Erste Einsätze in Niedersösterreich schon im September, kein Rollsplit in Kärnten
Wien - Nicht nur die Autofahrer, sondern auch die Straßendienste stellen sich auf die kalte Jahreszeit ein. Tonnenweise wurden Salz und andere Streumittel gebunkert. Doch wenn der Winter wirklich hart wird, muss auch in den größten Lagern vor dem Frühling nachbestellt werden.
Den größten Bedarf hat die Autobahngesellschaft Asfinag, von der österreichweit rund 90.000 Tonnen Salz pro Winter eingelagert werden. Das entspricht in etwa dem Verbrauch, der aber stark von der Witterung abhängig ist. Die Kosten im Vorjahr: rund acht Millionen Euro. Über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind 420 Winterdienstfahrzeuge für die Asfinag im Einsatz. Zusätzlich werden einige Autobahnmeistereien von Frächtern unterstützt.
Erste Einsätze im September
Der Straßendienst für Niederösterreich ist heuer die
ersten Einsätze bereits am 19.
und 20. September gefahren - mit fünf Zentimetern Schnee in Gaming und zwei
Zentimetern in Lilienfeld.
Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre sind allein auf den
niederösterreichischen Landesstraßen 68.629 Tonnen Salz und 162.500
Tonnen Splitt eingesetzt worden. 2010/11 waren es 66.147 bzw. 185.500
Tonnen.
Der Preis für eine Tonne Salz bewegt sich derzeit um rund 100 Euro, für Sole beginnt er bei 240 Euro. Am billigsten kommt Splitt mit sieben bis zehn Euro. Zu Engpässen komme es meist dann, wenn über fünf bis zehn Tage in ganz Österreich extremste Wetterverhältnisse auftreten, sagt Martin Gyöngyös, Leiter des Referates für Straßenerhaltung im Burgenland.
In Kärnten kein Rollsplit
In Kärnten wird laut Landeshauptmann und Verkehrsreferent Gerhard Dörfler auf den vom Land verwalteten Straßen "seit einigen Jahren kein Rollsplitt mehr verwendet". Der Streusalz-Vorrat beläuft sich aktuell auf 14.000 Tonnen, was für einen Durchschnittswinter eine gute Menge sei.
"7.000 Tonnen des gesamten Vorrats haben wir eben von den Salinen Austria, die Bestbieter waren, gekauft", sagt Dörfler. Das Salz koste jährlich im Schnitt zwei Millionen Euro, der gesamte Winterdienst zehn Millionen.
In Oberösterreich 29 Millionen Euro
Nach Lieferengpässen bei den Salinen in der Saison 2005/06 und folgenden Pönalzahlungen hat das Land Oberösterreich ein automatisiertes Nachbestellsystem installiert. Dadurch würden derartige Probleme de facto der Vergangenheit angehören, hieß es auf Anfrage aus dem Büro des zuständigen Landeshauptmann-Stellvertreters Franz Hiesl.
Insgesamt 44.000 Tonnen Salz, die zu 100 Prozent von den Salinen stammen, sind vorerst eingelagert. In der vergangenen Saison haben die Kosten für den gesamten Winterdienst rund 29 Millionen Euro ausgemacht, 2010/11 wurden in Summe gut 50.000 Tonnen verbraucht.
Wien braucht 15.000 Tonnen Salz
Im Vorjahr waren im Wiener Hafen, wo sich das Hauptlager für Streu- und Feuchtsalz befindet, 10.000 Tonnen Streusalz und 60.000 Liter Fertigsole eingebunkert. Für heuer gibt es noch keine Zahlen. Laut dem Büro der zuständigen Stadträtin Ulli Sima verbraucht die Bundeshauptstadt in strengen Wintern rund 15.000 Tonnen Salz und 1.300 Kubikmeter Sole, dazu kommen noch 2.000 Tonnen Split.
In den Silos und Hallen des Landes Salzburg wiederum sind rund 15.000 Tonnen Streusalz eingelagert. Würde man dieses auf einem Fußballfeld aufbringen, wäre die Schicht mehr als eineinhalb Meter hoch. Da Splitt auf Landesstraßen kaum eingesetzt wird, sind davon nur 1.000 Tonnen vorrätig. Im Durchschnitt landen rund 20.000 Tonnen Salz auf Salzburgs Straßen. Budget für den Winderdienst: rund 10 Milionen Euro.
40.000 Tonnen Salz in strengen Tiroler Wintern
Mit 19.000 Tonnen deckt Tirol je nach Intensität bis zu 80 Prozent ab, im Falle eines strengen Winters reiche es zur Hälfte. "Die Taumittelkosten des vergangenen Winters betrugen rund 2,3 Millionen Euro", so Armin Prettner vom Sachgebiet Straßenerhaltung. In den vergangen zehn Jahren habe der Verbrauch zwischen 17.200 Tonnen (2002) und 40.500 Tonnen (2005) geschwankt.
Im Rekordwinter 2005/2006 sei es auch zu Engpässen gekommen, was allerdings an der zu geringen Auslieferungskapazität der Salzproduzenten gelegen habe, meinte der Experte. Insgesamt würde Tirol je nach Winter zwischen zehn und 16 Millionen Euro für den Winterdienst - mit 170 Schneepflügen, 30 Schneefräsen und 90 Lkw und Unimog - ausgeben. (APA)