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Bei der Arhtroskopie bekommt der Chirurg einen Überblick über die Situation im Kniegelenk.
Gerade junge, aktive Patienten, die an einem Verschleiß des Kniegelenks (Arthrose, Anm. Red.) leiden, schrecken vor einem totalen Gelenksersatz oft zurück. Eine Alternative bieten spezielle Kniegelenksersatzsysteme, bei denen nur die tatsächlich geschädigten Knieanteile ersetzt werden. Welche Erfahrungen das Orthopädie-Team am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz damit gesammelt hat, wurde am ÖGO 2011 präsentiert.
Der sogenannte partielle Kniegelenksersatz ist als Behandlungsmethode für die steigende Zahl der vierzig- bis fünfzigjährigen, aktiven Patienten konzipiert, die am Knie operiert werden müssen. „Der Vorteil liegt darin, dass nur jene Teile des Knies ersetzt werden, die tatsächlich geschädigt sind. Schreitet die Krankheit fort, bleiben noch immer weitere Behandlungsmöglichkeiten", fasst Josef Hochreiter, Leiter der orthopädischen Abteilung am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz, zusammen.
Gelenkverschleiß auf dem Vormarsch
Aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der Überalterung der Bevölkerung nimmt die Arthrose laufend zu. Die Krankheit ist irreversibel und wird zunehmend auch bei jüngeren Menschen diagnostiziert. Damit verändert sich das Profil der Patienten, die einen Kniegelenksersatz benötigen: „Sie führen einen wesentlich aktiveren Lebensstil - und möchten diesen auch mit einem künstlichen Gelenk weiterführen", präzisiert Christian Patsch vom Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz.
Häufig leiden sie an Teilarthrosen, bei denen nur Teile des Kniegelenks geschädigt sind, an Knorpeldefekten oder einer sogenannten „sekundären Arthrose", die sich auf Fehlbelastungen, Fehlstellungen, Unfälle mit bleibenden Gelenkschäden oder auch Übergewicht zurückführen lässt. „In diesen Fällen kann der Einsatz eines kompletten künstlichen Kniegelenks eine Überbehandlung sein", so der Mediziner aus Linz.
Lösung für den jungen, aktiven Kniepatienten
Junge, aktive Kniepatienten brauchen Implantate, die eine natürliche Bewegung ermöglichen, starken Belastungen standhalten - und leicht auswechselbar sind. „Schließlich muss man bei einem 50-Jährigen davon ausgehen, dass in späteren Jahren eine Totalprothese nötig wird", beschreibt Florian Dirisamer, von der Abteilung für Orthopädie im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz, die Anforderungen. Diese werden vom partiellen Kniegelenksersatz durchaus erfüllt: Das System besteht aus drei separaten Bausteinen für die einzelnen Gelenksteile, die frei kombinierbar sind. So kann z.B. zu Beginn der Krankheit nur ein einzelner Gelenksteil ersetzt werden; bei einem Fortschreiten der Beschwerden werden die weiteren Teile zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt.
Wird nur ein Teil des Kniegelenks ersetzt, bleiben auch die beiden Kreuzbänder und das natürliche Gewebe um das behandelte Knie erhalten; es ist eine Beugung von 155 Grad möglich. „Damit ist nach der Operation eine nahezu normale Beweglichkeit gegeben, die Patienten können aktiv weiterarbeiten und ihr Leben wie gewohnt fortsetzen", so Hochreiter. Die Mobilisierung erfolgt sogar so rasch, dass man die Patienten eher bremsen muss, um eine mögliche Lockerung zu vermeiden. „Wie bei einem kompletten künstlichen Gelenk können die Umbauvorgänge im Knie bis zu einem Jahr dauern. Daher muss man auch ein Jahr lang vor allem beim Sport sehr vorsichtig sein." (red)
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