Nachlese Livebericht: Ex-Diktator Muammar Gaddafi ist tot
20. Oktober 2011, 17:38
17:35 : Arzt: Gaddafi starb an Kopf- und Bauchschüssen
17:00: Al-Arabiya: Gaddafis Leiche nicht verstümmelt
Der im August gestürzte libysche Diktator Muammar al-Gaddafi ist
laut unterschiedlichen Berichten getötet, beziehungsweise verhaftet
worden. derStandard.at berichtete live.
17:35 Uhr: Gaddafi ist durch Schussverletzungen ums Leben gekommen. Das bestätigte ein Arzt
im Krankenhaus von Misrata, in das der Leichnam von Sirte aus gebracht worden
war. Gaddafi sei am Kopf und am Bauch von Schüssen getroffen worden, sagte der
Arzt dem Nachrichtensender Al-Jazeerara. Der
17:12 Uhr: Der libysche Ministerpräsident Mahmud Jibril
hat den Tod des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi bestätigt. Jetzt sei es
an der Zeit, ein neues, einiges Libyen zu
schaffen, sagte Jibril am Donnerstag in Tripolis.
Derweil berichteten Vertreter der
Übergangsregierung, dass auch Gaddafis Sohn Motassim von Kämpfern der neuen Führung erschossen worden sei. Gaddafis vor
allem im Ausland bekannter Sohn Saif al-Islam sei auf der Flucht von Einheiten der Regierung eingekreist worden.
17:00 Uhr: Ein Augenzeuge sagte dem Nachrichtensender Al-Arabiya, der Leichnam Gaddafis
sei am Donnerstag in das Viertel Souk al-Tawansa in Misrata gebracht worden.
Dort sollte er an Gerichtsmediziner übergeben werden. Der Augenzeuge sagte, die
Leiche des Tyrannen sei nicht verstümmelt. Er sei offensichtlich durch Schüsse
gestorben.
Ein Augenzeuge berichtete unterdessen, er habe am Donnerstag ein Video des
gefangen genommenen Sohns Gaddafis, Motassim, gesehen. Dieser sei blutüberströmt
aber lebend auf einem Bett gelegen. Er habe einen Bart und ein blutverschmiertes
Unterhemd getragen.
16:24 Uhr: Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, dass Gaddafi lebendig gefangen wurde. Ein Sprecher des Militärrates von Misrata, der den Angriff auf Sirte organisierte, sagte: "der Tyrann starb nach seiner Festnahme". Die Truppen aus Misrata stehen laut Bloomberg nicht unter Kontrolle des Übergangsrates.
16:00 Uhr: Der arabische Fernsehsender Al-Jazeera hat am Donnerstag Aufnahmen einer
männlichen Leiche gezeigt, offenbar jene von Muammar
al-Gaddafi. Zu sehen ist das Gesicht eines Mannes mit Kinnbart, wie ihn Gaddafi
trug. Die Aufnahmen wurden auch im Sender CNN ausgestrahlt.
15:35 Uhr: Der Guardian hat eine interaktive Landkarte vom Angriff auf Gaddafis Geburts- und womöglich auch Sterbeort Sirte gebastelt.
15:27 Uhr: Al Arabiya meldet, dass Gaddafis Leiche in Misrata angekommen sei und demnächst der Presse präsentiert werden soll
15:22 Uhr: Auf Al Jazeera (arabisch)wird ein NTC-Sprecher interviewt. Er berichtet, Gaddafi sei auf der Flucht aus Sirte gefasst worden. Der Moderator merkt an, dass kurz zuvor ein anderer NTC-Sprecher gesagt hat, er habe sich in einem Erdloch versteckt gehabt. Sprecher: Ja, er hatte sich in einem Loch versteckt.
15.20 Uhr: Angeblich ist nun auch Gaddafis Sohn Mutassim in Sirte gefangengenommen worden. Er lebt. Das berichten Al Jazeera und Al Arabiya.
15:02 Uhr: Neues Video:
15:00 Uhr: Gaddafis Leiche soll "aus Sicherheitsgründen" an einen geheimen Ort gebracht worden sein.
