Bedenkliche Entwicklung

Gutteil antibiotischer Verschreibungen unnötig

20. Oktober 2011, 14:34

Wiener Experte fordert "Antibiotika-Steuer" statt "Reichen-Steuer" - Positive und negative Entwicklungen bei den Resistenzen

Wien - Provokante Aussagen im Vorlauf zum Europäischen Antibiotikatag (18. November) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien: Ein Gutteil der Antibiotika-Verschreibungen ist unnötig, etwa ein Drittel falsch. Zur Bekämpfung von Resistenzen durch Übergebrauch der Medikamente sollte es eher eine "Antibiotika-Steuer" geben, sagte Florian Thalhammer, Spezialist von der Klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin an der Medizinischen Universitätsklinik I in Wien.

"90 Prozent der akuten Fälle von Bronchitis sind virale Infektionen. Drei Viertel der Antibiotika gehen in die respiratorischen Infektionen. (...) Man kann sich vorstellen, dass ein Drittel der Antibiotika falsch verschrieben werden", sagte Thalhammer. Bei Virusinfektionen wirken die gegen Bakterien gerichteten Medikament aber nicht. Der Fehl- und Übergebrauch führt bloß zu Resistenzen.

Hier gibt es laut dem Experten eine bedenkliche Entwicklung: Weil die ehemals so häufig verschriebenen Fluorchinolone bei Pseudomonas-Infektionen nicht mehr wirken, muss mit anderen Antibiotika behandelt werden. Thalhammer: "Eine Pseudomonasinfektion heißt ab sofort immer Krankenhausaufenthalt." Stationäre Aufenthalte sind deshalb erforderlich, weil noch zur Verfügung stehende Medikamente nur per Infusion verabreicht werden können und diese für die Ärzte in niedergelassener Praxis bisher nur in Ausnahmefälle von den Krankenkassen bezahlt wurden.

Antibiotika-Steuer statt Reichen-Steuer

"Finanzministerin Maria Fekter sollte statt einer "Reichen-Steuer" eher eine "Antibiotika-Steuer" einführen. Das würde die Häufigkeit der Verwendung der Medikamente - speziell der unnötigen - reduzieren und damit Geld herein bringen und Kosten (durch Vermeidung von Komplikationen etc.) reduzieren", formuliert der Fachmann seine Idee zur Lösung der Problematik.

In anderen Bereichen verläuft die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen eher positiv. So ist die Häufigkeit von Resistenzen gegen Makrolid-Antibiotika in Österreich von 15 auf zehn Prozent gesunken. Ebenso hat sich in den vergangenen Jahren sich das Auftreten methicillin-resistenter Staphylokokkus aureus-Infektionen reduziert.

Wesentliche Einsparungen, so Wolfgang Maurer vom Zentrum für Public Health der MedUni Wien, könnten auch höhere Impfraten bringen: "Man hat errechnet, dass die Verhinderung eines Verkehrstoten rund 1,5 Millionen Euro kostet, eines Lawinentoten drei Millionen Euro. Bei über 65-Jährigen mit chronischer Herzkrankheit kostet die Verhinderung eines Todesfalls durch die Influenza-Impfung rund 1.000 Euro. Einen Todesfall bei einer Frau durch ein Zervixkarzinom könnte man über die HPV-Impfung mit einem Aufwand von 380.000 Euro verhindern." Ein Nutzen-Risiko-Verhältnis, das sich, so der Experte, lohnt. (APA)

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18 Postings
fertigprodukt
01
21.10.2011, 14:59
sollte man nicht von studierten doktoren ausgehen können

dass sie checken, wann antibiotika zu verordnen sind und wann nicht?

Got Your Nose!
00
23.10.2011, 14:20

ist aufrgund der schlechten qualität der vortests (genauer test dauert 24 stunden, patienten warten nciht gern) oft schwierig. jedoch muss man schon sagen, mit ein bisschen gesundem menschenverstand und etwas konseuqenz vor dem patienten lässt sich auch das lösen.

mika33
00
21.10.2011, 11:16
Was immer vergessen wird ist, dass die Berechnungen bzgl Todesursachen ein Nullsummenspiel sind.

Die Verringerung einer Todesursache steigert alle anderen.

Doc Steel
33
21.10.2011, 07:47
so rechnen "experten"

"Man hat errechnet, dass die Verhinderung eines Verkehrstoten rund 1,5 Millionen Euro kostet, eines Lawinentoten drei Millionen Euro. Bei über 65-Jährigen mit chronischer Herzkrankheit kostet die Verhinderung eines Todesfalls durch die Influenza-Impfung rund 1.000 Euro. Einen Todesfall bei einer Frau durch ein Zervixkarzinom könnte man über die HPV-Impfung mit einem Aufwand von 380.000 Euro verhindern." Ein Nutzen-Risiko-Verhältnis, das sich, so der Experte, lohnt.

lohnt sich sicher.

für die pharmaindustrie.

der maurer ist doch nichts anderes als ein impflobbyist......

Got Your Nose!
10
23.10.2011, 14:21

wieviel wären sie denn bereit für menschenleben an steuergeld aufzuwenden?

Bonair
16
21.10.2011, 09:10
...dessen Zahlen Sie aber offenbar nicht widerlegen können.

