Winterdienst

90.000 Tonnen Salz pro Winter allein auf Österreichs Autobahnen

20. Oktober 2011, 07:47
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    foto: apa/dpa/patrick pleul

    Abgesehen von den eingesetzten Streumitteln darf nicht auf Winterreifen vergessen werden. Wenn die Temperaturen mehrere Tage hintereinander unter sieben Grad Celsius liegen, sind Sommerreifen nicht mehr empfehlenswert, sagen deutsche Experten.

Erste Einsätze in Niedersösterreich schon im September, kein Rollsplit in Kärnten

Wien - Nicht nur die Autofahrer, sondern auch die Straßendienste stellen sich auf die kalte Jahreszeit ein. Tonnenweise wurden Salz und andere Streumittel gebunkert. Doch wenn der Winter wirklich hart wird, muss auch in den größten Lagern vor dem Frühling nachbestellt werden.

Den größten Bedarf hat die Autobahngesellschaft Asfinag, von der österreichweit rund 90.000 Tonnen Salz pro Winter eingelagert werden. Das entspricht in etwa dem Verbrauch, der aber stark von der Witterung abhängig ist. Die Kosten im Vorjahr: rund acht Millionen Euro. Über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind 420 Winterdienstfahrzeuge für die Asfinag im Einsatz. Zusätzlich werden einige Autobahnmeistereien von Frächtern unterstützt.

Erste Einsätze im September

Der Straßendienst für Niederösterreich ist heuer die ersten Einsätze bereits am 19. und 20. September gefahren - mit fünf Zentimetern Schnee in Gaming und zwei Zentimetern in Lilienfeld.

Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre sind allein auf den niederösterreichischen Landesstraßen 68.629 Tonnen Salz und 162.500 Tonnen Splitt eingesetzt worden. 2010/11 waren es 66.147 bzw. 185.500 Tonnen.

Der Preis für eine Tonne Salz bewegt sich derzeit um rund 100 Euro, für Sole beginnt er bei 240 Euro. Am billigsten kommt Splitt mit sieben bis zehn Euro. Zu Engpässen komme es meist dann, wenn über fünf bis zehn Tage in ganz Österreich extremste Wetterverhältnisse auftreten, sagt Martin Gyöngyös, Leiter des Referates für Straßenerhaltung im Burgenland.

In Kärnten kein Rollsplit

In Kärnten wird laut Landeshauptmann und Verkehrsreferent Gerhard Dörfler auf den vom Land verwalteten Straßen "seit einigen Jahren kein Rollsplitt mehr verwendet". Der Streusalz-Vorrat beläuft sich aktuell auf 14.000 Tonnen, was für einen Durchschnittswinter eine gute Menge sei.

"7.000 Tonnen des gesamten Vorrats haben wir eben von den Salinen Austria, die Bestbieter waren, gekauft", sagt Dörfler. Das Salz koste jährlich im Schnitt zwei Millionen Euro, der gesamte Winterdienst zehn Millionen.

In Oberösterreich 29 Millionen Euro

Nach Lieferengpässen bei den Salinen in der Saison 2005/06 und folgenden Pönalzahlungen hat das Land Oberösterreich ein automatisiertes Nachbestellsystem installiert. Dadurch würden derartige Probleme de facto der Vergangenheit angehören, hieß es auf Anfrage aus dem Büro des zuständigen Landeshauptmann-Stellvertreters Franz Hiesl.

Insgesamt 44.000 Tonnen Salz, die zu 100 Prozent von den Salinen stammen, sind vorerst eingelagert. In der vergangenen Saison haben die Kosten für den gesamten Winterdienst rund 29 Millionen Euro ausgemacht, 2010/11 wurden in Summe gut 50.000 Tonnen verbraucht.

Wien braucht 15.000 Tonnen Salz

Im Vorjahr waren im Wiener Hafen, wo sich das Hauptlager für Streu- und Feuchtsalz befindet, 10.000 Tonnen Streusalz und 60.000 Liter Fertigsole eingebunkert. Für heuer gibt es noch keine Zahlen. Laut dem Büro der zuständigen Stadträtin Ulli Sima verbraucht die Bundeshauptstadt in strengen Wintern rund 15.000 Tonnen Salz und 1.300 Kubikmeter Sole, dazu kommen noch 2.000 Tonnen Split.

In den Silos und Hallen des Landes Salzburg wiederum sind rund 15.000 Tonnen Streusalz eingelagert. Würde man dieses auf einem Fußballfeld aufbringen, wäre die Schicht mehr als eineinhalb Meter hoch. Da Splitt auf Landesstraßen kaum eingesetzt wird, sind davon nur 1.000 Tonnen vorrätig. Im Durchschnitt landen rund 20.000 Tonnen Salz auf Salzburgs Straßen. Budget für den Winderdienst: rund 10 Milionen Euro.

