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Europa sucht gemeinsamen Weg in die Energiezukunft

20. Februar 2012, 10:44

Fragen der Energieversorgung, die bis vor kurzem als nationale Angelegenheit betrachtet wurden, rücken ins Zentrum der Politik der Gemeinschaft

Klimaschutz, Sicherheit der Versorgung, Krisenabwehr und Diversifikation der Rohstoffquellen sind die Treiber der Entwicklung. Weitgehend abgeschlossen ist dagegen die Liberalisierung des europäischen Strommarkts, wo es nur noch gilt, die Binnenmarktpakete im nationalen Rahmen bis 2014 umzusetzen. Der europäische Strommarkt ist ein Faktum, er muss nur noch komplettiert werden. Dazu kommen die neuen Herausforderungen: Die Bürger Europas müssen mit kostengünstigem Strom versorgt und der Umwelt- und Klimaschutz muss dabei ebenfalls groß geschrieben werden. Strom als Energie der Zukunft ist damit gleichzeitig die neue Basis des Wirtschaftsstandorts und „Enabler" vieler Effizienzstrategien. Österreichs E-Wirtschaft ist sich der daraus entstehenden Verantwortung bewusst und hat dazu in ihrem Zukunftsprogramm konkrete Vorschläge unterbreitet. Parallel dazu muss es auch gelingen, Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltschutz gemeinsam im Auge zu behalten, damit es zu keinen übergroßen Belastungen oder Marktverwerfungen kommt.

Mit den 20/20/20 Zielen des Energie- und Klimapakets wurden für alle EU-Staaten ambitionierte Vorgaben beschlossen. Zusätzlich ließ die EU-Kommission den politischen Ankündigungen der Staats- und Regierungschefs eine Reihe legislativer Vorschläge folgen. Mit der Energieeffizienz-Richtlinie wurde ein Gesetzesakt auf den Weg gebracht, der ein wesentliches Ziel für die Energieversorgung der Zukunft verfolgt. Der gewählte Ansatz, die Verantwortung für die Steigerung der Effizienz beim Endenergieeinsatz verpflichtend den Energievertriebsunternehmen oder Verteilnetzbetreibern aufzubürden, erscheint dagegen nicht zweckmäßig.

Diese Strategie trägt weder den Stromverbrauchstrends Rechnung noch den faktischen Gegebenheiten. Gerade weil in vielen Bereichen Strom die effizientere Lösung darstellt, beispielsweise durch den Einsatz von Wärmepumpen an Stelle von Heizungen, die fossile Energieträger nutzen oder durch E-Mobilität, wird der Stromverbrauch steigen. Eine Beschleunigung der Einführung von Smart Meter, die seitens der EU-Kommission gefordert, ist ebenfalls nicht sinnvoll, weil bis jetzt noch keine internationalen Standards festgelegt sind. Oesterreichs Energie hat mit freiwilligen Vereinbarungen in der Vergangenheit sichtbare Erfolge erzielt und plädiert daher dafür, die Verantwortung für Effizienzmaßnahmen beim Staat anzusiedeln, der sowohl über die Kompetenz für Regelungen als auch über die entsprechenden Förderinstrumente verfügt, um beispielsweise die Dämmung des Altbestands an Gebäuden zu beschleunigen.

Erneuerbare Energien und Energiebinnenmarkt brauchen Infrastruktur

Zweckmäßig und sinnvoll erschienen aus Sicht der E-Wirtschaft die Ansätze der EU-Kommission zum Infrastrukturausbau, die seit dem 19. Oktober als Vorschläge der EU-Kommission die Verhandlungsgrundlage für die Mitgesetzgeber Rat und Europaparlament bilden. Gerade der Erneuerbaren-Ausbau in ganz Europa - mit Sonnenenergie aus dem Süden, Wind aus dem Norden und der grünen Batterie im Alpenraum - benötigt starke und den Anforderungen der Dezentralisierung gerecht werdende Netze. Dass die EU-Kommission den Speichertechnologien in ihren Vorschlägen einen besonderen Platz eingeräumt hat, zeigt, dass man sich seitens der EU einen umfassenden Überblick bezüglich der technologischen Möglichkeiten und Herausforderungen einer nachhaltigen Stromversorgung gefunden hat. Eine stabile Infrastruktur ist zudem das unverzichtbare Rückgrat eines europäischen Binnenmarkts für Strom.

Richtige Lehren aus der Finanzkrise ziehen!

Regelungen, mit denen die EU ihre Erkenntnisse im Gefolge der weltweiten Finanzkrise umsetzen will, stehen ebenfalls in engem Zusammenhang mit dem Strombinnenmarkt. Die Bemühungen der EU-Kommission, durch Maßnahmen gegen überbordende Spekulation auf unterschiedlichen Märkten und durch strengere Transparenzvorschriften die Märkte zu stabilisieren gehen jedenfalls in die richtige Richtung. Die E-Wirtschaft plädiert jedoch dafür, eine Unterscheidung zwischen Finanzmärkten und Strommärkten zu treffen, damit es im Stromhandel zu keiner Überregulierung oder zu einer finanziellen Überforderung kleinerer Marktteilnehmer kommt. Österreichs E-Wirtschaft nimmt transparent am Handel mit Strom in Europa teil und hat ihre Bereitschaft erklärt, die Anforderungen zur Informationsübermittlung im Rahmen der REMIT zu erfüllen.

Energiediskurs auf derStandard.at

Die Leser/innen von derStandard.at haben im Rahmen des von Oesterreichs Energie initiierten Energiediskurses die Möglichkeit, Fragen zur Zukunft der Energieversorgung direkt an Generalsekretärin Barbara Schmidt zu stellen und sich so an der Diskussion aktiv zu beteiligen.

Die Antworten erscheinen regelmäßig auf diesen Seiten. Senden Sie ihre Fragen an energiediskurs@derStandard.at.

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    Die europäische Stromversorgung im Überblick.

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