14:52 Uhr: US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton kann den Tod Gaddafis nicht bestätigen, spricht aber von einem Aufatmen, das in diesem Fall durch die Welt ginge.
14:42 Uhr: Abdurahman Bousin, Sprecher der libyschen Übergangsregierung, bezweifelt laut CNN, dass sich Gaddafi überhaupt in Sirte aufhielt.
Überblick:. Nach der Einnahme von Sirte vermeldete Al Jazeera unter Berufung auf
libysche Fernsehberichte
die Festnahme von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi. Er sei an beiden
Beinen verletzt worden, wird Abdel Majid, ein Vertreter des Nationalen
Übergangsrats zitiert. Mittlerweile sei er seinen Verletzungen erlegen.
Gaddafi soll nach dem Fall Sirtes in ein Feuergefecht verwickelt worden
sein, angeblich während eines Angriffs auf seinen Konvoi.
Während die "Nationale Front für die Rettung Libyens" twittert,
der gestürzte Diktator liege im Koma, meldet das libysche Fernsehen
ebenfalls, er sei inzwischen tot. Seine
Leiche sei nach Misrata gebracht worden. Gaddafi soll sich vor seiner
Festnahme in einem Loch in Sirte versteckt haben.
Er habe "Nicht schießen, nicht schießen" gerufen, berichtete ein Kämpfer
der
Übergangsregierung am Donnerstag. Diese Berichte können derzeit
allerdings nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Der Chef des
Nationalen Übergangsrates, Mustafa Abdel Jalil, soll
in Kürze eine Erklärung an die Nation abgeben.
Angeblich weitere Festnahmen
Nach Angaben des libyschen Fernsehsenders
wurden auch Gaddafis Sohn Mutassim und Geheimdienstchef Abdallah Senussi
festgenommen. Ein Kommandant der Rebellen sagte zu Reuters, auch Gaddafi-Sprecher Mussa Ibrahim sei festgenommen worden. In Tripolis waren Freudenschüsse zu hören.
Die NATO gab bekannt, man prüfe die Berichte, dies könne aber mehrere Stunden dauern. Das US-Außenministerium verlautbarte, man verfolge die Berichtersattung, könne die Meldung aber nicht bestätigen. Schon vor einer Woche war berichtet worden, dass Gaddafis Sohn Mutassim verhaftet worden sei. Diese Meldung wurde allerdings vom Übergangsrat zurückgezogen.
Widersprüchliche Meldungen
Truppen der libyschen Übergangsregierung haben vorher nach eigenen Angaben die letzten Stellungen in Sirte erobert, die von Anhängern des
gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi gehalten wurden. "Sirte ist befreit. Es gibt hier keine Gaddafi-Truppen mehr", erklärte Oberst Yunus al-Abdali. Man jage nun flüchtige Kämpfer. Auch ein anderer Kommandant bestätigte, dass sich die Heimatstadt Gaddafis an der libyschen Küste in der Hand der Truppen der Übergangsregierung befinde. Der militärische Sprecher des Übergangsrates spricht davon, dass noch einige letzte Gaddafi-treue Kämpfer in der Stadt selbst aufhalten.
Im Morgengrauen verließ laut Reuters ein Konvoi mit etwa 40 Fahrzeugen und hundert Gaddafi-treuen Kämpfer die Stadt Richtung Westen, Milizen der Übergangsregierung verfolgen sie. Laut Al Jazeera greifen NATO-Kampfflugzeuge den Konvoi an.
In Sirte hat es am Dienstag heftige Kämpfe gegeben. Auf der Seite des Nationalen Übergangsrates gab es in der
letzten Hochburg von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi zahlreiche Tote und mehr
als hundert Verletzte. (red/APA/Reuters)
die hier so tief moralische kommentare posten zur - vermutlichen - ermordung ghaddafis, sind auch die, die den lynchmord an 2 israelis vor wenigen jahren in ramallah für sehr verständlich halten; die bilder gleichen einander sehr. die mörder recken ihre ins blut ihrer gegner getauchten hände in die kameras.
nein, ghaddafi zu ermorden war nicht korrekt - in unserem mitteleuropäischen verständnis. aber auch wir brauchten dafür mehrere 100 jahre und aufstieg und untergang des 3.reichs.
dennoch haben manche bis heute nicht begriffen, was humanität, rechtsstaalichkeit und demokratie bedeuten. zivilisation ist nur ein dünner firnis über der allzu menschlichen bestie.
wie weit wir nun wirklich sind, werden wir nach den nächsten wahlen sehen.