40.000 Tonnen Salz in strengen Tiroler Wintern

Mit 19.000 Tonnen deckt Tirol je nach Intensität bis zu 80 Prozent ab, im Falle eines strengen Winters reiche es zur Hälfte. "Die Taumittelkosten des vergangenen Winters betrugen rund 2,3 Millionen Euro", so Armin Prettner vom Sachgebiet Straßenerhaltung. In den vergangen zehn Jahren habe der Verbrauch zwischen 17.200 Tonnen (2002) und 40.500 Tonnen (2005) geschwankt.

Im Rekordwinter 2005/2006 sei es auch zu Engpässen gekommen, was allerdings an der zu geringen Auslieferungskapazität der Salzproduzenten gelegen habe, meinte der Experte. Insgesamt würde Tirol je nach Winter zwischen zehn und 16 Millionen Euro für den Winterdienst - mit 170 Schneepflügen, 30 Schneefräsen und 90 Lkw und Unimog - ausgeben. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 26
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parapente
11
21.10.2011, 09:37
Ja, ja, die globale Erderwärmung!

Don schlau on
00
20.10.2011, 20:11
Ein bißchen sparen könnte man schon mit dem Salz

gerade am Winteranfang wird oft verschwenderisch damit umgegangen.
Erst wenn Knappheit droht, wird gespart, so ab der Mitte eines strengen Winters.

So Nina
12
20.10.2011, 14:59
Ich liebe es...

...im winter weit weg von Wien auf einsamen Bergstraßen zu fahren, die nicht salzgestreut sind. Mit winterreifen oder auch mit Ketten - aber das muss man halt beherrschen....

Hier in Wien sind offensichtlich nicht nur im Auto Leute unterwegs, die nicht mit dem Schnee umgehen können, winterliches Schuhwerk dürfte für die meisten auch ein Fremdwort sein, da auch die Gehsteige bei 1cm Schneehöhe (wenn überhaupt) mit 2cm Salz bestreut werden....

luke skywalker
01
21.10.2011, 10:56
Schuld ist auch die Klagewut heutzutage

Die Straßenmeistereien müssen ja fürchten geklagt zu werden, wenn irgendein Dödl aus der Kurve fliegt.

Ist ja "völlig unvorhersehbar" dass im Winter bei Schneefall die Reifen den Gripp verlieren ....

Man hat ja "nicht mehr selber Schuld" dass man die Verhältnisse falsch einschätzte - nein, die Straßenmeisterei war Schuld dass die Straße glatt war....

So Nina
01
21.10.2011, 16:22
Ja, leider...

Selbstverantwortung und Selbstkontrolle sind derzeit einfach Fremdwörter.

Es findet sich immer irgendwer, der "schuld" ist - Hauptsache man ist es nicht selber....

Entfesselter Prometheus
04
20.10.2011, 12:16
Völlig übertrieben

Diese aggressive Dauersalzstreuung ist völlig übertrieben. Heuer waren die Salzkrusten noch da als der Schnee schon längst weg war. Zentimeterdick und hart wie Beton.

Der mit dem Wanz tolft
01
20.10.2011, 11:15
Bevor jemand wieder gegen Salz schimpft:

Splitt oder Sand ist noch umweltschädlicher, weil der Staub im Straßenumfeld die Stomata der Pflanzen verstopft und die Lungen der Tiere schädigt. Weiters braucht man viel mehr davon, was höheren Energieverbrauch bewirkt. Und kehren und entsorgen muss man das Zeug auch noch.

Übrigens wird heute ein anderes Taumittel verwendet als vor 20 Jahren, als die Verbote erfunden wurden, und sie werden "nass" aufgebracht, wodurch der Bedarf geringer ist, weil das Zeug nicht verblasen wird.

Frau Trudl
10
20.10.2011, 15:43
also ganz so ist das niccht!

salz wird nach wie vor zumeist trocken aufgetragen (siehe zahlen salz/sole)
salz staubt beim auftrocknen genauso wie splitt
salz verdichtet den boden, wass kann nicht einsickern, pflanzen vertrocknen
bäume leiden massiv unter der salzlast und sind weniger resistent gegen schädlinge (v.a. miniermotte bei kastanien)
etc...

dr.no3
06
20.10.2011, 10:27
hannes androsch

seit 1997 Miteigentümer der Salinen Beteiligungs GmbH und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Österreichischen Salinen AG.