Wir leisten uns eine Bergrettung, die pro Jahr 8 Menschen das Leben rettet für 25 Millionen €. Für die gleiche Summe könnte man gratis HPV-Impfungen an die Zielgruppe verteilen und so mind. 10 mal so viele Frauen vor dem Krebstod bewahren.

Ich will Zahlen und Leben nicht gegeneinander ausspielen, aber das Argument "HPV-Impfungen sind zu teuer um sie kostenlos anzubieten" greift in diesem Fall einfach nicht.

fertigprodukt
41
21.10.2011, 15:01

dazu müsste es eine studie geben, die zeigt, dass die HPV-impfung zumindest EINEN krebs verhindert hat.
diese studien gibt es natürlich NICHT.

wer zahlt eigentlich die behandlung der zahlreichen narkolepsie-fälle, die die impfung verursacht hat?

Doc Steel
11
21.10.2011, 14:46
die zahlen sind falsch

wer leistet sich die bergrettung?

http://bergrettung.at/News-Deta... ews%5D=889

die bergrettung bekommt marginale mittel aus steuergeld und rettet weit mehr als 8 personen.

typische impfpropaganda eben.

Michael Schmied
25
20.10.2011, 15:41
"Erweiterte" Medizin

Das ist auch der Grund, weshalb "erweiterte" Medizin on ist. Husten, Schnupfen und Heiserkeit sowie die meisten Durchfälle sind besser mit Homöopathischen / Phytotherapeutischen / Pflegerischen Massnahmen durchzustehen. Je nach Umstand, Alter, Abwehrlage etc. geht es auch bei nachgewiesenen bakteriellen Erkrankungen ohne Antibiotika - bei ständiger Beobachtung.
Da züchtet man keine Resistenzen, und ist froh, wenn es wirkliche einen Grund für Antibiotika gibt, dass die dann auch noch wirken.

Jetzt werden fast alle konventionellen Massentierhaltungen mit Antibiotika betrieben, deshalb gibt es ja Landwirte in Holland die multiresistente Keime auf der Haut tragen - falls die mal ins Krankenhaus müssen......

Got Your Nose!
00
23.10.2011, 14:22

homöopathie...na bumm.

kleiner Schelm
00
21.10.2011, 13:45

Nun, Homöopathie ist sicher völlig unwirksam (außer Palzeboeffekt) . Aber das ist es ja eben: Einfache Erkältungen und alltägliche Magen-Darm Geschichten heilen ohne unser Zutun prima aus.

Am einfach gemütlich abwarten :-(

Pe Sa
21
21.10.2011, 11:20

eins vorweg: Homöopathie gehört als Betrug verboten und in keinster Weise untersützt

Die Verschreibungspraxis hängt an mehreren Problemen:
1) der Patient: er fühlt sich schlecht und will etwas vom Arzt, Tabletten. Wenn der Arzt sagt "gehn's heim und wartens bis besser wird" ist der Patient unzufrieden und geht das nächste mal zu einem anderen Arzt
2) die Ärzte: angeleitet durch Pharma und ihrer eigenen Unwissenheit und durch den genannten Druck der Patienten verschreiben sie mehr als Notwendig. Dazu kommen eventuelle Vorwürfe der Nichtmedikamentation wenn sich aus der angesprochenen Bronchitis eine Lugenentzündung entwickeln sollte

@Tierantibiotika: das sind andere Klassen als beim Menschen eingesetzte, Kreuzresistenzen sind nicht bekannt

A. Sieberer
01
21.10.2011, 11:46

Darauf reden sich vor allem die Ärzte raus, die sich kaum Zeit nehmen, mit ihren Patienten zu sprechen. Sonst wüssten sie nämlich, dass sich ein Teil der Patienten die Medikamente gar nicht holt, ein weiterer Teil sie nicht oder nur ganz wenige Dosen nimmt und nur ein Bruchteil der Medikamente so wie verordnet im körper des Patienten landet.

anne manner
10
21.10.2011, 10:22
bin für rezeptpflichtige schnitzerl

pereswon
03
21.10.2011, 10:16
Stimmt schon.

Ein Großteil der alltäglichen Erkrankungen heilt wahrscheinlich ganz von selbst aus. Sofern man einige Zeit das Bett hütet, und sich schont. Aber wer hat die Zeit schon. Arbeitnehmer müssen um ihren Job fürchten, wenn sie nicht nach 3 Tagen wieder im Büro stehen.

nik.2008
01
21.10.2011, 13:26

.. ich stimme ihnen vollinhaltlich zu. kein mensch hat mehr die möglichkeit einen grippalen infekt ordentlich auszukurieren. damit gehts ohne medikamente in wirklichkeit überhaupt nicht - das wissen auch die ärzte. hauptsache das fieber ist durch die medikamente weg und 3. tag sitzt man schon wieder am schreibtisch (& sandelt nebenher die anderen auch an).

Thomas Zehetbauer
 
15
20.10.2011, 15:17
Griechenland als Vorbild

für kürzere Lebenserwartung durch die Krise?

Sollte lieber mal die Antibiotika besteuern, die unsere Bauern an die Viecherln verfüttern und die wir dann fast täglich ohne Indikation mitessen.

napfiatgott
00
21.10.2011, 08:56
stimme Ihnen voll zu!

Nur eins: Dass Sie das dann essen, ist schon noch ihre eigene Entscheidung. Aber der diesbezüglichen Karthasis sind Sie mit ihrer ersten Erkenntnis bereits näher als Sie glauben.

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