Sie haben geschrieben das ich es als jemand der den Lynchmord an Gaddafi abscheulich findet, den Lynchmord an den beiden Israelis für "sehr verständlich halten" (Ihre Wortwahl!) würde. Die Negation von "sehr verständlich" ist nun mal "nicht sehr verständlich".
Wo sie jetzt eine Einschränkung erkennen wollen, ist mir allerdings schleierhaft.
mag sein, ich beziehe mich halt auf das Ursprungsposting auf das ich geantwortet habe... - Liest man das Posting auf das ich geantwortet habe, versteht man auch meine Antwort...
von Elettra, Peace4Libya & Co werden? Es stehen zur Auswahl: Assad, Ahmedinedschad, Kim Yong Il, Papst Benedikt, Vladimir Putin und HC Strache. Dieter Bohlen und Sido haben bereits für die Jury zugesagt.
Du darfst nicht vergessen, dass die Abschlächter während ihres Abschlachtungsauftrages von der NATO und anderen, privaten Kriegsfirmen versorgt und geistig von der Welt abgeschirmt wurden. Auch Zeitpunkte und Orte der einzelnen Überfälle wurden von der NATO organisiert.
Wenn diese Versorgung jetzt wegfällt, weil ja das Ziel erreicht ist, werden sich die Abschlächter wieder der Realität zuwenden müssen. Und dann wird vieles anders werden. Auch marodierende Banden brauchen einen Lebensunterhalt, und der fällt jetzt weg. Und dann stehen die "Rebellen" da, und keiner kümmert sich mehr um sie. Dann kann's gut sein, dass sie ihr Resthirn einschalten.
Der Lynchmord an Gaddafi war ja noch direkt gehend harmlos. Andere, welche aufgrund ihrer Hautfarbe im Verdacht standen Anhänger Gaddafis zu sein wurde bei lebendigem Leibe der Kopf mit einer Handsäge abgeschnitten... - Feinde zu Tode zu treten ist anscheinend die beliebteste Exekutionsmethode in Libyen.
Ob die bisher als grausamste Hinrichtungsmethode betitelte Steinigung da mithalten kann, wage ich zwar zu bezweifeln, aber hey - der Fortschritt ist nicht aufzuhalten.
Gaddafi lies schliesslich Menschen zu Tode foltern.
Dasselbe scheinen die Truppen der einzelnen Heeresführer wohl auch zu tun ... teilweise.
Ob sich jetzt eine staatiche Autorität herausbildet die dieses Interregnum schnell beenden und durch ein zivilisiertes Staatswesen ersetzen kann oder nicht lässt sich ganz einfach nicht sagen.
der Agression gelegentlich in den diversen Foren zu lesen. Gestern am 'Runden Tisch' haben Herr Edlinger und die Journalistin (derStandard?) ähnlich argumentiert, deshalb kamen sie auch weniger zu Wort als die Sprecher des Aussenministeriums, der OMV und der gänzlich unbetaute Libyer mit ihrem Positivgequatsche.
Ein wohl bereits etwas irrer aber dennoch nicht korrupter und prinzipientreuer (bei allem Negativen, das da mitschwingt) Diktator war natürlich ein weit unangenehmerer Verhandlungspartner als die neuen "demokratischen" Proviteure. Ein paar Milliönchen da, ein paar dort, und die Sache ist geritzt.
Für den/die Durchschnitts-LybierIn wird sich wohl kaum etwas zum besseren ändern. Im Gegenteil: Die zukünftig größere Rolle der Rel. wird sie noch mehr in die Knechtschaft treiben.
Und die Saudis wissen jetzt auch wo der Hammer hängt und werden entsprechend spuren.
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