interessant sein andere betriebssysteme zu starten.

auf meinem asus eee transformer z.B. wäre es praktisch ein voll funktionsfähiges ubuntu zeitgleich mit android laufen zu lassen oder vielleicht windows 8!

Unaussprechbarer Name
00
20.10.2011, 17:07

Ich befürchte die aktuellen tablets sind da noch zu schwach dafür

Prof. Vogel
00
20.10.2011, 16:31
Liebe VMware Leute

Ich würde auch gerne mal iOS auf meinem SGS2 ausprobieren.

Sir Harry....
00
20.10.2011, 17:02
Dann schreiben Sie doch mal erst an die Fa. Apple...

Denn diese verbietet solche Spielchen. Technisch wäre es aber kein Problem, schätze ich mal.

Prof. Vogel
00
24.10.2011, 19:07

Genauso wie es verboten ist Mac OS X in einer VM auf einem Windows-Host zu betreiben, ja?

Xardas
00
20.10.2011, 15:46

mobileshell bietet diese 'innovation'schon seit jahren.

Ishikawa
03
20.10.2011, 15:27
cool

dann kann ich endlich meine 2 rücken an rücken zusammengeklebte iphones verkaufen

Mathias Steinlaus
 
06
20.10.2011, 14:20
DAS ist mal innovativ :-)

bsdcornel
14
20.10.2011, 17:55
bald ist es dann von Apple erfunden

.. wenn was innovativ ist, muss es wohl von Apple sein

LOL

guxifluxi
01
20.10.2011, 16:14

hm, ja mag sein. ich finde, es ist ein bisserl die lösung zu einem problem das von den "sicherheitsexperten" erst erfunden werden musste.

es lassen sich bestimmt tolle anwendungen für virtualisierte androids auf einem device finden, die angeführte "trennung von privat und geschäftlich aus einer sicherheitsperspektive" finde ich jetzt nicht so prickelnd.

zuerst sollen die mitarbeiter 24x7 erreichbar sein- und dann beginnt man sich auch noch gedanken zu machen ob sich geschäftsdaten auf dem telefon mit privaten vermischen...

naja.

Charlie Brown
01
20.10.2011, 17:34

"zu einem problem das von den 'sicherheitsexperten' erst erfunden werden musste."

die fälle verlorener interner daten in der vergangenheit zeigen, dass man das problem nicht erfinden musste :P

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