Innsbrucker Politiker gibt Lobbying zu

19. Oktober 2011, 18:33

Stadtpolitik fordert Aufklärung, Abberufung per Stadtrecht nicht möglich

Innsbruck - Aus seiner Tätigkeit bei der Agentur "hofherr communikation" habe er nie ein Geheimnis gemacht, erklärt der VP-Bürgermeisterkandidat zur Wahl im Frühjahr 2012, Franz Xaver Gruber. Allen Mitgliedern der Stadtregierung und des Gemeinderates sei seine Tätigkeit stets bekannt gewesen.

Zu dem Mail, das Anfang der Woche auf der Homepage des kritischen Publizisten Markus Wilhelm veröffentlich worden war, stehe er:Er habe im Auftrag der Tiwag Gespräche mit der damaligen Bürgermeisterin Hilde Zach (Für Innsbruck) geführt. "In diesem Mail vom Jänner 2009 an seinen damaligen Chef bestätigt Gruber die Übernahme eines Lobbying-Auftrag für die Tiwag" , kritisiert der Grüne Gebi Mair: Gruber habe seine Position imGemeinderat ausgenutzt und gegen die Interessen der Stadt für einen Verbleib des Stadt-Energieversorgers Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB)in Cross-Boarder-Leasingverträgen lobbyiert. Für Mair ist Gruber damit ein "Doppelagent, dessen Tarnung nun aufgeflogen" sei: "Hauptberuflich ist er nicht Mandatar, sondern Unternehmenslobbyist" .

Transparenz gefordert

Für die grüne Bürgermeisterkandidaten Sonja Pitscheider ist klar:"Ein Gemeinderat und Stadtparteiobmann hat nicht im bezahlten Auftrag eines Unternehmens die Bürgermeisterin und Koalitionspartnerin in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen." Mair würde zudem interessieren, wie viele Politiker noch von der Tiwag für Lobbying bezahlt würden. Rund um den Landtagswahlkampf 2008 war auch ein Beraterhonorar an den ehemaligen VP-Landesrat Konrad Streiter publik geworden. Für Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) müsse Gruber selbst entscheiden, wie er mit der Situation umgehe. SP-StadträtinMarie-Luise Pokorny wünscht "Aufklärung" . Ein Rücktritt könne Gruber derzeit "nur privat" nahegelegt werden, denn ein Abwahl- oder Misstrauensantrag sei im aktuellen Stadtrecht nicht vorgesehen, sagt Pitscheider. Formal könnten die Grünen im Gemeinderat also nichts unternehmen. Im neuen Stadtrecht sei ein Abberufungsantrag jedoch möglich. Dieses wurde noch im Oktober vom Tiroler Landtag beschlossen, um auch in Innsbruck, als letzter Tiroler Gemeinde, die Bürgermeisterdirektwahl möglich zu machen. Das neue Stadtrecht gilt aber erst ab der Wahl im Frühjahr.

Vizebürgermeister Gruber gibt seine Lobbying Tätigkeit zu. Er verweist sogar auf eine vom Rechnungshof im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Wahlkampffinanzierung in Kaunertal geprüfte Stundenabrechnung. Zum damaligen Zeitpunkt habe er aber keine einflussreiche Position imGemeinderat innegehabt: "Dann hätte ich mich als befangen erklärt." Und: Vor Eintritt in die Stadtregierung, im Frühjahr 2010, habe er seine Tätigkeit bei hofherr communikation beendet. (ver, DER STANDARD, Printausgabe, 20.10.2011)

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17 Postings
Peter G
08
20.10.2011, 13:43
"Aus seiner Tätigkeit bei der Agentur "hofherr communikation" habe er nie ein Geheimnis gemacht, erklärt der VP-Bürgermeisterkandidat"

Ist dieser Mann oberschlau ?
Oder will er den Bürger verarschen ?

Als ob das Problem die reine Tatsache wäre, dass er für eine PR-Agentur arbeitet.

Das Problem ist ja wohl, dass er - OBWOHL er Bürgermeisterkandidat ist - einen solchen "politischen" Lobbying-Auftrag annimmt.

Also wirklich, in letzter Zeit habe ich den Eindruck, dass 95% der VP-Mandatare Nachhilfe in Demokratieverständnis brauchen.

Herr-Paul
12
20.10.2011, 13:05
Na ja,ma kann auch aus einer Mücke einen Elefanten machen.

Also wenn DAS schon ein "Skandal" sein soll, ich weiß nicht.

Da darf ein Ladeshauptmann frei rumrennen, dessen eigenhändige Unterschrift unter dem Tiwag-US CBL Deal steht (den er bis heute nicht behirnt hat).

Und die Qualifikation einer Oppitz besteht darin, subitosanto Hilde Z. "gut gekannt" zu haben? - und schon ist sie neue Bürgermeisterin. Was für eine Leistung!

Die schwarze Brut (inkl. Für Innsbruck) ist zwar schwer erträglich, aber eins kann man dem Gruber nicht vorwerfen: Dass er nicht dorthin geht wo´s weh tut. Bei den diversen Sozialbau-Anwohner-Problemviertel-Wohnblockdiskussionen taucht er regelmäßig vor Ort auf, wofür sich zB eine gewisse Frau Bürgermeisterin doch zu schade (oder zu feig) scheint.

pr re
01
20.10.2011, 12:02
Sempf
02
20.10.2011, 08:37
"communikation"

eine linguistische missgeburt...

Für deppert gehaltener Wähler
08
20.10.2011, 08:47

In Tirol müsste es eigentlich Kchommunikchation heissen.

Tim Eodanaos
00
20.10.2011, 13:09
"Kchommunikchation" verstehen wir Tiroler nicht.

Hot des wos mit "Kchommunnion" z'tian?

Herr Gscheidl
03
20.10.2011, 11:35

"Banane" auf Tirolerisch: "Bananeckch".

L.G. ein Innsbrucker;-)

Für deppert gehaltener Wähler
00
20.10.2011, 13:22

Grias Di Koardlackler :)

Floaschkas
00
20.10.2011, 14:15

wenn scho: Kchoadlackchler!

obstbau1
00
20.10.2011, 13:10
Hier im Ötztal ...

... sprechen wir von Kömmunikation und von Bönöne, ho!

jeffk
00
15.11.2011, 14:45

....und von cöca cöla...... muss immer wieder lachen wenn ichs höre;-)

Urmele
14
19.10.2011, 23:08
Immer schön nach dem ÖVP-Motto:

NIE GENUG!!!
ES REICHT - NIE !

Urmele
01
19.10.2011, 23:07
Immer schön nach dem ÖVP-Motto:

Mary Nosch
07
19.10.2011, 20:50
Bitte wer ...

... gibt mir den Lobbying-Auftrag: Dann kann ich mit Hr. Gruber sprechen und ihn zum Rücktritt bewegen (Lobbyingstrategie: Spitz mit Anlauf)

Marlon62
00
25.10.2011, 09:36
Wenn Sie den Auftrag bekommen, melden Sie sich bei mir.

Ich stelle hierfür geeignetes Schuhwerk zur Verfügung.

CrangerMan
02
19.10.2011, 19:07

Bin gespannt, ob das den Grünen, die bald die Bürgermeisterin stellen könnten, in die Hand spielen wird.

?und
00
19.10.2011, 18:58
wer so eine NULL als bürgemeister haben möchte, der muß ihn auch wählen

da ist das cross border leasing der tiwag um einiges komplizierter - ab das steht ja nicht zur wahl

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