Briefmarkenkleber
00
20.10.2011, 10:51
wolfgang schüssel

der privatisierer des ganzen

Zwie Ferl
 
11
20.10.2011, 09:35
Kärnten is a Whnsinn:

Zitat aus obigem Artikel: "Der Preis für eine Tonne Salz bewegt sich derzeit um rund 100 Euro,..."
Weiters Zitat aus obigem Artikel: " "7.000 Tonnen des gesamten Vorrats haben wir eben von den Salinen Austria, die Bestbieter waren, gekauft", sagt Dörfler. Das Salz koste jährlich im Schnitt zwei Millionen Euro."
Zusammenfassend:
Preis pro Tonne lt. "Standard" = € 100,-
Preis pro Tonne bei "Salinen" (Bestbieter!???): € 285,71
Ich schlage vor, Kärnten an Slowenien zurückzugeben.

Pylorus
00
20.10.2011, 11:20

du könntests mal in slo versuchen, vielleicht verstehst du ja deren sprache...

sailor who eats only fish heads and tails
01
20.10.2011, 11:08
Beissreflex?

Aktuelle Zuäufe: 7.000 t
Derzeitiger Lagerstand: 14.000 t
Durchschnittliche Kosten p.a.: € 2.000.000,-

Eine (seriöse) Schlussfolgerung ließe anhand der obigen Informationen annehmen, dass...
• man aktuell für € 700.000,- zugekauft hat
• man einen Lagerwert von € 1.400.000,- hat
• man bei einem durchschnittlichen Winter noch weitere 6.000t (€ 600.000,-) zukaufen wird müssen

Aber dann ließe sich natürlich auch nicht mehr so schön bashen.

Parkschwein
01
20.10.2011, 10:49
ich verstehe das so:

es gibt einen gesamten vorrat.

ein teil davon wurde bei den salinen gekauft.

im schnitt kostet der gesamtverbrauch in einem jahr, welcher sich höchstwahrscheinlich nicht bloß auf 7000 tonnen beläuft, 2 mio.

ist nur auf den ersten blick etwas missverständlich formuliert.

AngelikaSch
01
20.10.2011, 09:34
was ist eigentlich aus dem salzstreuverbot geworden?

letzter winter war extrem. auf den gehsteigen der mariahilferstraße (um nur ein beispiel zu nennen) wurde zb nicht mehr geräumt sondern einfach salz gestreut. d.h., dass man ab zu mittag dann durch wasser watet. offensichtlich ist das salz billiger als zu räumen.

Briefmarkenkleber
20
20.10.2011, 10:52

mimimimi

H. K.
023
20.10.2011, 08:13
Salzwahn

Der Einsatz von Streusalz ist ja auf Autobahnen, Schnellstraßen oder Landesstraßen verständlich, aber Streusalz in 30er Zonen der Gemeinden sollte eigentlich verboten werden. Was gibt's Schöneres als eine verschneite Wohngegend und damit verbunden WENIG Verkehrslärm ... ;-)

permanent marker
01
20.10.2011, 11:23

Stimme zu, aber dafür müssten die Autofahrer ihre Fahrzeuge auch im Winter beherrschen können, was zB in Wien offensichtlich nicht der Fall ist.

Briefmarkenkleber
11
20.10.2011, 10:52
pro salz

Parkschwein
03
20.10.2011, 10:51

als autofahrer sehe ich das genauso. ich finde sogar auf schneefahrbahn ist es stressfreier zu fahren, (fast) alle fahren langsamer und rücksichtsvoller, und mehr spaß machts auch. wenns ned mit kälte verbunden wär könnt von mir aus das ganze jahr schneefahrbahn sein ;-)

zungl888
01
20.10.2011, 11:09

absolute zustimmung, ich fahr einen range rover da ist es nach dem streuen von salz sogar schlechter als auf einer schneefahrbahn.
rutscht deutlich mehr weil irgendwie schmierig.

Parkschwein
02
20.10.2011, 11:21

meine autos (sportwagen) rutschen alle fast ständig im schnee, aber das macht nichts weil es gerade am schnee leicht und ungefährlich kontrollierbar ist.

der der beim golf tanzt
02
20.10.2011, 09:26
ach, das denk ich mir auch immer

wie gerne würde ich bei mir in der gasse vor meinem haus nur "auf weiß" räumen, aber da gibts dann unfähige fußgänger und unfähige autofahrer und vor allem anwälte und naja, dann hat sich das erledigt...leider

aber generell sollte man dem salzwahn entgegentreten, ein bisserl split reicht doch schon in der 30er zone

Gerhard Hofegger
01
20.10.2011, 09:49

Auch ich sehe das so. Aber leider gibt es sie - Menschen die glauben es gibt nur eine Jahreszeit und zwar den Sommer. Und die lieben Autofahrer, naja jede äußerung hinfällig.

Karl-Napp-mit-der-Batschkapp
20
20.10.2011, 08:53
Da müßten Sie aber ein totales Fahrverbot

in den betreffenden Straßen verfügen. Denn das Streusalz wird ja auch durch das auf den Autoreifen befindlichen Reste von den mit Streusalz versehenen Straßen eingetragen.

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