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Warschau - Der polnische Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski hat nach der Niederlage seiner rechtskonservativen Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) bei der Parlamentswahl in der vergangenen Woche Fehler eingeräumt. Dazu zählte er in einem Interview mit der Zeitung "Rzeczpospolita" auch seine Aussagen über die deutsche Kanzlerin Angela Merkel.
"Das hat uns geschadet, darüber haben wir schon Untersuchungen", erklärte Kaczynski. Der Ex-Ministerpräsident hatte Merkel in einem kurz vor der Wahl veröffentlichten Buch vorgeworfen, sie verlange von Polen eine "Unterordnung". Außerdem erklärte Kaczynski, Merkels Wahl zur Bundeskanzlerin sei "kein Zufall" gewesen. Eine Erläuterung dieser Aussage verweigerte er. Die Interpretation von Kommentatoren, seiner Ansicht nach sei die Politikerin mit Hilfe alter Stasi-Seilschaften an die Macht gekommen, wollte Kaczynski weder bestätigen noch dementieren.
Einen weiteren Fehler sieht Kaczynski im Engagement von PiS-Politikern für einen mutmaßlichen Fußball-Rowdy. Sie hatten den landesweit bekannten Fan mit dem Pseudonym "Staruch" in der Untersuchungshaft besucht, weil er angeblich von der Polizei geschlagen worden war. "Ich werfe ihnen das nicht vor, aber ich stelle fest, dass das ein Fehler war", sagte Kaczynski. Der Wahlspot der rechtsliberalen Regierungspartei "Bürgerplattform" (PO) von Ministerpräsident Donald Tusk, der eine Verbindung zwischen der PiS und gewaltbereiten Fußballfans suggerierte, sei auch wegen des Gefängnisbesuches sehr erfolgreich gewesen, so der Parteivorsitzende.
Einen dritten Fehler der PiS und mit ihr verbundener Kreise sieht Kaczynski "in sensationellen Veröffentlichungen über die Smolensk-Katastrophe, die nicht durch neue Tatsachen belegt waren". Damit sprach er die Ausgabe der Zeitung "Gazeta Polska codzienna" vom Wahlwochenende an, die in der Titelgeschichte behauptete, der Absturz eines Regierungsflugzeuges im April 2010 sei ein "Attentat" gewesen. Auch PO-Politiker erklärten, dieser Artikel habe ihre Anhänger mobilisiert, zur Wahl zu gehen.
Wie schon nach der Wahlniederlage 2007 machte Jaroslaw Kaczynski auch die Medien für das Wahlergebnis verantwortlich, die seiner Ansicht nach in der Mehrzahl auf der Seite der PO stünden. Die "Bürgerplattform" verfüge über einen "unglaublich starken medialen Abwehrschirm". Deshalb drängen Themen wie die "Krise der Staatsfinanzen" oder die sogenannte Glücksspielaffäre der PO nicht zu den Wählern vor, so Kaczynski.
Gerüchten über eine mögliche Spaltung der PiS widersprach der Parteivorsitzende. Es habe zwar Reibungspunkte mit dem Europa-Abgeordneten und Ex-Justizminister Zbigniew Ziobro gegeben, "aber niemand hat im Moment die Absicht, ihn aus der Partei zu entfernen", so Kaczynski. Gleichzeitig wäre es "Ausdruck eines totalen Wahnsinns", falls sich Ziobro für die Gründung einer eigenen Partei entschließen würde.
Die PiS erreichte bei der Parlamentswahl 29,9 Prozent der Stimmen und landete damit zum zweiten Mal deutlich hinter der "Bürgerplattform", die 39,2 Prozent wählten. In den Wochen vor der Wahl hatte sich ein wesentlich knapperes Ergebnis angedeutet, weil die PiS in Umfragen aufholte. Die PO wird voraussichtlich ihre Regierungskoalition mit der Bauernpartei PSL fortsetzen. (APA)
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Fragt sich nur, ob diesen Erkenntnissen auch Taten folgen werden.
Daß öffentlich eigene Fehler eingestanden werden, und nicht nur immer die anderen an allem Schuld sind, ist ein erfrischendes und positives Zeichen dafür, daß Politiker auch anders als bei uns agieren können.
also er hat die wahl verloren, weil er merkel kritisiert hat (wobei er nicht die absurde kritik an merkel in frage stellt, sondern nur sagt, diese kritik, die er nie zurückgenommen hat, habe stimmen gekostet), weil ein paar seiner partei sich mit einem rowdy getroffen hätten, und doch vor allem auch wegen der presse, die immer so gemein zu ihm ist.
natürlich hat er nicht verloren, weil die wähler sein programm nicht mögen, oder ihn nicht mögen.
sowas nenne ich ganz und gar nicht "die richtigen schlüsse ziehen".
die pis hat ganz einfach ein rückwärtsgewandtes programm, das nicht mit dem modernen polen kompatibel ist.
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